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Tyske Ludder: Diaspora

EBM mit Texten zum Nachdenken
Wertung: 8.5/10
Genre: EBM/Electro
Spielzeit: 73:50
Release: 25.03.2011
Label: Black Rain (Nova MD)

Die Electroband ist wieder da: Tyske Ludder melden sich in 2011 wieder zurück und veröffentlichen endlich ihr neues Album. „Diaspora“, zu deutsch „Verstreutheit“, möchte Einzug halten in die Clubs und Plattenspielern. Um dem Gesamten eine zusätzliche Spur Dramatik zu verleihen, wurde diese CD nur in einer limitieren Erstauflage von 888 Stück publiziert.

Fünf Jahre ist es nun her, seit Tyske Ludder ihr Comeback mit „Sojus“ verlautbarten, nun kehren sie also zurück und haben direkt sechzehn Tracks (davon dreizehn neue, zwei Remixe und eine Cover-Version) auf den runden Silberling gepresst. Nun kann sich der Fan also wieder kopfüber in das gemachte Nest stürzen und sich den elektronischen Klängen hingeben.

Worum es sich thematisch auf dem Album dreht, lässt sich sowohl am Cover, als auch beim Durchlesen der Tracklist erahnen. Die Band, bei der es, anders als bei vielen Bands aus der elektronischen Szene, immer lohnt die Texte näher unter die Lupe zu nehmen, greift hier sowohl die jüdische Thematik als auch das generelle Randgruppenproblem auf. So bewiesen sie bisher immer, dass tanzbare Beats sehr wohl mit intelligenten Texten hinterlegt werden können. Der erste Track dient dem Album als Intro in die neue Klangwelt. Rund zwei Minuten gibt es ein knisterndes Klangspiel, bevor es dann mit „Tempelberg“ richtig los geht. Obwohl sich die Band thematisch und textlich von anderen unterscheidet, weist ihre Musik aber dennoch alle wichtigen Extrakte auf, die zu guter elektronischen Musik gehören. „Tempelberg“ geht in die Beine, lässt den Körper wild schwingen. Verzerrte Vocals, treibende Beats lassen erahnen, dass die kommenden Tracks das bieten, was der Fan von Tyske Ludder erwartet.

Inhaltlich ist wohl der dritte Song des Albums „Eugenix“ der interessanteste. Hier wird die Thematik betrachtet, durch die Vermehrung positiver Erbanlangen die negativen nach und nach auszurotten. Ein Thema, das im dritten Reich zu einer bekannt grausamen Auslegung führte. Thematiken wie diese zu verarbeiten, erfordert auch Mut und die Zuversicht, dass die Hörer genau zuhören. Musikalisch wird das Thema in beinharte Beats umgesetzt. So entsteht einer der härtesten Songs des Albums, inhaltlich wie musikalisch.

Interessant und mehr als tanzbar ist auch der Titelsong des Albums. „Diaspora“ überträgt das Thema musikalisch auf hohem Niveau. Faszinierend ist vor allem, wie langsam der Song beginnt und in welch hohem Thema er endet. Die Zerrissenheit ist so dargestellt, dass auch ohne ein Wort das Motiv begriffen werden kann. Der sechste Song ist ebenfalls ein Song, den man hört und in seine Blutbahn aufnimmt. „Der Androgyne Held“ kommt tanzbar daher und flüstert nebenbei Lyrics der Sonderklasse. Die übrigen Songs sind gut, alle regen zum Tanzen an und sind saubere Arbeit. Aber der letzte Funke springt nicht mehr über. Woran es genau liegt, ist an dieser Stelle schwer zu sagen, denn es sind alle Facetten da, die da sein sollten. Dennoch bleiben sie nicht hängen. Geschlossen wird das Album mit „Abgesang“, ähnlich wie das Intro ein knisterndes Outro.

Von den Bonustracks ist das Tilt-Cover das ungewöhnlichste. Hier vermengen sich gotische und elektronische Töne zu einem neuen Klangerlebnis. Ingesamt haben Tyske Ludder wieder bewiesen, dass sie zu den ganz Großen gehören. Hoffentlich ist ihr nächstes Album nicht wieder erst in sechs Jahren zu kriegen.

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