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Trixsi: Frau Gott

Schrullig, laut und gut
Wertung: 8/10
Genre: Alternative / Rock
Spielzeit: 39:55
Release: 26.06.2020
Label: Glitterhouse Records

Mit „Frau Gott“ präsentieren Trixsi ihr Debütalbum, welches allerdings gegenüber anderen Erstlingswerken einen großen Vorteil bietet: Hier vereinigen sich ein paar Jahrzehnte Banderfahrung. Aus Mitgliedern von Herrenmagazin, Love A, Jupiter Jones und Findus bestehend, stellt sich natürlich sofort die Frage, wie das Ganze wohl klingen mag.

So wirkliche Vorstellungen hat man dementsprechend im Vorfeld nicht, aber eigentlich gibt der Opener „Jana Lüttich“ schon die beste Vorschau auf die vierzig Minuten: Denn so gewöhnungsbedürftig der Einstieg, so eigenwillig und schwer einzuordnen ist auch das gesamte Album. Irgendwo zwischen Alternative, Rock mit poppigen Tendenzen und Punk-Einschüben, stellen die fünf Herren einen Silberling bereit, der nachdenklich, witzig, persönlich und vor allem absolut facettenreich daherkommt. Und wenn aus ihren Kreisen der Hinweis kommt, dass man auch mit dem Begriff Deutsch-Rock irgendwie leben könnte, ist dies durchaus nachzuvollziehen, zumal sie dieses Genre mit der gesellschaftskritischen Attitüde ordentlich aufmischen könnten.

Nun sollte man aufgrund der ersten geschickten Lorbeeren allerdings nicht auf den Gedanken kommen, dass „Frau Gott“ Liebe im ersten Durchlauf ist, vielmehr sollte man den elf Tracks doch ein paar Umläufe mehr geben, denn etwas Eingewöhnungszeit ist hier nicht abkömmlich. Mal fühlt man sich von der eigenwilligen Stimme eines Jörkk Mechenbier irritiert, der sich übrigens in Hochform durch „Autobahn“ kreischt, dann zieht der desillusionierende Titelsong mal ganz nach unten und wenn man sich irgendwann auf der nachdenklichen Seite wähnt, knallen die Herrschaften einen paar Saitenwände vor den Latz, dass einem ganz schwindlig wird. Gerade ein Song wie „Menschen“ lässt die Spannungskurve steil nach oben gehen.

Ganz am Ende gibt es mit „IroCityExpress“ noch einen knackigen Punk-Song auf die Ohren, der nicht nur fett auftrumpft, sondern auch noch über eine gute Portion Ironie verfügt. Insgesamt ist mit „Frau Gott“ ein Werk gelungen, an dem sich zwar die Geschmäcker sicher scheiden, welches neben der Abwechslung aber auch noch ansprechende Lyrics zu bieten hat. Und letztlich macht die etwas anhaftende Kauzigkeit „Frau Gott“ zu etwas Besonderem.

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