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Trivium: In Waves

Die Wellen schlagen hoch
Wertung: 8.5/10
Genre: Heavy Metal, Thrash Metal, Metalcore
Spielzeit: 51:20
Release: 05.08.2011
Label: Roadrunner Records

Lange belächelt und als seelenlose Metalcore-Band abgestempelt, haben Trivium in letzter Zeit und vor allem mit ihrem letzten Album „Shogun“ viele dieser Stimmen verstummen lassen und endgültig bewiesen, dass sie eine eigenständige, talentierte junge Band sind, die das Zeug hat, sich an die Spitze des modernen Metals zu spielen. Drei Jahre nach dem letzten Album kehrt die Truppe aus Florida nun zurück und hat mit „In Waves“ erneut einen veränderten Sound mit neuen Facetten im Gepäck, der doch unzweifelhaft als Trivium identifizierbar ist.

Obwohl die epische Ausrichtung von „Shogun“ einer etwas direkteren Herangehensweise gewichen ist, sind die Grundzutaten dieselben geblieben: Riffing zwischen Thrash, Metalcore und traditionellem Heavy Metal wird mit Matt Heafys variablem Gesang und einem gelegentlich progressivem Anstrich ergänzt, wobei die meist sehr eingängigen Refrains sich seit dem Debüt noch immer gehalten haben und ein wichtiges Element der Musik ausmachen. Gleichzeitig konzentriert man sich phasenweise aber auch auf die kompromisslosere Komponente des eigenen Sounds und präsentiert so einige der härtesten Songs der Bandgeschichte. Fundamental ist jedoch in erster Linie das herausragende Songwriting, das mit viel Dynamik jeden Track interessant hält und fließende Wechsel zwischen den vertretenen Stilen ermöglicht, die bei so vielen anderen Bands im modernen Metal aufgesetzt und erzwungen wirken.

Wie effektiv das funktionieren kann, beweist gleich zu Beginn der Titeltrack „In Waves“, in den das starke Intro „Capsizing The Sea“ fließend übergeht. Ohne Umwege kracht das schwere Mainriff zu Matts „In Waves“-Schreien aus den Lautsprechern und kehrt zwischen den melodischen Parts, die geschickt bis zum Schluss um kleine Details erweitert werden, wieder. Eine dramatische Bridge mit anschließendem Solo fehlt selbstverständlich auch nicht, wobei das Gitarrenduo Heafy und Beaulieu einmal mehr demonstriert, dass es zu den begabtesten seiner Zunft im neuzeitlichen Metal zählt. Diesem simplen, aber optimal durchdachtem Schema folgen Trivium über weite Teile des Albums und können sich zwar so einer gewissen Vorhersehbarkeit nicht entziehen, setzen ihr Können und ihren charakteristischen Stil aber perfekt in Szene: Songs wie „Black“ oder „Inception Of The End“ werden dank des unwiderstehlichen Riffings und Matts abwechslungsreichem Gesang zwischen melodischen Momenten, James-Hetfield-artigen Shouts und Metalcore-Screaming einfach nicht langweilig und überzeugen durch eingestreute kleine Auflockerungen wie den Blastbeat im letztgenannten Song.

Statt aber durchgängig den gleichen Kurs zu fahren, hat die Band auf „In Waves“ auch genügend Material eingebaut, das den Signatursound ausweitet und stellenweise auch neue Wege erschließt. Überraschend brutal geben sich Trivium so auf „Dusk Dismantled“, bei dem gänzlich auf klaren Gesang verzichtet wird und eine bedrohliche, zum Cover passende Atmosphäre aufkommt, die vor allem den donnernden Thrash-Riffs und der Death-Metal-Passage inklusive Doublebass und Shredding, der ein pfeilschnelles Gitarrensolo vorausgeht, zuzuschreiben ist, während „Chaos Reigns“ mit seinen niederwalzenden Riffs und den heiseren Schreien gar wie ein Slayer-Tribut anmutet. Auf der anderen Seite stehen hingegen Tracks wie „Watch The World Burn“, der Metalcore-Kracher „Built To Fall“ oder das mit einem Indie-Intro eingeleitete „Forsake Not The Dream“, die zwar speziell in den Refrains jede Menge Ohrwurmpotential vorzuweisen haben, mit Melo-Death-beeinflusstem Gitarrenspiel aber stets eine metallische Grundausrichtung bewahren.

Neben „Caustic Ties That Bind“, in das gekonnt ein balladesker Part und ein Iron Maiden-huldigendes Solo eingebaut wurde, zählt das Album-Finale „Of All These Yesterdays“ zu den Höhepunkten auf „In Waves“: In Melodieführung und Gesang an Opeth erinnernd, fährt Matt hier nicht nur seine beste Leistung am Mikrofon auf, sondern beweisen Trivium mit dem melancholischen Stück auch, wie weit fortgeschritten sie inzwischen als Songschreiber sind – angefangen bei den mit Kopfstimme und akustischer Gitarre ausgestatteten ruhigen Passagen bis hin zum dramatischen Solo und einigen härteren Momenten gelingt es der Band hier in vergleichsweise kurzer Zeit, einen enorm variantenreichen und mitreißenden Song auf die Beine zu stellen.

Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger „Shogun“ zieht „In Waves“ zwar den Kürzeren, nichtsdestotrotz stellt das Album jedoch einen würdigen Nachfolger dar, der vor allem mit seiner Vielseitigkeit und dem hervorragenden Songwriting glänzen kann. So zeigen sich Trivium erneut als gereifte und ebenso technisch versierte wie leidenschaftliche Band, die modernen Metal mit dem Sound ihren alten Helden verbindet wie kaum eine zweite Truppe. Auch diejenigen, die sich Trivium bisher verschlossen haben, sollten demnach „In Waves“ nicht an sich vorbeigehen lassen - Fans der Band können mit diesem Album sowieso nichts verkehrt machen.

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