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Trelldom: Til Minne...

Gelungenes Werk, das den kühlen Unterton des norwegischen Black Metals erneut zum Glühen bringt.
Wertung: 9/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 39:6
Release: 28.05.2007
Label: Regain Records

Norwegen ist das Land roher Naturgewalt. Es ist auch das Land, deren höchster Kulturexport dem Black Metal zugeschrieben wird. Es ist das Heimatland jenes umstrittenen Nordmanns Gaahl. Kristin Eivind steht mit seinem Namen nicht nur für die Sangeskraft von Gorgoroth, sondern auch für seine diversen Nebenprojekte und hier mit unter für sein Wiegenkind Trelldom. Fast ein Jahrzehnt wurde es nun still um jenes Projekt. Gerade mal zwei Alben haben die Nordmänner herausgebracht („Til Evighet“ und „Til Et Annet“). Sicherlich ist die große Zeitspanne nicht letztlich aus den Gefängnisaufenthalten des Sängers selbst zu erklären.

Norwegen ist eben nicht nur für das raue Klima, sondern auch für manche Gewalttaten in der Szene bekannt. Gaahl ist sicherlich auf eine bestimmte Art und Weise faszinierend und gerade deshalb so umstritten. Seine Person ist bis heute in aller Munde und man bekommt wahrscheinlich nie wirklich Einsicht in seine Biographie. Was kann also ein Misantroph und seine beiden Kumpanen auf die Beine stellen?

Wenn man nun das neueste Werk „Til Minne“, was so viel wie „In memories“ bedeutet, in einem Satz beschreiben sollte, so würden Worte wie roh, ungeformt, zurück zu den Wurzeln und eben auch primitiv fallen.

Eine Stimme wie Gaahls ist selten zu finden und es lässt sich sicherlich darüber streiten, ob man sein aufgekratztes und doch eigentlich hohes Grölen und die immer wiederkehrenden Cleanparts mag oder nicht. Diese teils verzerrte Stimme ist außergewöhnlich und genau diese schallt im Vordergrund des ganzen Albums.

Die Gitarrenlinien bestehen meist nur aus zweierlei Akkorden, während die Drums eher eintönig sind und doch hat alles zusammen genommen eine Faszination ausgelöst. Die eigentlich ständig gleichen Rhythmen, die eigentlich keine Geschwindigkeit in sich tragen, sondern sich eher ziehen, wirken authentisch zur rohen Person des Headminders.

Den einzigen Ausflug, den das Album wagt, ist jener ins Folk-Genre. Ein reines und ungewöhnlich fröhliches Geigenspiel endet in einem undefinierbaren höhlenartigen Gemurre (Song „Steg“)

Das Album hält sich schon von Beginn an nicht mit klischeehaften Intros auf, sondern knallt von Anfang an mit einem Klanggewitter purer Kälte in den Raum. Im Vordergrund steht rein die Stimme, die eine aggressive Leidenschaft in sich trägt. Schleppende Rhythmen und wenige technische Highlights machen den Albennamen zum Grundthema, das Aufarbeiten der alten Zeiten. Vergleiche zu anderen Bands lassen sich schlecht ziehen und deshalb will ich Trelldom mal den Sonderstatus des Originals und damit Einzigartigen geben.

Fazit: Nachdem man sich also nach fast einem Jahrzehnt aufmachte, ein neues Werk dem Hörermarkt um die Ohren zu knallen, sollte man ohne Vorbehalte das Album ins sich aufnehmen und es im stillen Kämmerlein genießen.

„Til Minne“ ist ein gelungenes Werk, das den kühlen Unterton des norwegischen Black Metals erneut zum Glühen bringt.

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