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UFO: The Visitor

Kein überragendes, aber solides Rockalbum
Wertung: 7/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 42:25
Release: 29.05.2009
Label: Steamhammer / SPV

Wenn eine Band seit 40 Jahren im Rock’n’Roll-Zirkus dabei ist und so viele Klassiker wie UFO veröffentlicht hat, ist das gleichzeitig Segen und Fluch. Natürlich ist es ein Segen, sich mit Scheiben wie „Phenomenon“, „Force It“ oder „Obsession“ unsterblich gemacht zu haben, auf der anderen Seite aber wird man eben auch gerne mal nur auf diese alten Meisterwerke reduziert. „Doctor Doctor“ und „Rock Bottom“ jedenfalls muss die Band auch heute noch eigentlich bei jeder Show spielen.

Und doch beweisen die Briten, dass sie im Gegensatz zu manch anderen alteingesessenen Combos auch heute noch rocken können. Man sollte an „The Visitor“ nicht mit der Erwartungshaltung herangehen, dass die Band einen weiteren Klassiker im Stile der oben genannten Alben herausgebracht hat, sondern ganz realistisch konstatieren: „Das sind UFO anno 2009“.

„The Visitor“ nämlich ist – obwohl Bassist Pete Way, immerhin eines der Urgesteine der Gruppe, diesmal aufgrund einer Lebererkrankung nicht mitwirken konnte – ein mehr als hörenswertes Album geworden, das durch eine keineswegs altbackene, sondern durch eine zeitgemäße, aber homogene und erdige Produktion überzeugt und durchaus Abwechslung zu bieten hat.

Insgesamt gibt es auf „The Visitor“ erstaunlich viele Blues- und Southern-Rock-Einflüsse, wie schon der mit Slide-Gitarre ausgestattete Opener „Saving Me“ beweist; doch das Hammond-Orgel-getränkte „On The Waterfront“, der ebenfalls mit Slide-Gitarre verzierte Track „Rock Ready“ und die verspielte Nummer „Villains & Thieves“, bei der Phil Mogg noch dazu von Texas, Cowboys und Moonshine singt, schlagen in eine ähnliche Kerbe. „Forsaken“ dagegen ist fast schon ein lupenreiner Country-Song, der dadurch etwas aus dem Rahmen fällt. Nicht wirklich schlecht, auch nicht zu seicht, aber so richtig ins Konzept will das Stück nicht passen. Immerhin aber ein weiteres Indiz für den Versuch, Abwechslung zu bieten und in eine etwas andere Richtung zu gehen.

Für die im Gegensatz zu letztgenanntem Song schön hart rockenden Momente sorgen das treibende, gut ins Ohr gehende „Hell Driver“ und der Rausschmeißer „Stranger In Town“, während es bei „Stop Breaking Down“, welches mit seinem sehr schönen, melodischen Main-Riff ganz klar eines der Highlights der Scheibe darstellt sowie „Living Proof“ und dem mit einigen kleinen elektronischen Spielereien ausgestatteten „Can’t Buy A Thrill“ wesentlich ruhiger und melancholischer zur Sache geht.

UFO präsentieren sich auf ihrem mittlerweile bereits zwanzigsten Studioalbum trotz der vordergründigen Southern-Rock-Elemente somit recht vielseitig. Phil Mogg singt für einen 61-Jährigen wirklich gut, auch wenn natürlich trotzdem klar zu hören ist, dass die Stimme nicht mehr ganz taufrisch ist, und Vinnie Moores filigranes Gitarrenspiel fügt sich glänzend ins Gesamtbild ein. Seine Soli wirken nie aufdringlich, sondern bringen im Gegenteil stets viel Farbe in die Songs.

Insgesamt also ein solides Rockalbum, das sicherlich keine Sonderstellung in der ellenlangen UFO-Discographie einnehmen wird, da hierzu einfach die wirklich herausragenden Songs fehlen, aber das man sich immer mal wieder gut und gerne anhören kann.

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