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Tremonti: All I Was

Starkes Solo-Debüt des Gitarristen von Alter Bridge und Creed
Wertung: 8.5/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 49:20
Release: 20.07.2012
Label: Fret 12 Records

Tremonti – hinter diesem doch etwas unüblich erscheinenden Bandnamen verbirgt sich deutlich mehr, als es auf den ersten Blick den Eindruck macht. Vielen Lesern wird der Name sofort bekannt vorkommen durch Mark Tremonti, seines Zeichens Mastermind und Gitarrist bei zwei der erfolgreichsten Hard-Rock-Bands unserer Zeit: Alter Bridge und Creed. Bei genauerer Betrachtung stellt sich dann auch schnell heraus, dass es auch bei Tremonti um genau diesen Mark Tremonti geht. Hinter „All I Was“ verbirgt sich nämlich der erste Solo-Ausflug des US-Amerikaners, der scheinbar trotz der Beteiligung an den beiden Genre-Giganten einfach nicht genug vom Musikmachen bekommen kann.

Wer sich ein wenig mit Alter Bridge und Creed auskennt, der wird wissen, dass Tremonti bei beiden Bands für den größten Teil der Musik verantwortlich zeichnet. Dementsprechend überrascht es auch nicht, dass „All I Was“ auch gut und gerne als neues Alter-Bridge-Album hätte durchgehen können. Musikalisch agiert Tremonti nämlich mit dem altbewährten Mix aus harten Gitarren-Riffs und melodischen Refrains. Allerdings liegt hier der Fokus doch deutlich mehr auf der härteren Gangart, die Tremonti in der Vergangenheit nicht immer bei seinen Hauptbands in gewünschtem Maße einbringen konnte. Stellenweise gibt es sogar wilde Doublebass-Attacken und fast metallische Riffs zu bewundern.

Eine weitere Frage die sich beim Solo-Album eines Gitarristen stellt ist, wer denn den Gesang übernommen hat. Überraschenderweise hat sich Tremonti allerdings keinen namhaften Sänger gesucht, sondern übernimmt kurzerhand die Vocals einfach selbst. Eine Entscheidung, die sich schnell als goldrichtig herausstellt, denn der US-Amerikaner kann nicht nur an der Gitarre überzeugen, sondern besitzt auch eine sehr gute Singstimme. Irgendwo zwischen Myles Kennedy und besten Thrash-Metal-Shouts à la John Bush einzuordnen, passt der Gesang perfekt in das insgesamt härtere Soundbild von „All I Was“ und kann problemlos auch auf Albumlänge überzeugen.

Mit „Leave It Alone“ gelingt dann auch direkt ein perfekter Start ins Album. Druckvolles Drumming, harte Gitarren-Riffs und ein tolles Solo veredeln den Opener. Dazu kommt der sehr eingängige Refrain, der den Song schon nach dem ersten Hördurchlauf zu einem echten Ohrwurm macht. Erstaunlich ist, dass Tremonti diese hohe Qualität dann auch auf den weiteren Songs mehr oder weniger konstant durchhält. Bis zum sechsten Track des Albums, dem bereits vorab als Single veröffentlichten „You Waste Your Time“, schafft es jeder Song problemlos, die Messlatte noch ein weniger höher zu schieben. Mal geht es dabei etwas melodischer zur Sache, wie in „The Things I've Seen“, an anderer Stelle fühlt man sich glatt ein wenig an glorreiche Grunge-Tage erinnert („You Waste Your Time“). Erst im hinteren Drittel des Albums schleichen sich dann mit „Giving Up“ und „Doesn't Matter“ zwei Songs ein, die nicht so ganz überzeugen können.

Auf der technischen Seite gibt es auch kaum Kritikpunkte. Tremonti agiert auf technisch hohem Niveau, wobei insbesondere die Gitarren-Soli aus seiner insgesamt hervorragenden Leistung herausstechen. Aber auch seine zwei neu angeheuerten Bandmitglieder Eric Friedman (Bass, Backing-Vocals) und Garret Whitlock (Schlagzeug) wissen mit ihren Instrumenten umzugehen. In puncto Sound gibt es ebenfalls nichts zu meckern. Die Produktion ist druckvoll und klar, ohne dabei die Details in der Instrumental-Arbeit zu verschlucken.

Alles in allem ist „All I Was“ ein wirklich starkes Album geworden, das jedem Fan von Alter Bridge gefallen wird. Einzig stellt sich die Frage, warum Tremonti dieses Solo-Album nicht direkt mit seiner aktuellen Hauptband aufgenommen hat, denn einen wirklich neuen musikalischen Ansatz präsentiert er hier nicht. Für diesen Mangel an Originalität entschädigt die starke musikalische Darbietung aber problemlos, allein das eröffnende Song-Sextett des Longplayers macht die Anschaffung schon zu einer lohnenswerten Investition.

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