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Tsorer: Return To Sodom

Black Metal der norwegischen Schule... aus "Israhell"
Wertung: 7/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 40:02
Release: 27.08.2010
Label: Black Hate

Es liest sich schon sehr witzig, wenn das erste Wort aus dem Infoblatt ein herzhaftes „ARGGHHH!“ ist. Das bezieht sich aber natürlich nicht etwa auf mangelnde Qualität dieser Veröffentlichung, sondern eben darauf, dass Tsorer Black Metal spielen. Als Einflüsse werden Bands wie Katharsis, die alten Darkthrone und die noch älteren Bathory angegeben. Darkthrone ist auch ein gutes Thema, denn Fenriz selbst lobte die Band aus Israel (oder wie es ganz sinnig genannt wird „Israhell“) in seinem Blog ausführlich. Wobei „Band“ den Nagel nicht ganz auf den Kopf trifft (das sollte kein schlechter Witz sein, lieber Kollege David), denn Tsorer besteht nur aus einem Mann namens Tom Davidov.

Das Coverartwork (und mein voran gegangener Absatz) verraten es bereits: Black Metal ist hier angesagt. Und zwar der, der vor gut zwanzig Jahren vor allem in nordischen Gefilden äußerst populär war. „Return To Sodom“ ist kultig primitiv, rumpelt teilweise wie zu besten Venom-Zeiten und versprüht dabei auch ständig diese misanthropische Stimmung, die Black Metal braucht. Trotzdem gelingt es Tom Davidov Tsorer einigermaßen eigenständig zu gestalten, was bei diesem stilistisch eng gesteckten Rahmen eine beachtliche Leistung ist. Ihm gelingt es immer wieder, psychedelische Elemente der 70er Jahre in das raue Black Metal-Gewand zu kleiden, ohne dabei den Sound zu verwässern. Das verlangt Respekt.

„Return To Sodom“ ist tief im Underground verwurzelt, darüber muss man sich im Klaren sein. Wer sich daran stört, dass kleine Spielfehler und eine knarzende Produktion zum Black Metal der alten Schule dazu gehören, sollte weiter Dimmu Borgir hören (die aber auch ihre Daseinsberechtigung haben, keine Frage). Der scheppernde Opener „Misanthrope“ ist jedenfalls nicht für ihre Ohren gemacht. Dass einem sympathisch-kauzigen Typen wie Fenriz dabei aber das Herz aufgeht, kann ich sehr gut verstehen. Dieses Album gleicht einer Zeitreise und schafft den Spagat zwischen Heldenverehrung und einer eigenen Identität. Eine verdrehte Soundcollage wie „End“ oder den Schluss von „Dreamer“ muss man erstmal so hinbekommen.

Dazu gesellen sich weitere Großtaten, die mit vielen kleinen Details aufwarten, die zu entdecken es sich lohnt. Ähnlich wie es Darkthrone in letzter Zeit oft tun, baut man auch bei Tsorer Dinge ein, die nur beinharte Fans auf Anhieb erkennen. Tsorer gehen dabei aber ungleich härter zur Sache, als ihre norwegischen Vorbilder. „Old“ klingt zum Beispiel wie eine Mischung aus Bathory und Celtic Frost.

Fazit: Dieses Album wird nur wenigen Fans gefallen. Die aber sollten ihre helle Freude mit „Return To Sodom“ haben. Ein authentisches Old School-Album mit einer punkigen Attitüde, stellenweise herrlich schräg gekeiften Vocals und wirren Arrangements erscheint jedenfalls nicht mehr alle Tage. Die psychedelischen Einflüsse geben dem Ganzen dann noch eine besondere Note, werden allerdings niemals überstrapaziert. Entdecken lohnt sich.

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