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Tumor: Welcome back asshole!

Irgendwo mittendrin
Wertung: 8/10
Genre: Industrial, Noise
Spielzeit: 62:10
Release: 07.03.2005
Label: Out Of Line

Nachdem das letzte Tumor Album "Zombienation" (anno 2002) teilweise gehörig mit nicht unberechtigter Kritik zu kämpfen hatte (sollte das nun wirklich Tumor sein, oder hat man versehentlich alte Terminal Choice Aufnahmen gefunden und lediglich mit einem etwas schnelleren und härteren Bass unterlegt?), geht Mastermind Chris Pohl mit dem aktuellen Output wieder teils neue Wege, die u.a. gar nicht mal so schlecht und falsch sind...

Chris Pohl hat Tumor öffentlich zuletzt immer wieder gerne als „reines Spaßprojekt" bezeichnet, welches auch keine direkte Massage vermitteln soll , im Gegensatz zu seinen anderen Projekten Blutengel und Terminal Choice, sondern einfach lediglich „nur zum Feiern und Abtanzen" da sein soll...

Nun ja, etwas zwiespältig ist diese Aussage für mich, wenn man doch bedenkt das vor allem das Debüt-Album "Neues Fleisch (Operation 2)" (1998) so ein kranker, derber und brachialer Industrial & Noise Knaller war, der sich m.u. durchaus Gemeinsamkeiten mit den ersten :Wumpscut: Alben gefallen lassen kann, was die Grundstimmung, (Film-)Samples und Thematiken angeht (Tod, Krieg, Zerstörung, Apocalypse usw.)... Also im Grunde alles andere als spaßig!

Das zweite Album "Seelenfresser" (1999) drosselte dagegen bereits das brachiale Tempo und den extrem schranzigen Industrial Sound schon etwas und lehnte sich in den Samples und (Grund-)Thematiken mehr an Horror- und Splatterfilmklassikern an. Aber immer noch durchaus düster, hart und genial im Endergebnis!

Nur kam dann (wie schon weiter oben erwähnt) im Jahre 2002 das Album "Zombienation" auf den Markt. Und das (Ursprungs-)Projekt Tumor konnte als solches nicht mehr wirklich ernst genommen werden. So musste sich Chris Pohl dann auch gleichzeitig den m.u. gerechtfertigten Äußerungen konfrontiert sah, das es einfach nicht wirklich immer vorteilhaft ist „auf verschiedenen Hochzeiten gleichzeitig tanzen zu wollen" (gemeint sind damit seine vielen, verschiedenen Tätigkeiten/Projekte und deren musikalische Symbiosen untereinander).

Aber wie ist nun der aktuelle Output "Welcome back, asshole!" geworden? Nun, im Grunde hat Chris Pohl es wirklich wahr gemacht und Tumor zum Spaßprojekt degradiert, was aber in Anbetracht dieser Platte nicht wirklich (komplett) negativ anzusehen ist: , Man kann dieses Album in drei Faktoren und Gruppen gliedern:

1) Die Kategorie im Stile der "Ur-Tumor-Songs" (also harter Industrial und Noise): "Sonntagsfreude" (was für ein (Song-)Titel!), "Arschloch", "Activate your fear", "Endzeit"

2) Die Mischung "Tumor meets Terminal Choice" (wie bei der "Zombienation", allerdings in diesem Bereich hier zum Glück gewaltig zurückgedreht!): "Raising hell",  "Jesus Christ"

3) Und letztendlich die "reinen Spaß- und Abtanz Songs": "What´s it all about?" (Welches eine ziemlich witzige, sarkastische und passende Definition des (aktuellen!) Projektes Tumor darstellt. U.a. mit gelungenen „Gastauftritten“ von ASP, Kaaja Hoyda (Stendal Blast) und Kevin (Ncor) als Tüpfelchen auf dem i), "Keine Party", "Showtime", "Killer TeKKKno" (Oh Gott! Tumor vs. Scooter!! Der Song ist im Grunde so ein Mist, dass er fast schon wieder genial ist... Auf alle Fälle aber ein sehr krachiger und technoider "Gute-Laune-und-mitsing-Song, welcher es bereits schon vor offizieller Album VÖ. (durch die auf lediglich 1000 Einheiten limitierte “Killer TeKKKno“ EP) seinen Weg in die Öffentlichkeit und Clubs fand), "Endstation", "Fuck you, everybody", "The Tumor Lied" (Welches auch wieder herrlich ironisch und witzig daherkommt und als Gastmusiker ebenfalls wieder Kaaja Hoyda aufweisen kann.)

Nun gut... Insgesamt also 13 Songs mit einer Gesamtspielzeit von insgesamt 62:10 Minuten auf diesem Album, welches von den Grundthematiken und Stimmungen m.u. doch sehr unterschiedlich daherkommt. Aber dennoch: Auch dieses Album hat leider nicht mehr ganz die Klasse der ersten beiden Tumor Werke, aber ist immer noch Lichtjahre besser als sein Vorgänger “Zombienation“.

Somit steht "Welcome back, asshole!" irgendwo mittendrin und ist doch irgendwo wieder ganz anders geartet (eben durch die offensichtlichen spaßigen und gelungenen, ironischen Einflüsse). Mir gefällt das Album in jedem Falle wirklich gut und hoffe aber dennoch zugleich, das (für evtl. noch folgende Alben) es doch wieder etwas düsterer, härter und dreckiger zur Sache geht und nicht mehr gar so witzig und verspielt.

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