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Tri State Corner: Home

Ein Wort: Bouzouki!
Wertung: 6/10
Genre: Bouzouki-Rock
Spielzeit: 39:46
Release: 23.05.2014
Label: Drakkar

Wer sich in der hart umkämpften Musikbranche behaupten will, braucht in der Regel ein Alleinstellungsmerkmal. Das können beispielsweise lyrisch besonders ausgefeilte Texte oder virtuos herausragende Musiker sein. Tri State Corner probieren es mittels einer Bouzouki.

Dieses griechische Lauteninstrument ist im Rockbereich mehr als unkonventionell und verleiht der Band dadurch einen gewissen exotischen Touch, der sie von anderen Bands abhebt.

Dementsprechend exotisch fällt dann auch das kurze Intro aus. Die anschließende Nummer „The History Goes On“ zeigt dann aber, dass sich der Sound im Folgenden doch eher in Richtung Rock beziehungsweise Hard Rock bewegt. Im Laufe des Albums geht es dann zwar teilweise auch etwas sanfter zu, die grobe Richtung behalten Tri State Corner aber bei. Die Bouzouki bleibt dabei immer allgegenwärtig, sowohl in der Begleitung, als auch in wirklich überzeugenden Solopassagen.

Dass Sänger Vassilios Maniatopoulos nicht aus dem englischsprachigen Raum kommt, hört ihm auch ein Nicht-Muttersprachler an. Da Tri State Corner auf ihrem Album allerdings wirklich etwas zu sagen haben, lohnt sich hinhören trotzdem. Ganz konkret werden beispielsweise auf „Free Prison“ und „Bigger Than You“ soziale Determiniertheit oder die negativen Aspekte von übertriebenem Kapitalismus thematisiert. Dass die Band total auf Metaphorik verzichtet und klar sagt was sie denkt macht die Botschaft zwar extrem deutlich, hinterlässt auf der anderen Seite aber auch das Gefühl, dass viele der Songs um etwas sperrige Lyrics herum komponiert wurden. Leider gelingt das nicht immer ideal, sodass Musik und Text nicht immer zu einer harmonischen Einheit verschmelzen und der Hörgenuss hier und da etwas leidet.

Die Band hat durchaus starke Momente, gute Ideen und weiß definitiv mit ihrem originellen Sound zu überzeugen. Die Bouzoukisoli sind ein Ohrenschmaus, die seltenen Wechsel zu griechischem Gesang lockern die Songs etwas auf und die Band findet immer wieder griffige Riffs und angenehme Melodien. Trotzdem klingen viele der Nummern etwas zu statisch, um eine wirklich gute Bewertung zu rechtfertigen. Die kritischen Texte sind schön, finden sich aber auch bei Punkbands, wo sie, offen gesagt, auch wesentlich authentischer klingen.

Bei Tri State Corner tritt, aller positiven Aspekte zum Trotz, irgendwann ein Gewöhnungseffekt ein, der zur Folge hat, dass man des Öfteren schon nach der Hälfte eines Liedes zum nächsten weiter springt. Nicht dass die Arrangements schlecht wären, wirklich fesselnd sind sie aber eben auch nicht.

In einem Satz zusammengefasst bieten Tri State Corner auf ihrem Konzeptalbum „Home“ konkret formulierte Sozialkritik mit exotischem Touch, besitzen trotz interessantem Ansatz aber noch Luft nach oben. Was die Bouzouki angeht, muss letztendlich jeder selbst entscheiden, ob das ein Grund für oder gegen den Kauf ist. Ioannis Maniatopoulos spielt sein Instrument zwar durchaus virtuos und die Band versteht es auch gut, ihr Alleinstellungsmerkmal passend in den Gesamtsound einzugliedern, dass sich die Bouzouki nie großflächig durchgesetzt hat, ist allerdings vermutlich nicht ganz grundlos. Der eigenwillige Klangcharakter ist zwar etwas ganz Besonderes, auf Dauer aber auch manchmal nervig und statt als generelles Begleitinstrument wohl eher als mit Bedacht platzierter Überraschungsmoment geeignet.

Insgesamt kommt „Home“ leider nicht über den Status eines soliden, rockigen Konzeptalbums hinaus, dass zwar deutliche Schwächen, dafür allerdings ein ungewöhnliches und virtuos gespieltes griechisches Lauteninstrument besitzt. Wer auf ungewöhnlichen und exotischen Sound steht, sollte die Songs also zumindest einmal antesten.

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