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Tunes of Dawn: Goodbye Cruel World

Schöner Goth-Rock, aber nur wenige neue Akzente
Wertung: 7.5/10
Genre: Goth-Rock
Spielzeit: 52:14
Release: 08.10.2010
Label: Neo Bob-Media (Sony Music)

Die vier smarten Berliner machen sich erneut auf und bringen mit „Goodbye Cruel World“ ihr mittlerweile drittes Album heraus. Tunes of Dawn kündigen sowohl mit dem Albumtitel, als eben auch mit ihrem Bandnamen ein perfekt passendes Album für die kommenden Herbsttage an: Dunkler, melancholischer, aber auch experimenteller Goth-Rock.

Tunes of Dawn machen nicht nur Rock, sie experimentieren mit elektronischen Splittern, zeigen sich von der sensibelsten, nämlich akustischen Seite und machen auch nicht Halt davor, Texte zu vertonen, die nach einem finnischen Amoklauf entstanden sind. Mit „Goodbye Cruel World“ haben Tunes of Dawn es geschickt geschafft, ihre ersten beiden Werke kunstvoll zu vereinen und so etwas Neues und doch gut Bekanntes zu schaffen.

Die neun Stücke auf „Goodbye Cruel World“ behandeln Themen wie Selbstmord, Tod oder eben die Reaktionen auf einen Amoklauf und zeigen so auf, dass Tunes of Daw mehr zu sagen haben. Dass dem so ist, wird auch durch die beiden Bonustitel „Divine“ und „If I Die Today“, die in ihrer akustischen Version aufzeigen, dass die vier Berliner noch lange nicht alles von sich gezeigt haben.

Der erste Song zeigt direkt die Richtung auf. „Suicide Challenge“ beginnt elektronisch, wird aber direkt von kraftvollen Gitarren unterstützt und dennoch bleibt der elektronische Faden vorhanden und unterstützt so die Thematik des Selbstmordes. Hier wird nicht etwa der Selbstmord als Mittel anerkannt, es wird im Gegenteil kritisch angemerkt, dass sich die Welt auch "ohne dich2 weiterdreht. Traurig? Ja! Melancholisch? Und wie! Düster? Etwas Neues? Nein! Auf jeden Fall! Hagen Schneevoigt bringt seine Stimme derart in den Vordergrund, dass sie einen nur berühren kann.

„Refuse Resist“ beginnt mit dem Laden eines Maschinengewehrs und zieht so die Aufmerksamkeit des Hörers direkt auf den Text. Der Song ist die Vertonung eines Textes, der, wie bereits erwähnt, nach einem finnischen Amoklauf entstanden ist. Hier wird sowohl die Seite des Amokläufers, als auch die Seite der Opfer beleuchtet. Die Hilfe, die vorher nicht da war, macht aus einem Menschen, das meist Gefürchtete. Nämlich einen, der nicht bereit ist, allein in den Tod zu gehen.

Auch das dritte Stück muss man anhören und hört man es einmal, scheint man es von irgendwoher zu kennen. Gewidmet ist „Upon My Grave“ Pete Steele und macht die Gedanken derer deutlich, die den Tod vor Augen haben. Im Booklet selbst wird Pete Steele der finale Frieden gewünscht.

„A Warm Sigh At 6C“ ist eine wunderschöne Ballade. Die Stimme Hagens ist derart traurig, wenn er von der Liebe, die gefunden wurde, singt. Es ist das perfekte Stück, für unendlich dunkle Herbstabende. Dass ihnen die elektronische Seite liegt, zeigen Tunes of Dawn nicht nur mit dem Einsatz elektronischer Fasern, sondern auch mit dem Zeromancer-Cover „Cupola“. Sie zeigen eine etwas rockigere Version des Hits und die melancholische Stimme schafft es, dass der Hörer sich in Gedanken verliert. Leider nimmt es dem Orginal auch die Power und wirkt so sehr schnulzig, was „Cupola“ eben nicht verdient hat.

Mit dem Album „Goodbye Cruel World“ zeigen Tunes of Dawn wieder, dass mit ihnen zu rechnen ist und dass sie gerne experimentieren. Leider passiert es so auch, dass ihre Musik wenig einzigartig klingt. An vielen Stellen hat man mehr das Gefühl, einen HIM-Ableger im Laufwerk zu haben, als das Album einer individuellen Goth-Rock-Band. Die Texte, die schmerzvolle Themen behandeln, sind bis auf „Refuse Resist“ eher flau. Die Ansätze sind gut, der Weg sollte Richtung mehr Individualität gehen, um so wirklich auf sich aufmerksam zu machen.

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