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Twilightning: Swinelords

Solide, unterhaltsame und abwechslungsreiche Metalscheibe.
Wertung: 7.5/10
Genre: klassicher Metal/Heavyrock
Spielzeit: 44:55
Release: 27.04.2007
Label: Spinefarm Records

Was bitte sind „Swinelords“?

Und noch eine Band aus Finnland. Twilightning liefern mit „Swinelords“ ihr viertes Werk ab. Alles wichtige zur Band findet Ihr ausführlich in der Rezension zur EP „Bedlam“. Einzige Neuerung: Inzwischen werkelt man ohne Keyboarder. Der ist einfach so gegangen. Folglich beschlossen die verbliebenen Fünf, ohne Tastendrücker weiter zu machen, mehr so back to the roots.

Um bei der Wahrheit zu bleiben – nach Durchlauf Nummer eins konnte ich mit diesem Silberling nichts anfangen. Nur das erste Stück hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. Der Rest rauschte an mir vorbei. Da ich mit Metal (außer Dream Theater, Threshold und Kamelot) nichts mehr am Hut habe, blieb nur der harte Weg. Neuer Termin, viel Zeit planen und die Kopfhörer übergestülpt. So gewappnet, drehte die CD ganze fünf Runden hintereinander weg. Und siehe da, von Mal zu Mal wurde sie besser. Geht doch!!!

01. "Isolation Shell" – genial - klassischer Metalsong mit toller Melodie, geilem Riffing und ’nem Mittelteil, in dem die Akustikaxt ausgegraben wird, um mit Einsprengseln aus Folk und Flamenco zu glänzen, erinnert mich an Pretty Maids zu Zeiten von „Red, Hot & Heavy“ anno 1985

02. "Swinelord" – solide/gut – munter flockiger Heavyrocker, wie ihn Def Leppard anno 1983 auf „High & Dry“ auch nicht besser hingekriegt hätten

03. "Reflection Of The Cuckoo" – sehr gut – schöner verspielter und leicht progressiver Start, der dann zu einem Wechsel von Midtempo-Strophe und erstklassiger Speedgranate mutiert, schöne Grüße von Dream Theater und Fates Warning

04. "Vice Jesus" – solide/gut – wer glaubt, eine Mischung aus Saxon, Judas Priest und Iron Maiden jeweils in ihren seligen Anfangstagen sei unmöglich, der höre sich dieses Liedchen an, gelungener Mix

05. "Pimps, Witches, Thieves & Bitches" – sehr gut – ab in die Endsiebziger heißt es hier, bluesgetränkter Heavyrock (Whitesnake!?); toller Mittelteil, in dem die beiden Klampfer sich herrlich duellieren und gleichzeitig die Bälle zuspielen; textlich sehr interessant, da eine Kritik an MTV, Fernsehen etc.

06. "The Gun" – gut/sehr gut – Grundaufbau und Strophe erinnern mich an Accept (in ihren glücklichen und erfolgreichen Anfangstagen), beim Gesang läßt olle Rob Halford von den Priestern grüßen und die Bridge als auch der Refrain stünden Dream Theater hervorragend zu Gesicht

07. "Not A Word" – sehr gut – eine von Akustikgitarre/n dominierte „schweine“-gute Ballade mit Steel – Gitarren – Tupfern und einer leicht verfremdeten Stimme, die direkt unter die Haut geht

08. "Consume Gap" – gut/sehr gut – ein wackerer Midtempo – Heavyrocker, der erneut Dream Theater und Fates Warning – Anleihen enthält, aber trotzdem zu begeistern weiß

09. "With The Flow" – sehr gut/genial – progressiver als alles bisher Vorgetragene; versetzte Takte, Double-Bass-Einschübe und eine leicht düstere Atmosphäre prägen den Song, zur Erholung gibt es einen ruhigen, wunderschönen Refrain und als Auflockerung im Mittelteil ein Duell zwischen Schlagzeug und Gitarre unterlegt von einem grollenden Bass

10. "Wounded & Withdrawn" – sehr gut – Dream Theater–like Halbballade, die perfekt auf deren Album „Awake“ gepasst hätte und erneut mit akustischen Anteilen zu glänzen vermag

Handwerklich und musikalisch geht die CD voll in Ordnung. Mit der Eigenständigkeit ist es so eine Sache. Mich stören die unterschiedlichen Einflüsse nicht. Ganz im Gegenteil – ich finde es erfrischend, diese so verbunden zu sehen. Das verbindende Element zwischen allen Songs ist die Stimme von Sänger H.M.I.Pöyhiä, der ein kraftvolles Organ besitzt und sehr sauber intoniert. Ob das reicht, um an Bekanntheit zu gewinnen – mal sehen. Abschließend sei angemerkt, dass die Produktion außerordentlich klar und druckvoll ist. Keine dieser mit endlosen Spuren zugematschte Bombastkiste.

Ich wünsche den „zwielichtigen“ Herren viel Glück.

Fazit: Solide, unterhaltsame und abwechslungsreiche Metalscheibe für alle, die es ohne Keyboards lieber mögen. Der Rest darf natürlich auch zugreifen.

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