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Trinacria: Travel Now Journey Infinitely

Genie und Wahnsinn gehen Hand in Hand
Wertung: 4/10
Genre: Experimental Metal
Spielzeit: 47:13
Release: 16.05.2008
Label: Indie Recordings

Aufgrund der in die Band involvierten Größen der norwegischen Szene war ich anfangs voller freudiger Erwartung ob dieses Releases, welches immerhin Ice Dale, Grutle Kjellson, Ivar Bjornson (alle Enslaved), Maja S.K.Ratkje, Hils Sofie Tafjord (beide Fe-mail) sowie Espen Lien beinhaltet. Doch das, was man da zu hören bekommt, diesen Hybrid aus Extreme Metal und Noise, ist zu größten Teilen alles andere als eine Bestätigung meiner positiven Erwartungen.

Ein recht unspektakulär klingendes Riff im das Album eröffnenden „Part I: Turn-away“wird in bis zum Erbrechen wiederholt. Dazu gibt es im Hintergrund Geflüster und irgendwann ab ca. Minute 3:30 gibt es dann sogar noch ein paar gegrowlte Worte. Gegen Ende des Songs hin wird es vor allem durch die Arbeit an der Schießbude auch mal ein wenig heftiger, doch das war´s, mehr passiert hier nicht.

Dann: Ein Riff, dazu auch sogar noch ein wenig dissonant klingend. Unterbrochen wird dieses Riff dann immer wieder durch ein Rauschen, wie man es vorfindet, wenn man im Radio nach einer besseren Frequenz sucht. Dazu kommt dann auch noch der absolut zum Song passende Titel „Part II: The Silence“(Achtung, Ironie!). Hinzu gesellen sich schrecklich verzerrte Klänge aus dem tiefsten Herzen der Noise-Szene. Ah, ein Part, in dem geflüstert wird und so etwas wie eine wage Songstruktur unter all dem Chaos hervorlugt … welch eine Wohltat…Doch zu früh gefreut, denn schon geht es weiter mit flotten Drums, Dissonanzen in der Melodie und gequälten Ohren für mich.

Schrecklich verzerrte Gitarrren zeugen vom folgenden Song „Part III: Make No Mistake“. Da die Drums hier ganz gut was wegknüppeln, hat man von der Songstruktur her doch Hoffnung, dass dies dann mal endlich ein „richtiger“ Song werden könnte. Noisetechnisch wird auch hier wieder richtig auf die Kacke gehauen, daher geht auch dieses Stück dann mit fortschreitender Dauer einfach nur auf die Nerven.

Jeder ruhige Ton, der nun an meine Ohren gelangt, ist mittlerweile nach diesem ganzen Geschrammel eine Wohltat. So beginnt “Part IV: Endless Roads” mit ebensolchen. Ich kann´s kaum glauben. Wäre zu schön gewesen, um wahr zu sein, denn nun ist es so, dass dieses Stück dafür mit grenzenloser Langweiligkeit glänzt. Zu allem Übel dehnt man diesen Song dann auch noch auf knappe neun Minuten aus.

Der vorletzte Song „Part V: Breach“ läuft mittlerweile und ich verspüre den dringenden Wunsch, die CD einfach aus dem Player zu holen und die Scheibe ganz nach hinten in meinen Schrank zu packen. Das Riff wird schon provozierend oft wiederholt, oder bin ich mittlerweile bloß ein wenig gereizt? Auch die Vocals, die hier schön fauchig in Szene gesetzt wurden, können nichts mehr rausreißen gegen den insgesamt einschläfernden Rest.

Die letzte Chance, doch noch bei mir zu punkten, hat das Album mit dem Titelstück “Part VI: Travel Now Through Journey Infinitely” erreicht. Diese engelsgleichen Frauenstimmen faszinieren mich sofort nach dieser Reise durch Chaos und Krach doch sehr. Neben den Growls stellen diese Engelsstimmen auch einen schönen Kontrast dar. Diese verzweifelten Schreie zum Songende hin treiben einem fast die Tränen in die Augen, wahnsinnig gut gemacht! Oh, wie ich nur wünschte, der Rest des Albums wäre nur auch in dieser Art und Weise präsentiert worden …ohne dieses ganze nervende Noise-Geplänkel beispielsweise.

Denn dass die Herrschaften es können, beweist dieses Stück recht eindrucksvoll, denn hier wird Gefühl transportiert. Gefühl, das den restlichen Songs fehlt. Ein verzweifeltes Gefühl; ein Gefühl, welches den Hörer mitleiden lässt und ihn in die tiefen Abgründe der Melancholie mit sich reißt. Warum nur, warum nicht mehr von Mucke dieser Richtung? Denn dies hier ist richtig großes Kino. Diesem Song allein gebührt die Höchstpunktzahl, die ich allerdings aufgrund des mehr als schachen Rests des Albums nicht vergeben kann.

Fazit: Die Presseinfo sagt, diese Scheibe werde die Hörer in zwei Lager teilen: Man wird sie lieben oder man wird sie hassen – doch auch eine Grauzone dazwischen gibt es, denn durch diesen endgeilen Titelsong stehe ich jetzt hier zwischen allen Stühlen, denn dies ist ein Glanzstück, während der Rest des Albums mehr als gewöhnungsbedürftig ist und mit Ausnahme des Titelsongs stellenweise arg an Lärmbelästigung grenzt. Tastet euch erstmal an den Titeltrack heran und hört euch erst dann den Rest an. Genie und Wahnsinn scheinen bei Triacria wahnsinnig nah beieinander zu sein!

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