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Twinsmith: Alligator Years

Fröhlich grooviger Alternative (Pop-)Rock
Wertung: 6,5/10
Genre: (Pop-)Rock
Spielzeit: 37:38
Release: 08.05.2015
Label: Saddle Creek

Musik und Stimmung. Das sind zwei untrennbar verbundene Worte, beeinflussen sie sich doch konstant gegenseitig. Was den Promozettel angeht, so wird in diesem Fall ein charmant-surfiger Klang in Verbindung mit reflektierten Texten versprochen.

Dem ersten Punkt kann man dabei getrost zustimmen, den Texten stiehlt besagter Sound dann aber definitiv die Show. Macht aber eigentlich auch nichts, irgendwie haben es Twinsmith geschafft ihre Songs in einen derart charmant-fröhlichen Sound zu verpacken, dass einen die Lyrics auch nicht mehr wirklich interessieren – bisweilen werden sie stattdessen fast schon zu einem rhythmisch-melodischen Werkzeug, wichtig für die Stimmung, die Aussage bleibt aber nebensächlich.

Und das ist auch gut so, denn „Alligator Years“ lebt vor allen Dingen von seiner fröhlich beschwingten, etwas sorglosen Stimmung. Das Rezept für diesen Sound lautet dabei Minimalismus. Oft reichen eben ein simpler Schlagzeuggroove, eine zurückhaltende Unterstützung vom Bass und sorgfältig eingestreute Gitarrenlicks, um Begeisterung hervorzurufen, für die andere Formationen ganze Orchester rekrutieren. Dabei soll letzterem unter gar keinem Umstand der Wert abgesprochen werden, schließlich reden wir hier von einem Unterschied wie Tag und Nacht und schlussendlich haben beide Herangehensweisen ihren Charme. Twinsmith fallen aber nun einmal  in die erste Kategorie und beweisen mit „Alligator Years“, dass es oft eben wirklich nicht viel braucht, um den Hörer zum fröhlichen Mitwippen zu bewegen. Sei es beschwingter Pop mit einer fast schon verboten simplen Melodie wie beim Titletrack, eine ähnliche, aber etwas rockigere Version wie „Shut Me Out“ oder gar New Wave wie bei „Constant Love“. Gerade in den ersten paar Hördurchgängen macht das einfach verdammt viel Spaß.

Komplexe Arrangements? Fehlanzeige. Tiefgreifende, gesellschaftskritische Texte? Auch hiervon keine Spur. Stattdessen gibt es poppige Melodien, simple Arrangements und einfache aber gut tanzbare Rhythmen. Das klingt nach radiotauglichem Einheitsbrei, ist es aber dann irgendwie doch nicht. Und selbst wenn doch, dass Twinsmith kurze, fröhlich groovende Songs schreiben die zum Mitwippen anregen und einem zwangsläufig ein entspanntes Lächeln aufs Gesicht zaubern, kann und sollte ihnen nun wirklich niemand vorwerfen. Bei „Alligator Years“ sollte man einfach etwas weniger denken und etwas mehr genießen. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem einem das Album dann doch zum Hals raushängt. Und aller Fröhlichkeit zum Trotz lässt dieser Moment aufgrund der simplen Arrangements dann doch nicht allzu lange auf sich warten. 

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