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Tribulation: The Horror

Morbid Angel meets Slayer meets Necrophobic meets Black Metal
Wertung: 8/10
Genre: Death / Black / Thrash Metal
Spielzeit: 32:45
Release: 27.02.2009
Label: Pulverised Records

Mein lieber Herr Gesangsverein – was für ein gnadenloses Brett, das uns das schwedische Quartett Tribulation hier als Debüt vor den Latz knallt. Der Name, der übersetzt so etwas wie Kummer, Trübsal oder Schwermut bedeutet, könnte einen zunächst zwar möglicherweise aufs Glatteis führen, da man bei einer solchen Bezeichnung wohl eher auf Doom oder gar Gothic Metal schließen würde, doch schon die ersten Töne von „Crypt Of Thanatophilia“ belehren einen eines besseren. Das zuvor eröffnende Intro „Into The Jaws Of Hell“, in welchem dem Albumtitel gemäß an den Hitchcock-Klassiker „Psycho“ angelehnte Streicher erklingen, ist mit seinen lediglich 16 Sekunden wirklich nur ein kurzer Auftakt, bevor es richtig zur Sache geht.

Tribulation nämlich spielen alles platt walzenden Hochgeschwindigkeits-Death-Metal, der stark an ihre Landsleute von Necrophobic erinnert und hin und wieder mit einigen Thrash-Metal-Parts à la Slayer, vereinzelten Black-Metal-Passagen und einigen verrückten Gitarrenläufen der Marke Morbid Angel angereichert wurde.

Gerade Slayer und Morbid Angel werden als Haupteinflüsse genannt und besagtes „Crypt Of Thanatophilia“ ist auch gleich ein wunderbares Beispiel dafür, dass diese weiß Teufel nicht zu leugnen sind: Der Song klingt wie ein Bastard aus diesen beiden Bands. Das Riffing zu Beginn lässt an King, Hannemann und Co. denken, ab der Mitte jedoch driftet man dann deutlicher in Death-Metal-Gefilde ab, was auch die Blastbeats beweisen. Richtig gut gemacht sind hier auf jeden Fall die Tempowechsel, die den Songaufbau spannend halten und sogar ein paar unterstützende, hervorstechende Gitarrenmelodien gibt es zwischendurch zu hören, die sich glänzend einfügen.

In eine ähnliche Richtung gehen „Sacrilegious Darkness“ und „Seduced By The Smell Of Rotten Flesh“, die zwischen todesmetallischen und thrashigen Riffs hin- und herpendeln, während „The Vampyre“ und „Curse Of Resurrection“ weitestgehend straighte Death-Metal-Songs darstellen, bei denen recht primitiv und gnadenlos geholzt wird. Besonders erstgenannter ist ein Track der Rubrik „kurz und schmerzlos“: Eine dreiminütige Ballernummer ohne jeden Firlefanz – aufs Nötigste reduzierter Death Metal ganz alter Schule. Ganz anders dagegen „Spawn Of The Jackal“, bei dem die Band in Form mehrerer filigraner Gitarrensoli zeigt, dass sie auch etwas von Melodien versteht.

„Beyond The Horror“ und das abschließende „Graveyard Ghouls“ hingegen klingen ein wenig nach Slayer meets Black Metal: Grooviges Material wechselt sich ab mit wütender Raserei und die langsamere Passage in „Graveyard Ghouls“ etwa in der Mitte erinnert sehr stark an „South Of Heaven“ vom gleichnamigen Album der Totschläger.

Insgesamt ist Tribulation also ein ziemlich starkes und recht abwechslungsreiches Album gelungen, das Death-, Black- und Thrash Metal sehr gut unter einen Hut bringt und mit einer amtlich drückenden Produktion aufwartet. Zudem wurde die Scheibe durch einige Samples mit Horrorfilm-Soundtrack-Charakter aufgelockert. So gibt es immer mal wieder die bereits erwähnten, typischen „Psycho“-Streicher zu hören, ein unheimlich tönendes Klavier am Ende von „The Vampyre“, oder ganz zum Schluss prasselnden Regen, der von den geflüsterten Worten „The Horror“ unterstützt wird, was mich sogleich an einen weiteren Klassikerfilm erinnerte, nämlich „Apocalypse Now“, bei dem ja auch vom „Grauen“ (im Original eben „The Horror“) die Rede ist.

Obwohl Tribulation schon 2001 gegründet wurden, schafften sie es nach mehreren Demos und einer EP zwar erst acht Jahre später, ihr Debüt an den Mann zu bringen – doch ich bin mir sicher, dass es nach dieser starken, wenn auch mit nur 33 Minuten etwas kurzen CD mit dem nächsten Full-length-Album nicht so lange dauern wird.

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