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Turisas: Stand Up And Fight

Erik der Rote vs. Das Phantom der Oper: kurios, aber kreativ
Wertung: 9/10
Genre: Symphonic Folk Metal
Spielzeit: 46:19
Release: 25.02.2011
Label: Century Media

Wikinger! Ein Thema, das besonders in den letzten Jahren viel an Popularität hinzugewonnen hat und so schnell nicht mehr aus dem Folk Metal wegzudenken ist. So gut wie diese starken Männer aus der Vorzeit zu dem Ausdruck der Metalszene passen, so viele Bands widmen diesen Sagenhelden auch Album für Album. Dabei sind nicht nur junge Bands von dieser Thematik angetan, auch Bands wie Turisas, die schon 14 Jahre auf dem Buckel haben, berichten von den alten Legenden und lassen sie musikalisch aufleben.

Das neue Album „Stand Up And Fight“ bildet hier keine Ausnahme und stellt gleichzeitig eine Fortsetzung zu dem vorhergehenden Album „The Varangian Way“ dar. Und tatsächlich: Musikalisch ist das neue Album hörbar an den Vorgänger angelehnt – aber eben auch nur angelehnt. Turisas durchbrechen mit „Stand Up And Fight“ neue Grenzen und kreieren ein Werk, welches auf Anhieb keinen Vergleich zulässt.

Traditionelle Folklore trifft auf ein überwältigend professionelles Orchester, gewürzt mit einer guten Prise Heavy Metal. Das Orchester besticht nicht nur durch seinen vollen Klang, sondern auch durch seine vielen Details und verleiht dem Album neben einer sehr erhabenen Atmosphäre auch viel Dramatik und sogar Romantik. Streicher und Bläser werden spielerisch mit E-Gitarre und Keyboard vermischt und bilden so ein wildes Ganzes. Der Heavy-Metal-Anteil fällt im Großen und Ganzen Turisas-typisch solide aus und lässt auch einen kurzen Abstecher in den Power Metal nicht aus („Take The Day!“).

Aber das ist längst noch nicht alles. Bei „Stand Up And Fight“ kommen auch Chorgesänge zum Einsatz, die stilistisch sehr vielseitig sind. Mal traditionsbewusst wie in „The Great Escape“ oder „The Bosphorus Freezes Over“, dann wieder dramatisch-opernhaft wie in „End Of An Empire“. Bei diesem Album wurde viel experimentiert - und das mit Erfolg! Zu den ausladenden Chorpassagen kommen die altbekannten Vocals von Mathias Nygård, die nicht nur Shouten, sondern auch das Talent besitzen, mystische Textpassagen darzubieten.

Bei „Stand Up And Fight“ muss man sich aber darauf gefasst machen, dass dieses Album bei weitem nicht so hart ausfällt wie die vorherigen Alben dieser Band. Es wurde nicht nur an den Instrumenten des Metal gespart, auch die Shoutings von Mathias fallen bei diesem Album sehr spärlich aus. Viel mehr Wert wird hier auf die genannten Textpassagen und besonders auch auf cleane, Musical-ähnliche Vocals gelegt. Ihren absoluten Höhepunkt erreichen diese bei dem Song „End Of An Empire“, welcher nicht nur nach musikalisch untermaltem Theater klingt, sondern den Bogen auch zeitweise deutlich überspannt und so eine große Portion romantischen Kitsch enthält. 

Insgesamt klingt das Album weniger wie eine klassische Metal-Scheibe, sondern eher wie der Soundtrack zu einem Musical, in dem Erik der Rote mit dem Phantom der Oper Hand in Hand über das Schlachtfeld stolziert. Eine kuriose, wenn auch überzeugend dargebotene Mischung, die klangtechnisch für sich allein steht.

Mit „Stand Up And Fight“ bekommt man somit keinen leidigen Viking-Einheitsbrei, wie er leider in den letzten Jahren viel zu oft auf den Markt geworfen wurde. Es handelt sich aber auch nicht um eine Scheibe, die man vom ersten Moment an vergöttert. Die CD von Turisas ist zwar glorreich inszeniert, ringt dem Hörer aber zunächst eine Gewöhnungsphase ab, bevor man die Stärken des Albums zu schätzen weiß.
Doch gerade diese gewöhnungsbedürftige Exzentrik des Albums ist nicht nur Minus- sondern auch Pluspunkt. Denn Turisas schaffen eine Neuinterpretation des Themas, welches alle Hörer, die diesem bereits überdrüssig geworden sind, wieder aufhorchen lassen wird. „Stand Up And Fight“ wird dabei vielleicht nicht jedermanns Nerv treffen, sie ist aber unumstritten kreativer als viele der „Viking-Metal“-Scheiben, die einem um die Ohren geworfen werden und allein für diese Abwechslung lohnt es sich, das Album einmal anzuspielen – ob man Musicals nun mag oder nicht.

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