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Transsylvanians: Fél és Egész

Keine einfache, sondern recht anspruchsvolle Kost
Wertung: 99/10
Genre: Ungarischer Crossover Speed-Folk
Spielzeit: 101:42
Release: 12.01.2007
Label: Westpark Music

Ungarn gilt allgemein hin als ein recht beschauliches Fleckchen Erde. Auch lassen sich die malerischen Karpaten und Landschaftsweiten sehr gut zusammen mit einem Glas kräftigen Rotwein - und einem zusätzlichen Essteller voll pikant-würziger Salamischeiben - vollmundig und lebensnah geniessen... Ein weiteres, wichtiges Identifikationsmerkmal für diese idyllische Region Europas sind die emotional vielschichtigen Violinenklänge, denen oftmals folklorische Erzählungen, Gedichte und Anekdoten zu Grunde liegen: Klassische und poetische Inhalte über die Vielfalt der Natur und des Lebens. Aber auch nachdenkliche Prosatexte über die Vergänglichkeit des menschlichen Seins stehen im Mittelpunkt dieser traditionellen Spielmannskunst.

“Fél és Egész“ (= “Halb und Ganz“) heisst das mittlerweile fünfte Studioalbum der in Berlin ansässigen Folklore-Band aus Ungarn. Allerdings besinnen sich die fünf Herrschaften um den „Teufelsgeiger“ Tiborcz András nicht nur der traditionellen Werte in ihrer Musik, sondern kombinieren und erweitern diese auch seit nunmehr zehn Jahren zielstrebig mit Elementen des klassischen - und handgemachten - Rock ´n´ Rolls.

Nach zwei Jahren intensiver Arbeit kam dabei mit dem vorliegenden “Fél és Egész“ sogar ein Doppel-Album heraus. Das Besondere an diesem ist hierbei, dass man die enthaltenen 18 Songs nicht wie üblicherweise digital, sondern komplett mit analoger Aufnahmetechnik eingespielt hat. Die nun vorhandenen Tondokumente wirkten in den Ohren der Formation so nun viel authentischer und lebendiger...Inhaltlich findet sich auf “Fél és Egész“ eine bunte Mixtur aus Eigenkompositionen, traditionellem Liedgut, klassischen Monumentalwerken und Coverversionen (u.a. Jimi Hendrix´ “Fire“) wieder. Mit Ausnahme der deutschen Abschlussstrophe in “Szomorú vasárnap (Gloomy sunday)“ und dem englischsprachigen “Fire“ bleiben die Transsylvanians allerdings durchgehend ihrer ungarischen Muttersprache treu, welche sehr sehnsuchtsvoll und beeindruckend von der zierlichen Kontrabassspielerin Nagy Isabel vorgetragen wird.

Aufgeteilt sind die 18 Albumtracks der beiden CD´s übrigens wie folgt: Auf CD Nr. 1 finden sich nur die zackigen und rockigen Werke dieser Ausnahmeformation wieder. Hier darf (und soll!) also nach Herzenslust getanzt, gesungen und gefeiert werden... Eine beeindruckende Lehre in Sachen Slowfolk bietet hingegen die zweite CD: Die rockig-modernen Elemente sind hier allesamt wieder verschwunden und weichen den traditionellen Vertretern des ungarischen Schwermuts. Was bedeutet, dass dieser zweite Silberling auch ungemein melancholisch - sowie emotionell fordernd - daherkommt.

Somit sei also nun ganz offen gesprochen: “Fél és Egész“ fährt definitiv keine einfache, sondern wirklich recht anspruchsvolle Kost auf... Das Album ist hier insbesondere geprägt durch seine zweigeteilten Extreme an „flotter Partymusik“ und „Valium-haltigen Klagesängen“. Aus diesem Grund ist für mich auch eine objektive Bewertung dieses Releases nicht möglich (zumal sich mir persönlich auch die ungarische Folklore rein gar nicht erschliessen will). Reinhören sollte der erfahrene Globetrotter und Ungarnfreund aber jedenfalls allemal. Ebenso empfehle ich allen Neugierigen und experimentierfreudigen Folklore-Liebhabern einfach mal eine ausgedehnte (sowie vorurteilsfreie) Hörprobe von “Fél és Egész“.

Anmerkung: Nach dem jeweils letzten Track der beiden Audio-CD´s gibt es zusätzlich noch kurze und spassige Outtakes von den damaligen Studio-Sessions zu hören.

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