Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Treachery: Treachery

Viel Geräuschkulisse, wenig Musik = Langeweile
Wertung: 2/10
Genre: Dark Ambient, Black Metal
Spielzeit: 23:20
Release: 28.11.2008
Label: Czar Of Crickets Productions

Treachery ist die Band von Rachael Kozak alias Hecate, einer Dame, die sich schon seit einiger Zeit in der Extreme Metal-Szene bewegt und vor einiger Zeit auch mit den Österreichern Belphegor zusammenarbeitete, wo sie sich für einen Song sogar flagellieren und das Ganze aufnehmen ließ; na ja, wer’s braucht...

Bei diesem aus Black Metal, Industrial und Ambient bestehenden Bastard jedenfalls hat Hecate den Gesang übernommen und das, was sie auf vorliegender Platte eingekreischt hat, klingt wirklich äußerst krank und verstörend. Sehr extrem, so viel ist sicher.

Leider allerdings ist das auch schon alles, was man irgendwie als positiv bewerten kann. Hier wird wie inzwischen auch bei 1349 der erfolglose Versuch unternommen, Ambient, Industrial und Black Metal zusammenzubringen. Black Metal ist ja doch immer irgendwie atmosphärisch und das ist wohl der Grund, warum so viele Bands versuchen, durch bedrohlich anwachsende Ambient-Soundwälle noch atmosphärischer zu wirken. Das muss an sich ja nicht schlecht sein, doch hat man den Eindruck, dass die meisten bei all dem Eifer, ach so atmosphärische Sequenzen einzubauen, das Wesentliche völlig außer Acht lassen, und dass außerdem Industrial- oder Ambientelemente gerne mit langweiliger und sich permanent wiederholender Geräuschkulisse verwechselt werden. Hört euch alte Pink Floyd an, denn die wissen, wie man Atmosphäre aufbaut.

Schon der erste Track „Inception“ beginnt, nach kurzer Zeit zu nerven. Zunächst klingt das Ganze eigentlich sogar relativ spannend, ist im Prinzip nicht übel gemacht, aber müssen es, noch dazu bei einer lediglich etwas über 20 Minuten langen EP, gleich über vier Minuten in der Manier „Gefolterte schreien, Höllenwesen grunzen und dazu ein paar Geräusche und koppelnde Gitarren“ sein?

Beim folgenden „Kiss The Fist“ gibt es dann ordentlich auf die Zwölf, in dieser nicht einmal zwei Minuten langen Nummer ist quasi von der ersten bis zur letzten Sekunde Full Speed angesagt. Schade, dass das grauenhafte Schlagzeug und der total dünne Gitarrensound jegliche Intensität zunichte machen.

„Bound In Your Entrails“ würde ich noch als das gelungenste Stück auf „Treachery“ bezeichnen. Wirklich fiese Krächz-Vocals treffen auf eine kranke Psycho-Atmosphäre, die dem Titel mehr als gerecht wird und der Einsatz der Industrial-Elemente ist diesmal um einiges effizienter als beispielsweise im Opener, da diese Elemente nicht nur als konzeptlose Geräuschkulisse eingesetzt wurden und der Song einen einigermaßen nachvollziehbaren Aufbau verfolgt.

„Could Not Find Her Heart“ ist dann der Versuch, wieder anders zu klingen. Gesang und Gitarren tönen äußerst verzerrt daher, dem Stück haftet erneut eine sehr sterile, kranke Atmosphäre an, aber vom Hocker reißt die Nummer weiß Teufel nicht, denn wirklich Aufregendes passiert auch hier nicht. Hinzu kommt einmal mehr ein grauenhafter, völlig druckloser Sound, sodass jegliche Energie verlorengeht.

Der letzte Song „EnterDominion“ bietet dann wieder viel Geräuschkulisse, bis am Ende tiefgestimmte Instrumente vor sich hinwabern, während Madame Hecate sich die Stimmbänder auf beängstigende Weise blutig kreischt. Struktur allerdings ist hier Fehlanzeige.

Nee, also tut mir leid, aber das hier ist leider nicht viel. Es ist lediglich ein gescheiterter Versuch, Ambient, Industrial und Black Metal unter einen Hut zu bringen, gekrönt von einer unterirdischen Produktion. Es ist nicht das erste Mal und sollte – siehe 1349 – auch nicht das letzte Mal bleiben. Wenn ich so gut wie nur noch Geräuschkulisse und fast gar keine Musik mehr höre, kann ich auch gleich den Staubsauger einschalten.

comments powered by Disqus

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen