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Transcending Bizarre?: The Misanthrope's Fable

Alberner, psychodelischer Avant-Garde-Black-Metal
Wertung: 6.5/10
Genre: Avant-Garde/ Psychedelic Black Metal
Spielzeit: 46:23
Release: 19.11.2010
Label: Dissonart Productions

“Goat Bless You All!” Transcending Bizarre ? tragen nicht nur einen unkonventionellen Namen, sie begrüßen auch die Fans zu ihrem neuen Album gebührlich durchgeknallt. Aber was erwartet man sonst von einer Band, deren Album sich nur mit einer Mischung aus Avant-Garde und Psychadalic Black Metal beschreiben lässt?
„The Misanthrope`s Fable“ heißt der dritte Streich der Griechen. Dabei handelt es sich um ein dunkles Konzeptalbum, voll gepackt mit Experimenten und abstrusen Ideen. Dunkle Klänge, grausige Vocals und ein unschuldiger Kinderchor bilden die Hauptakteure in Transcending Bizarre ?s Gruselkabinett der Sinne.

Die Art von Transcending Bizarre ? macht bei diesem Album ihren Namen alle Ehre. Die erwähnte Kombination aus gruseliger Atmosphäre und unschuldigen, fröhlichen Klängen wie in „The Misanthrope’s Fable“ oder „Descarte’s Wrath“ ist regelrecht bizarr. Die Lieder erlangen aber dadurch auch eine noch unsicherere und trügerischere Stimmung, dessen Wirkung bereits in berühmten Geschichten wie „Alice im Wunderland“ unter Beweis gestellt werden konnten. Transcending Bizarre ? springen also auf einen sehr effektvollen Zug auf und lassen es sich im gesamten Album auch nicht nehmen, von dieser und ähnlicher Methoden Gebrauch zu machen. Neben den oben genannten bedient sich die Band in „Realizing The Blindness“ zum Beispiel auch an Gruseleffekten, die für Klassiker des Gruselfilm-Genres typisch sind.

Die Vocals beim Album „The Misanthrope`s Fable“ bringen aber besonders die Eigenheit dieses Albums zum Punkt. Häufig nimmt Sänger Kotzak eine erzählende Rolle ein, welche er mit einer verzerrten Stimmlage authentisch, wenn auch übertrieben ausfüllt (z.B. „Realizing The Blindness”). Die echten Gesangpassagen sind im Allgemeinen überzeugend wuchtig und energiegeladen. Sie sind stilistisch zudem sehr weit gefächert, neigen dabei aber stark dazu, sehr eigen und regelrecht skurril zu sein. Ein Beispiel ist das Lied„The Empire Of Mind“ oder auch„The Murders Of The Young Ones“. Im Grunde zieht sich diese Eigenart aber durch das gesamte Album. Gerade „The Murders Of The Young Ones” ist ein Song, der dem Hörer dabei deutlich im Gedächtnis bleibt. Transcending Bizarre ? nehmen sich selbst nicht ernst, was deutlich in diesem Lied zu hören ist. Obwohl dies im Regelfall die Sympathie für eine Band steigert, führt die fehlende Ernsthaftigkeit bei dem Black Metal der Griechen zu einem negativen Beigeschmack. Die Band neigt so stark zu Übertreibungen, dass sich der Song in Albernheit verliert, die in einem endlosen „Lalala“-Singen mit kindlich verstellter Stimme gipfelt. Man muss der Band zugestehen: Diese Stimme hat viel zu bieten. Worin es ihr aber mangelt, ist Zurückhaltung und das wird Transcending Bizarre ? letztendlich zum Verhängnis.

Weniger albern, dafür aber umso interessanter ist der Einsatz des bereits erwähnten Kinderchors, der im Heavy Metal eine offenkundige Seltenheit ist. Er unterstreicht die Unschuld und dadurch auch die zwielichtige Atmosphäre des Albums in Liedern wie „Envisaging The Ideal Planet“ oder „The Empire Of Mind”.  

Insgesamt ist das Album „The Misanthrope`s Fable“ sehr eigen und exzentrisch und wird dadurch nur bei echten Fans dieser Musikrichtung für Euphorie sorgen. Die aufweckende Unkonventionalität der Band wie auch die fast schon schauspielerische Leistung des Sängers sind zwar beeindruckend, werden aber oft viel zu übertrieben nach außen getragen. Das Album wirkt dadurch überzeichnet und konfus. Es übertritt einmal zu oft die Grenze zur Albernheit und das, obwohl die instrumentelle Seite des Albums durch seine Wuchtigkeit und Bestimmtheit im Grunde hörenswert ist. Im Vordergrund steht bei „The Misanthrope`s Fable“ aber etwas anderes - und das muss noch reifen.

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