Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Type O Negative: Symphony for the Devil

Zynisch und tiefschwarz
Wertung: 8.5/10
Genre: Gothic Metal
Spielzeit: 135:0
Release: 17.03.2006
Label: Steamhammer/SPV

WARNUNG: Freunde des subtilen Humors oder Leute, die sich als politisch korrekt einschätzen, sollten nicht weiterlesen! WARNUNG ENDE! Type O Negative haben schon immer angeeckt. Frontmann Peter Steele bspw. schreibt Texte voll von tiefstem Zynissmuss (z.B. "Der Untermensch"), was man ihm jedoch schnell als Rassismus auslegen kann. Und von seinen Äußerungen zu Carnivore (Petes alte Band) Zeiten will ich gar nicht erst anfangen. Auf der anderen Seite muss man auch bedenken, dass das Kokettieren mit Symbolen des Nationalsozialismus in vielen Teilen der USA einfach nur als "evil" gilt. Für uns als Europäer ist so ein Verhalten zwar undenkbar (sollte es zumindest sein, wenn mir eine kleine politische Äußerung gestattet ist), aber man darf ein Hakenkreuz bei den Amis nicht zu sehr überbewerten. Warum ich das schreibe? Dazu komme ich noch...

Dass Type O Negative schon immer eine etwas andere Band waren, beweist auch diese DVD. Bei den meisten Bands ist das Herzstück so einer Veröffentlichung ein aktuelles Konzert, wozu noch ein wenig Bonusmaterial spendiert wird. Das ist bei "Symphony for the Devil" (nettes Wortspiel übrigens) schon ein wenig anders. Das Konzert ist nun schon knapp 7 Jahre alt, wurde es doch beim Bizarre Festival im Jahr 1999 mitgeschnitten. Darüber hinaus kommt es selten vor, dass zwei Songs einfach so ohne Unterbrechung durchlaufen. Vielmehr ist das ganze eine Mischung aus Liveauftritt und Szenen aus dem "Leben" von Type O Negative. Und hier komme ich wieder auf meine Warnung vom Beginn zurück, denn was hier stellenweise abgeht, ist schon starker Tobak. Als Beispiel möchte ich mal das kurze Intro genauer erläutern. Da sieht man nämlich einen Mann ohne Shirt, dessen linker Arm amputiert ist. In seiner Hand hält er ein Schild, auf dem zu lesen steht: "I'd give my right arm to see Type O Negative!" Und das ist noch einer der gemäßigteren Scherze, denn es gibt noch viel mehr zu entdecken (Bemalen eines schlafenden Roadies mit Hakenkreuzen und Davidsternen, Leute mit Megaphon anbrüllen, nackten Arsch aus dem Fenster halten, Auftritte von Lacuna Coil und Dimebag Darrell (R.I.P.)...). Das kann man sehen, wie man will, ich jedenfalls musste häufig herzhaft lachen. Schön zu sehen, dass die Band nicht ganz so miesgelaunt ist, wie es ihr Image immer vermuten lässt.

Damit soll es aber genug sein, denn wichtiger als alles andere ist natürlich die Musik. Die Band hatte damals einen guten Tag erwischt und zockt sich spielfreudig durch eine Setlist, die keine Wünsche offen lässt. Songs von "Life Is Killing Me" wird man logischerweise vergebens suchen. Das Publikum ist gut drauf und singt bei Hits wie "Christian Woman" oder "Black No.1" dementsprechend laut mit, was sogar Pete Steele ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Abgerundet wird das ganze im Menüpunkt "Extra Stupidity", was eine sehr schmeichelhafte Umschreibung für "Bonusmaterial" sein soll. Da gibt es ein 30minütiges Interview mit der ganzen (gut gelaunten) Band und Biografien zu jedem einzelnen Bandmitglied. Absolutes Highlight ist aber die Gallerie, die bei vielen anderen Band ziemlich überflüssig ist. Type O haben aber tief in den Archiven gekramt, stellenweise urkomische Bilder aus ihrer Jugendzeit rausgekramt und das ganze mit einer grenzdebilen Saxophon-Musik unterlegt. Als krönenden Abschluss liegt der DVD auch eine CD bei, auf der sich ein 6 Minuten langes Santana Medley befindet.

Fans der Band brauchen gar nicht weiterlesen und sollten sich die DVD besorgen, denn falsch machen kann man hier nichts. Es gibt aber leider einige Punkte, die meine Wertung nach unten gedrückt haben. Zum einen ist da die Bildqualität, die zwar gut ist, aber nicht so scharf, wie man es heutzutage von DVDs gewohnt ist. Dafür kann man aber über den Sound nicht meckern. Wirklich stören tut mich nur die Trackaufteilung! Wenn man schon eine Mischung aus "Backstage/Tourleben" und Konzert macht, sollte es zumindest möglich sein, das ganze einzeln anzuwählen. Leider ist dies oftmals nicht möglich, da viele Lieder und/oder andere Sequenzen zu einem Track zusammengefasst wurden. Aus diesem Grund kann man auch die Tracknummern auf dem Backcover getrost vergessen. Den wirklichen Inhalt eines Tracks kann man nur im "Scene selection" Menü erfahren, was auf Dauer doch ein wenig stressig wird. Schade finde ich außerdem, dass die Band ihre wirklich guten/lustigen Videoclips nicht auf die DVD gepackt hat.

Nichtsdestrotz hat die Band "Symphony For The Devil" eine erstklassige DVD abgeliefert, die man sich getrost zulegen kann. Wenn ihr allerdings im zweiten Bildschirm der "Scene selection" das Easter Egg (versteckte Sequenz) findet, überlegt es auch zweimal es anzuschauen. Kleiner Tip: Es hat etwas mit Fäkalien zu tun.

comments powered by Disqus