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UFO: The Best Of A Decade

Manche Legenden sterben nie
Wertung: 8/10
Genre: Classic Psychedelic Rock
Spielzeit: 79:13
Release: 27.08.2010
Label: Steamhammer/SPV

Mit UFO meldet sich eine der wichtigsten Wegbereiterbands der New Wave Of British Heavy Metal, kurz NWOBHM, zurück. Die 1969 gegründete Band um Frontröhre Phil Mogg hat in den 40 Jahren ihrer Bühnenpräsenz einige Höhen und Tiefen erlebt. Das große Jahrzehnt der Londoner waren die 70er Jahre. In diesen Jahren entstanden die Hitalben „Phenomenon“, „Force It“, „No Heavy Pettin’“ und „Lights Out“. Die bekanntesten Ex-Mitglieder von UFO sind Michael Schenker (Scorpions, MSG) und Jason Bonham (Foreigner). Die Phase mit Michael Schenker an der Gitarre war die erfolgreichste der Band. 2009 trat die Gruppe auf dem Wacken Open Air in der aktuellen Besetzung (Phil Mogg (Vocals), Paul Raymond (Keyboards/Guitars), Vinnie Moore (Guitars) und Andy Parker (Drums) im Zuge der Night To Remember-Reihe auf.

Die CD „The Best Of A Decade“ widmet sich den Alben „Phenomenon“ (1974), „Force It“ (1975), „Lights Out“ (1977), „You Are Here“ (2004), „The Monkey Puzzle“ (2006) und „The Visitor“ (2009). Zwei Jahrzehnte Schaffensphase und dreizehn weitere Alben werden bei „The Best Of A Decade“ gar nicht berücksichtigt.

Den Opener der CD bildet „The Wild One“ vom 2004 erschienenen Album „You Are Here“. Die solide Nummer eignet sich vorzüglich für diese Funktion. Das kräftige Riff treibt gut vorwärts und das Solo ist sehr gelungen. „Hard Being Me“ nimmt den Faden des Vorgängers auf, eine schöne Rocknummer mit Pianoeinlagen. Der Track ist im Original auf „The Monkey Puzzle“ erschienen.

Mit „Lights Out“ steht der erste Klassiker von UFO auf dem Plan, und zwar in einer Liveversion. Der Sound ist sehr gut und wer die Dynamik und besondere Atmosphäre von Liveaufnahmen zu schätzen weiß, wird an den Livestücken auf dieser CD sehr viel Freude haben. Mit Bottlenecksliding und im Southern Rock Style beginnt „Saving Me“, um sich dann in eine weitere solide Rocknummer zu verwandeln.

Eines der härtesten Stücke ist „Daylight Goes To Town“, das im Original ebenfalls 2004 auf „You Are Here“ erschienen ist. Der zweite Livetrack der CD heisst „Let It Roll“ und stammt vom Album „Force It“. Auch hier werden Gitarrensolofans wieder auf ihre Kosten kommen, in diesem Stück sind nämlich gleich mehrere verbaut.

Die Aufnahme bleibt Live. „This Kids“ nennt sich die nächste Nummer und war ebenfalls auf „Force It“. „The Monkey Puzzle“ kann mit einigen guten Stücken aufwarten, „Heavenly Body“ ist eines davon. Hier überzeugt vor allem der Frontmann mit seiner echt cool und abgebrüht klingenden Stimme.

Das aktuelle Album ist 2009 erschienen, ob man davon schon Stücke auf ein Best Of-Album packen sollte, ist fragwürdig. Unzweifelhaft ist allerdings, dass „Helldriver“ wieder ein richtig gut rockender Song ist, der sofort ins Ohr geht.

Der Klassikerreigen erweitert sich um „Too Hot To Handle“. Auch das ist eine Liveaufnahme, auch das eine sehr gelungene. Titel elf, „Mr. Freeze“ vom Album „You Are Here“, ist eine Midtemponummer fast schon im Stil von Aerosmiths „Living On The Edge“. Mit der leicht melancholischen Note des Titels kann man gut gen Sonnenuntergang cruisen. Mit „Shoot Shoot“ steht der vorletzte Livetrack der CD an. Der im Original auf dem Album „Force It“ erschienene Titel aus dem Jahre 1975 bietet Classic Rock der Marke ZZ Top. Ein schön geradliniges Lied.

„Black and Blue“, „Can’t Buy A Thrill“ und „Baby Blue“ wirken nach den Vorgängerstücken irgendwie deplatziert. Der Funke zündet nicht mehr richtig und das Gefühl, dass die CD einfach voller werden sollte beschleicht einen. Das Stück „Doctor Doctor“ in einer Liveversion beschliesst den Best Of-Reigen. Die wahrscheinlich bekannteste UFO-Nummer kennt man und man kann mitsingen. Die Durchhänger der letzten Stücke sind sofort wieder vergessen.

Etwas komisch mutet die Zusammenstellung der Songs dieser Best Of-Scheibe an. Sehr viele Alben der Band, auf denen durchaus gute Songs sind, werden einfach ignoriert. Genauso hätte man die frühe Schaffensphase der Band mehr würdigen können. Richtig gut sind die Live-Songs. Erstens lockern die Liveaufnahmen das Album auf und zweitens haben auch die öfter gehörten Songs ihre eigene Soundkur bekommen. UFO-Fans und Classic Rock-Hörer können hier getrost zuschlagen.

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