Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Tyske Ludder: Anonymous

Fortschrittlicher Sound und trotzdem den eigenen Stil beibehalten
Wertung: 8.5/10
Genre: EBM
Spielzeit: 52:08
Release: 05.06.2009
Label: Black Rain

Bei ihrem neuesten Album „Anonymous“ haben sich die EBM-Urgesteine Tyske Ludder wahrhaftig nicht lumpen lassen, so kommt die CD im superschicken und hochwertigen Hardcase daher, inklusive eines edlen rechteckigen Ansteckers, einer unterschriebenen Autogrammkarte , eines Posters und einer weiteren CD-Ummantelung.

Selbstverständlich gehört auch die CD selbst zum Lieferumfang, auf der sich insgesamt zehn neue Songs befinden. Der Opener „Frya Fresena“  kommt für die Band ungewohnt melodisch daher, so hört man häufig treibende, melodische Synth-Sequenzen, die schon an Acts wie Grendel erinnern, immer begleitet von der markanten harten Stimme Claus‘. Generell drängt sich mir der Eindruck auf, dass das Album um einiges vielschichtiger und komplexer geworden ist, als noch die letzte EP. So wird der typische EBM hier auch bei anderen Songs noch um die bereits erwähnten melodischen Main-Sequenzen stark erweitert, dazu gesellen sich dann natürlich Drums sowie eine charakteristische Bassspur. Auch auf Flächensounds und raffiniert in den Song verflochtene, kleinere Sound-Spielereien hat man nicht verzichtet – aber die Band hat sich seit dem letzten Album auch genug Zeit genommen, um ausgiebig zu experimentieren.

Die Texte befassen sich in der Regel mit sehr ernsten Themen und versuchen nicht selten, den Hörer zu provozieren und so zum Nachdenken anzuregen. Natürlich gehören zu Tyske Ludder auch geschickt eingesetzte Zitate, die man häufig zu Beginn eines Songs verwendet, um direkt eine passende Stimmung zu erzeugen – wie beispielsweise bei  „FixTheBeat“ oder „Bastard“. Noch dazu sind die meisten Tracks tanzbar, besonders zuletzt genannter zeichnet sich durch einen simplen, treibenden Beat aus, welcher bestimmt nicht nur live eine blitzende Lichtshow fordert.

Etwas ruhiger und schon regelrecht hymnenhaft ging man bei „March“ zu Werke. Wie ein stolzes, patriotisches Loblied schmettert Claus die Vocals in das Mikrophon, die von einem epischen Soundteppich bestehend aus einem groovenden Beat inklusive marschierender Trommeln, sakralen Chören, vielen weiteren Synths und geradezu orchestralen Klängen unterlegt werden. Zum Ende der CD zeigen Tyske Ludder mit „Maschinenstaat“ noch mal ihre düstere Seite und offenbaren einen bedrohlichen Song mit vergleichsweise wenig Gesang und vielen Zitaten.

„Anonymous“ ist ein tolles, fortschrittliches EBM-Album geworden, das mit einer super Ausstattung daherkommt und jedem Anhänger direkter elektronischer Musik zumindest stellenweise gefallen sollte. Einen Schwachpunkt konnte ich, was meinen Geschmack angeht, auf diesem Album nicht ausfindig machen – reinhören lohnt sich!

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna