Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

TREES: Trees

Ein geglücktes erstes Lebenszeichen
Wertung: 8/10
Genre: Alternative Rock, Emo, Post-Hardcore
Spielzeit: 20:53
Release: 10.02.2017
Label: Midsummer Records

Die Saarländer TREES halten sich konsequent an die eigene Namensgebung: Nicht nur, dass sie ihr Debütscheibchen ebenfalls „Trees“ getauft haben, auf dem Cover der bereits an Weihnachten kostenfrei via Bandcamp erschienenen EP ist auch eine Baumscheibe zu sehen. Seit Anfang Februar wird das gute Stück nun auch offiziell und nur digital von den wunderbaren Midsummer Records vertrieben – braucht wer noch ein paar gute Gründe, um mal reinzuhören? Okay: Aufnehmen durfte die Truppe die EP mit Phil Hillen, der bereits bei Fjort und Tides! mitgewerkelt hat. Unter den ehemaligen Bands der Mitglieder finden sich unter anderen die großartigen Traeos. Und zu guter Letzt wird hier eine Mischung aus Post-Hardcore, einem Spritzer Emo und einer gehörigen Portion Alternative Rock gespielt.

Wer trotz all dieser Fakten nur müde die Schultern zuckt, der sollte sich zumindest mal den Opener „Falling“ anhören – ein nahezu perfekter Song, wenn es je einen gegeben hat. Keine Nanosekunde Langeweile, auffällig sehnsuchtsvolle Gitarren, die den Emo-Spirit perfekt einfangen, dazu ein Sänger, der sich im Klargesang wie auch bei Shouts voll verausgabt, sodass dem Hörer die Gänsehaut die Arme hoch und runter wandert. Den kann man gleich noch mal hören. Und nochmal.

Irgendwann muss es aber weitergehen in der Trackliste, „Changing“ steht auf dem Programm und tatsächlich ändert man hier den Kurs: Nicht mehr ganz so geradlinig, dafür mit ebenso mitreißenden Gitarren wie der Vorgänger, der Leadriff erinnert sogar ein bisschen an Rise Against. So kann’s gerne weitergehen, da steht einer Dauerrotation nichts mehr im Wege.

„Shining“ klingt dann ein bisschen nach Coming-Of-Age-Schwermut und es wird schnell deutlich, dass Trees mit der etwas härteren Schiene besser fahren, trotz schönen, melancholischen Gitarren. Auch das sehr ruhige „Crawling“ nimmt leider ein bisschen ein bisschen zu viel Tempo aus der ganzen Geschichte, dafür wird zum Finale („Believing“) noch mal aufgedreht und vor allem die Alternative-Schiene bedient, fast fühlt man sich ein bisschen an 2000er Bands wie Three Days Grace oder Smile Empty Soul erinnert, vor allem was die Gitarrenarbeit angeht.

Wenn sich Trees noch ein bisschen mehr von den Balladen verabschieden (obwohl man sagen muss, dass diese auf der EP ja nur einen kleinen Teil einnehmen), steht einer Vergrößerung des Einflussradius nichts mehr im Wege. Mit Tracks wie „Falling“ oder „Believing“ zeigt das Quartett deutlich, wo es hingehört und vor allem, was es alles kann. Dabei bewahren sich TREES trotz Anleihen aus diversen Genres ihre Eigenständigkeit und haben vor allem mit dem Openersong ein wahres Genrejuwel geschaffen, das nach dem ersten Hören sicherlich nicht mehr so schnell aus den Hirnen verschwinden wird. Bitte mehr davon!

comments powered by Disqus

„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“