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Tremonti: Cauterize

Wenn Alter Bridge auf Speed Metal trifft und der Meister selbst hinterm Mikro steht
Wertung: 9,5/10
Genre: Hardrock, Speed-Metal
Spielzeit: 44:08
Release: 05.06.2015
Label: Fret 12 Records

Mark Tremonti ist ein umtriebiger Mann, der sein Handwerk allem Anschein nach von Herzen liebt. Dementsprechend bringt er dann nach seinem Solodebüt 2013 und dem überragenden vierten Album von Alter Bridge in diesem Jahr unter dem Namen „Cauterize“ schon wieder einen neuen Longplayer heraus. Dieses Mal wieder für sein erst vor ein paar Jahren gegründetes Nebenprojekt Tremonti. Mit „Dust“ steht übrigens schon der Drittling für nächstes Jahr in den Startlöchern. Vorerst gibt es aber „nur“ 10 neue Songs zu hören. Die haben es dafür aber auch in sich.

Zwar ist der Gesamtsound immer noch unverwechselbar (man nehme hier das charakteristische Intro des Abschlusstracks „Providence“ als Beispiel), Mark Tremonti’s Nebenprojekt tendiert auf „Cauterize“ aber noch wesentlich stärker in Richtung Speed Metal als man es von Alter Bridge gewöhnt ist. Bisweilen geht es schon fast ein bisschen thrashig zu. Auf dem Opener „Radical Change“ zum Beispiel, dem Intro des Titeltracks oder der Strophe von „Arm Yourself“, in der der Songwriter, wie auch auf vielen der restlichen Songs, nicht am Einsatz der Doublebass spart.  

An den gewohnt melodiösen Refrains sowie Polyrhythmen und Tempo- oder Rhythmuswechseln mangelt es allerdings auch nicht. Denn wie hat Mark Tremonti selbst sinngetreu erst vor kurzem in einem Interview gesagt? Die Melodie ist die Grundlage eines Songs, während ein paar rhythmische Spielerein, in Maßen, die Aufmerksamkeit aufrechterhalten.

Insgesamt dominieren allerdings trotz allem die harten Elemente. Da gibt es zwar melodiös-atmosphärische Songs wie „Dark Trip“ oder „Sympathy“ sowie zahlreiche Ohrwurm-Refrains, im Fokus stehen aber harte Riffs, die die Liebe des Frontmannes für Speed- und Thrash-Metal unter Beweis stellen und nur gelegentlich von besagten Refrains, Breakdowns oder Gitarrensoli unterbrochen werden.

Was Letzteres angeht, hält sich der Frontmann seiner gleichnamigen Band allerdings fast schon überraschend zurück. Nicht dass er es nicht könnte, Solopassagen in „Dark Trip“, „Another Heart“ und auch ein paar anderen Nummern beweisen da das Gegenteil – nicht dass es da tatsächlich noch jemanden zu überzeugen gelte –, Mark Tremonti weiß aber eben, wie er seine Talente songdienlich einsetzt und treibt es dementsprechend nie zu weit. Immerhin muss der Mann ja auch noch singen. Und die Rolle des Leadsängers hatte er bei seinen vorherigen Bands Creed und Alter Bridge ja nicht inne. Können tut er es aber trotzdem. Zum Niveau eines Myles Kennedy mag es vielleicht nicht reichen, allzu weit davon entfernt ist der Songwriter allerdings nicht und so findet sich auf seinem Zweitwerk auch nichts, was es gesangstechnisch zu beanstanden gäbe.

Kurz und bündig: Mark Tremonti hat es einfach drauf. Vielleicht täuscht die Fanbrille hier ein bisschen, Fakt ist aber, dass der Gitarrist und Sänger sich bestens darauf versteht, spannende Songs mit starken Melodien, harten Riffs und ein paar leicht progressiven Überraschungen zu komponieren. Wem Alter Bridge oder Creed gefällt, der wird auch hier seine Freude haben – qualitativ gibt es nämlich nichts zu beanstanden, reiht sich doch ein Hit ohne merklichen Qualitätsverlust an den nächsten.  

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