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Tri State Corner: Ela Na This

Folk-Elemente mal anders
Wertung: 7.5/10
Genre: Power Metal, Hard Rock
Spielzeit: 41:26
Release: 11.04.2008
Label: BOB-MEDIA

Auch mal was Neues: Das Multikulti-Quintett, welches griechische, polnische und deutsche Wurzeln hat, setzt in seiner Musik das traditionelle Bouzuki ein, eine griechische Form der Laute. So was habe ich bisher nur bei den Folklore-CDs meines Stamm-Griechen zu hören bekommen...

Doch auch im Zusammenhang mit harten Gitarren funktioniert es ganz gut; warum auch sollte man nur den Skandinaviern oder den deutschen Mittelalter-Bands zugestehen, akustische Instrumente wie Flöten, Akkordeon, Geige, Dudelsack oder Maultrommel in der Verbindung traditioneller Folk und Metal einzusetzen?

Abgesehen davon haben wir es beim Debüt von Tri State Corner mit melodischem, speedigem Power Metal zu tun, der nicht nur durch das äußerst virtuos gespielte Bouzuki eine besondere Note gewinnt, sondern durch eine tighte Rhythmusfraktion (die Drums bedient allerdings der nicht ganz unbekannte Christos Efthimiadis, der bereits bei Rage, Running Wild und Sub7Seven spielte, also nicht ganz unerfahren ist) und durchdachte Arrangements ebenfalls gut dasteht.

Was das Songwriting angeht, bin ich etwas zwiespältig, doch der Reihe nach:

Einerseits sind da die traditionell angehauchten Stücke wie der Opener „Back Home“, der Titeltrack „Ela Na This“ und „Remaining Moments“, bei welchem Bouzuki-Spieler Janni mit wahnwitzigen Läufen glänzen kann und dies außerdem durch einen effektiv eingesetzten Percussion-Part aufgelockert wird, die besonders groovig herüberkommen und bei denen immer wieder orientalisch anmutendes Riffing und entsprechende Läufe (in der Hoffnung, nicht gleich als abgehoben bezeichnet zu werden: In der Musiktheorie auch hm5 – harmonisch Moll beginnend mit dem fünften Ton – genannt) verwendet werden.

Beim melancholischen „Alone“ hingegen geht es etwas ruhiger zur Sache, was das Bouzuki aber nur noch um so wirkungsvoller erscheinen lässt; „I’m Dying – Bo umieram“ ist ein reines Akustikstück, in welchem Sänger Lucky zeigen kann, was er stimmlich auf dem Kasten hat und ein Unisono-Solo von Bouzuki und Bass einzubauen, wie bei „Oniro Trello“ geschehen, ist zweifelsohne ein ziemlich cooler Einfall.

Auf der anderen Seite wiederum haben wir dann die Tracks, wo auf das Bouzuki verzichtet wird und ob es daran liegt, dass diese Stücke fast alle im Vergleich zum anderen Material etwas abfallen, kann ich auch nicht genau sagen; jedenfalls sind „My Saviour“ (zugegeben, der Refrain ist Mitsing-kompatibel, aber eben auch nicht sonderlich originell), „Out Of Sight“, (das mit äußerst vielversprechendem Uptempo-Riffing beginnt, aber leider ebenfalls einen ziemlich einfallslosen Chorus beinhaltet), „Too Late“ und „Tri State Corner“ mir persönlich etwas zu standardmäßig; wie erwähnt, gerade was die Refrains anbelangt.

Sehr gelungen ist allerdings das kurze, flotte „Yesterday’s Tomorrow“ mit seinen coolen, schnellen Gesangslinien und dem treibenden Drumming und auch das etwas verquere „Welcome To Paradise“ ist durchaus annehmbar.

Fazit: Für ein Debüt eine sehr ansprechende Leistung, die zudem gut produziert wurde. Die Musiker sind allesamt auf jeden Fall feine Techniker, sollten sich in Zukunft jedoch vielleicht noch mehr auf ihre traditionellen Wurzeln beziehen, um so noch origineller und eigenständiger zu erscheinen, denn die Songs mit Bouzuki sind eindeutig die besseren auf dieser Scheibe.

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