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Týr: By The Light Of The Northern Star

Wikinger im Takt der Zeit
Wertung: 8/10
Genre: Folk Metal, Progressive Metal
Spielzeit: 43:47
Release: 29.05.2009
Label: Napalm Records

Schon das Cover des fünften Albums „By The Light Of The Northern Star” von den Färinger Jungs lässt bei erster Betrachtung auf eine solide Folk-Metal-Scheibe in gewohnter Wikinger-Manier schließen. Und genau das bekommt man auch, jedenfalls auf den ersten Blick.

Bereits die ersten Töne des Albums („Hold The Heathen Hammer High“) verraten: Hier handelt es sich eindeutig um Týr. Die Melodie ist klar sowie eingängig folkig und den unverwechselbaren Stil wird man im Heavy-Metal-Bereich wohl weiterhin vergeblich ein zweites Mal suchen. 

So erinnert „By The Light Of The Northern Star“ an die vorhergehenden Alben, jedoch mit einem großen Unterschied: Wo früher sehr auf epische Atmosphäre gesetzt wurde, treten nun eher Geschwindigkeit und treibende Beats in den Vordergrund. Ein atmosphärisches Intro oder Outro sucht man leider vergebens und nicht nur für den Hörer scheint die neue Geschwindigkeit gewöhnungsbedürftig. So klingt auch Sänger Heri Joensen zeitweise etwas gehetzt, um dem Rhythmus gerecht zu werden. 

Von diesem Punkt abgesehen, hat das Album aber viel zu bieten. Die Lieder wirken kraftvoll und lebhaft und dadurch auch durchweg moshbarer als die Vorgänger. Hymnenartige Refrains wie in „Into The Storm“ oder „Northern Gate“ laden zum Mitgrölen ein und erhöhen deutlich den Spaßfaktor. Zudem findet Heri Joensen besonders in „By The Sword In My Hand“ und „Northern Gate“ zurück zu seinem raueren Gesangsstil, der dem einen oder anderen auf dem Album „Ragnarök“ sicher gefehlt hat.

Auch die Hoffnungen auf alt-färoische Texte werden nicht enttäuscht - jedenfalls nicht völlig. “Tro'ndur í Gøtu“ ist komplett in der Sprache verfasst, die den Týr-Alben schon von Anfang an etwas Besonderes verliehen hat. Auch wenn selbst die meisten Färinger die Bedeutung der Texte nicht ganz erfassen können, so verschlägt sie uns (vielleicht gerade deswegen) in ihren Bann und vermittelt einen authentischen Viking-Stil.

Neben „Turi Torkilsdo'ttir“ bleibt es aber leider bei diesen beiden färöischen Liedern.
Im Ganzen gesehen, fällt der Anteil an färöischen Texten bei diesem Album somit zum Leidwesen der Atmosphäre eher mager aus. Selbst die beiden angesprochenen Lieder halten nicht ganz was sie versprechen. Wo „Turi Torkilsdo'ttir“ noch wirklich atmosphärische Abschnitte besitzt und sich im Kopf sofort epische Wikinger-Motive einstellen, mischt sich “Tro'ndur í Gøtu“ mit einem ungewöhnlich prägnanten Bass. Auch das bereits angesprochene erhöhte Tempo des Albums spiegelt sich hier wider und wirkt bei dieser Kombination auf den ersten Blick eher befremdlich. 

Wer bei Týr besonders viel Wert auf ursprüngliche färöische Melodien und Texte legt und auch mit den letzten zehn Minuten von „How Far To Asgaard“ musikalisch etwas anfangen konnte, wird die CD diesmal mit einem eher enttäuschten Ausdruck zurück ins Regal stellen. 
Alle anderen werden sich spätestens im Mosh Pit über die kraftvolle Untermalung freuen können, die für bewegungsorientierte Metaller einiges zu bieten hat. Headbangen eingeschlossen.

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