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TrollfesT: Villanden

Musikalischer Wahnsinn
Wertung: 8.5/10
Genre: Humppa Viking Metal
Spielzeit: 37:31
Release: 09.01.2009
Label: twilight

Drei Jahre nach ihrem letzten Album melden sich Trollfest zurück: „Villanden“ ist ein Album voller Überraschungen – und voller Wahnsinn. Von letzterem zeugt bereits die „genetisch modifizierte Teufelsente“, die das Cover der CD ziert.
Dem Hörer wird feinster Humppa Viking Metal geboten, gewürzt mit progressiven Elementen und einem gehörigen Schuss Komik.

„Wo bin ich jetz aufgewacht?“ ist ein passender Titel für den Opener des Albums – ein instrumentales Intro bestehend aus ruhigem Folk, der teilweise der bulgarischen Ecke zugeordnet werden kann – von Viking Metal noch keine Spur.

Das ändert sich beim folgenden Song „Der JegerMeister“: Folklore unterlegt mit Blastbeats vom Schlagzeug. Die Gitarren haben hier eher eine Gastrolle, dies ist aber auch gut so: Sänger Trollmannen füllt den Song zusammen mit den Folkloreinstrumenten sehr gut aus.

Beim Titeltrack „Villanden“ ist dies etwas anders: Hier sind die Gitarren von Anfang an gut präsent und läuten einen abwechslungsreichen Song ein. Ist der erste Teil vor allem gitarrenbasiert, kommen später ganz andere Klänge hinzu: Der Sänger setzt aus und macht Platz für eine Trompete – gemischt mit dem Gastauftritt der quakenden Ente vom Cover. 

„En Ny Erfaring“ fällt komplett aus dem Rahmen: Musikalisch ist es die Nummer auf einem Level mit Musik, wie man sie in einer Landschaftsdokumentation über Bayern und die Alpen erwarten würde; einfache, ruhige Volksmusik, wäre da nicht der verzerrte Gesang. Alles in allem wirkt der Song jedoch nicht störend, sondern er fördert die Abwechslung – und ist sicherlich für einige Lacher gut.

Mit „Die Kirche undt der Mache“ endet das Album nach kurzen 37 Minuten würdevoll: Der siebenminütige Track besteht aus mehreren Teilen: So ist er zu Anfang schnell und hart, in einem Tempo, zu dem man unwillkürlich schon den Kopf bewegt. Nach einem langsameren Zwischenteil, der teilweise fast schon Doom-Charakter hat, fällt die Band noch einmal kurz zurück in die ursprüngliche Geschwindigkeit – um dann, wie es scheint, den Song in einem ruhigen Folk-Outro zu beenden. Auf dieses folgt allerdings überraschenderweise noch ein weiterer Teil, der ebenfalls aus langsamem Folk besteht.

„Villanden“ ist ein starkes Album, welches nur eine große Schwäche hat: Die kurze Spielzeit von 37 Minuten. Die Songs sind allesamt stark, abwechslungsreich, Trollfest-typisch chaotisch und verrückt – und dabei eine Freude beim Zuhören.

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