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Treehouse: Buy! Own! Possess

Bewährtes mit eigenständiger Note
Wertung: 7.5/10
Genre: Alternative Rock/Pop-Rock
Spielzeit: 09:22
Release: 20.11.2010
Label: Eigenproduktion

Ein eigener, unverkennbarer Sound – etwas, wonach unzählige Rock-Bands streben, doch nur wenige erreichen dieses Ziel, denn worin besteht das Geheimrezept für Eigenständigkeit? Manch einer könnte meinen, dass dazu musikalisch komplett neue Wege eingeschlagen werden müssten, doch bekanntermaßen gibt es auch genügend Musiker, deren Songs auch ohne Innovationen schon nach kurzer Zeit deutlich identifizierbar sind. Die als Schülerband gestarteten Newcomer Treehouse befinden sich wie so viele andere junge Truppen auch ebenfalls auf der Suche nach einem eigenen Sound – nur dass ihre Suche im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen vielleicht erfolgreich verlaufen könnte, denn tatsächlich ist schon so etwas wie eine Signatur im Klangbild der Göttinger zu finden.

Geboten wird erwartungsgemäß nichts wirklich Neues – poppig angehauchter, mit viel Background-Gesang ausgestatteter Alternative Rock, der auf dem Debüt „Buy! Own! Possess“ in drei Songs dem Hörer nahegebracht wird. Schon beim ersten Hören fällt ins Auge, dass die CD für einen ersten Release ein erstaunlich klares und differenziertes Soundbild besitzt, das die Stücke ungemein bereichert und diese wesentlich kraftvoller wirken lässt, als dies mit einer schwächeren Produktion der Fall sein dürfte. Die sich schon deutlich über dem Durchschnitt bewegende Instrumentalleistung des Quartetts kommt so gut zur Geltung – insbesondere die geschickt miteinander harmonierende Saitenfraktion sticht so besonders heraus und sorgt für Hooklines en masse, die von Julian Heydens hoher Stimme passend unterstützt werden. Hier findet sich auch gleichzeitig der Clou im Songwriting, denn ihr überraschend hartnäckiges Ohrwurm-Potential haben die drei Songs nicht zuletzt den mehrstimmigen Gesangslinien zu verdanken, bei denen Gitarrist Janos Götze die Lead-Vocals unterstützt – so banal das auch klingen mag, so gut funktioniert es in der Praxis: Werden Background-Sänger bei vielen Bands nur als schmückendes Beiwerk eingesetzt, kommt dem zweiten Mikrofon bei Treehouse eine zentrale Rolle zu.

Gleich zu Anfang demonstriert „Back In Time“ die Effektivität dieses Kniffs und begrüßt den Hörer mit „Wohoho“-Chören, die schon nach dem ersten Durchgang nicht mehr aus dem Gedächtnis zu verbannen sind und im Refrain geschickt mit dem eigentlichen Gesang verwoben werden. Auch ansonsten ist der Song dem ersten Eindruck zum Trotz nicht unbedingt simpel, sondern begeistert mit vielen kleinen Finessen: Die Lead-Gitarre sorgt mit viel Variation dafür, dass die Strophen sich nicht allzu sehr gleichen und gegen Ende bringt eine von Klatschen begleitete Version des Chorus zusätzliche Dynamik ins Spiel. Versprüht der Opener fast schon so etwas wie Euphorie, schlägt die Stimmung bei „New Sensation“ um und wandelt sich zu melancholisch angehauchten Klängen, die der Band überraschend gut zu Gesicht stehen. Schon das starke Intro begeistert mit einer einprägsamen Lead-Melodie und einem Gitarrensound, der nicht wenig an Placebo erinnert. Vom Tempo wesentlich schneller als die beiden anderen Tracks gehalten, kommt das Stück nicht zuletzt dank den treibenden Drums angenehm rockig daher und bietet ebenfalls einen Mitsing-kompatiblen Refrain, der insbesondere von der geschickt eingesetzten Kopfstimme Julians profitiert und zum Schluss durch einen Tonartwechsel noch einmal besonders kraftvoll erklingt.

Zum Abschluss lassen es Treehouse mit „Call It A Crime“ nochmal ein wenig ruhiger angehen – wer jetzt befürchtet, die bei ähnlich ausgerichteten Bands an diesem Punkte anstehende Kitsch-Ballade sei nun an der Reihe, kann beruhigt sein, denn dank gelungenen Tempowechseln und einigen sehr emotional vorgetragenen Melodien kommt auch hier keine Langeweile auf, zumal auch die Lead-Gitarre dem Song wieder genügend Facetten verleiht, um das Songwriting auf Dauer interessant zu gestalten – letztendlich leben die Songstrukturen von diesen kleinen Details und Feinheiten, die sich elegant in den Aufbau einfügen, denn allzu weit von bekannten Songschemen weicht die Band nie ab.

Was nun aber ist mit dem Thema Eigenständigkeit geschehen? Treehouse bieten weder etwas völlig Neuartiges, noch haben sie einen übermäßig ungewöhnlichen Sänger an Bord – und doch klingen die Newcomer interessanter als so manche Truppe, die schon viel länger im Geschäft ist. Die Göttinger schaffen es, Ohrwürmer zu schreiben, die unverbraucht und authentisch wirken, denn trotz ihrer Unterschiedlichkeit zieht sich ein gewisser roter Faden durch alle drei Stücke. Für das Debüt einer noch unbekannten Band erscheint „Buy! Own! Possess“ erstaunlich professionell und gut durchdacht und bietet dank der charakteristischen Melodieführung sowie der guten Abstimmung von Lead- und Background-Vocals eine angenehm unaufgesetzte Mischung aus Rock und Pop, der man als offener Rockfan durchaus eine Chance geben sollte.

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