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Trauma: Archetype Of Chaos

Gute Ansätze, insgesamt aber einfach zu monoton
Wertung: 6/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 45:09
Release: 26.02.2010
Label: Witching Hour Productions/Revolution Records

Wenn eine der bekanntesten polnischen Death Metal-Gruppen ein neues Album auf den Markt wirft, sind die Erwartungen erfahrungsgemäß hoch. In Deutschland dürfte man von Trauma noch nicht allzu viel gehört haben, in ihrer Heimat sind sie wahre Könige des Death Metal. Seit 1992 spukt die Band unter ihrem heutigen Namen in der Szene herum, vorher wurde unter dem Namen Thanatos herumgewerkelt. Heraus kamen bislang ein Demo („Invisible Reality“ aus dem Jahr der Namensänderung), eine EP, sechs Full Length-Alben und eine Live-Scheibe mit dem schönen Namen „Crash Test: Live“. Dabei hat sich das Bandkarrusell schon schwindelerregend oft gedreht: eine ganze Handvoll Gitarristen und fast ebenso viele Bassisten und Drummer gaben sich bei Trauma die Klinke in die Hand. Dabei ist von den Gründungsmitgliedern letztlich nur Gitarrist Jaroslaw "Mister" Misterkiewicz übriggeblieben – bei dem Mann braucht man scheinbar gute Nerven.

Dass es für die Musik der Jungs tatsächlich von Vorteil wäre, reißfeste Nerven zu haben, ist rein genremäßig ja kaum ein Wunder, ballern die Vier doch in bester Death-Manier haufenweise Doublebass-Attacken und Growls in die Welt. Auf ihrer nunmehr siebten Platte „Archetype Of Chaos“ versammeln sich Dampfhämmer und Nackenbrecher am laufenden Band – der Titel könnte kaum besser gewählt sein. Dabei muss man allerdings sagen, dass "Mister", Drummer Arkadiusz "Maly" Sinica, Bassist Dawid "Davidian" Rutkowski und Frontröhre Artur "Chudy" Chudewniak nicht gerade experimentierfreudig zu Werk gehen. Die neun Songs sind kein Paradebeispiel für Monotonie, strotzen aber auch nicht gerade vor Einfallsreichtum.

Nach einem kurzen Intro groovt „Cortex Deformation“ direkt ziemlich ordentlich los, um dann im Refrain völlig abzudrehen – die tiefen Growls, die mysteriöse Gitarre im Hintergrund und das geniale Gitarrensolo stimmen schon mal auf eine knackige Platte ein. Leider kann man hier nicht unbedingt von einem bleibenden Eindruck sprechen; „A Dying World“ wummert zwar genauso präzise vorwärts wie sein Vorgänger, klingt aber ansonsten ziemlich gleichförmig. Zumindest über die Produktion kann man nicht meckern – der Sound ist glasklar und differenziert, jedes Instrument perfekt abgemischt.

Das kann aber nicht völlig über den nicht vorhandenen Ideenreichtum hinwegtrösten: Stücke wie „War Machine“ oder „The Truth Murder“ bollern zwar ordentlich und dürften jeden Death Metal-Fan zum Sabbern bringen, klingen mir aber eine Spur zu monton. Richtig genial kommt dagegen „The Slime“ daher: Das Intro erinnert lustigerweise an die alten Slipknot, hat dann aber mit all den Growls und Doublebass überhaupt nichts mehr mit Nu Metal zu tun, sondern prügelt ordentlich drauflos, um dann in einem fast epischen Refrain zu gipfeln.

Die Platte geht recht unspektakulär, dafür aber laut zu Ende: „Portrait Of The Lies“ bietet neben all dem Geknüppel noch einen kurzen Ausflug in elektronische Gefilde und abartige Gitarrensoli und der Rausschmeißer „Destruction Of The Demented World“ lässt einige Black Metal-Anteile im Gesang mit einfließen, dennoch - ein schaler Nachgeschmack bleibt. Sicher hätte der Platte eine wenig mehr Abwechslung gut zu Gesicht gestanden, brilliante Musiker sind die Jungs aber allemal und wer auf polnische Bands à la Vader steht, mit denen Trauma auch schon auf Tour waren, macht hier vermutlich nichts falsch.

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