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Tales Of Winter

Trans-Siberian Orchestra: Tales Of Winter

Zwischen Kunst und Kitsch
Wertung: 7/10
Genre: Symphonic Rock
Spielzeit: 75:23
Release: 04.10.2013
Label: Universal Music

Was einst mit der Zusammenarbeit von Paul O’Neill und Savatage begann, ist ein heute ein erfolgreiches Konzept, welches weltweit Erfolge verzeichnet. Die Rede ist von dem Trans-Siberian Orchestra. Drei Jahre nach dem letzten Album „Night Castle“ und kurz vor Beginn der 14. Auflage der Wintertour, erscheint die Songcollection „Tales Of Winter“.
Als Einstieg in das Album wurde „Night Enchanted“ gewählt. Das Anliegen, Rock und Orchester auf eine neue Stufe zu bringen, ist sicher deutlich hörbar. Ebenso könnte das Stück einem Broadway-Musical entsprungen sein. Von zartem Frauengesang bis Orchesterbombast ist alles zu hören, dabei wirkt der Titel sehr verspielt und gleicht einer überdimensionierten Weihnachtdekoration, die man ebenso wie diesen Beginn als kitschig einstufen möchte.

Anders steht es mit dem nachfolgenden „Sarajevo 12/24“. Der Savatage-Titel wird zwar in veränderter Form dargereicht, kann aber auch weiterhin mit seinem spannungsreichen Arrangement überzeugen. So vermag das Instrumentalstück deutlich mehr auszudrücken als sein glamouröser Vorgänger. „Believe“ schließt sich dem an; sollte man nicht eine grundsätzliche Aversion gegen Balladen haben, wird man von diesem stimmungsvollen Stück einfach nur begeistert sein. Mit viel Gefühl interpretiert, hinterlässt „Believe“ garantiert seine Spuren in den Ohren.

Dies war allerdings auch der vorläufige Höhepunkt der Scheibe. Mit „Wizards In Winter“ beginnt der bunte Reigen an Allerweltgeplänkel. Die Arrangements der Stücke leiden oft dermaßen an Spannungsarmut, dass ein Blick in ein Zierfischaquarium einem wilden Abenteuer gleicht. Gesteigert wird diese Empfindung nochmals in „Christmas Canon“ – der Titel erinnert doch eher an ein weihnachtliches Event bei der Volkssolidarität als an eine Symbiose von Rock-und Orchestermusik. Bombast und Pathos gehen zwar oft Händchen haltend einher, vermögen aber recht selten komplett zu überzeugen. Oft wirkt das Treiben aufgesetzt und entspricht wohl eher dem kunterbunten, wild funkelnden Geschmack der Amerikaner, als dem Musikgeschmack des europäischen Publikums. Zumal die Grundsteine, die einst im Rock oder Metal liegen, völlig abhandengekommen sind.

Glücklicherweise gibt es aber immer wieder Lichtblicke, wie zum Beispiel „A Last Illusion“, bei dem Einblendungen von Beethoven zu hören sind. Diese werden ebenso modern umgesetzt, wie Verdi oder Tschaikowski bei anderen Titeln. Die Neuinterpretation der Klassik innerhalb der Tracks ist zwar in sich schlüssig, wirkt allerdings nicht immer gelungen und klingt stellenweise recht flach. Hier sind die Originale dieser großartigen Komponisten durchaus vorzuziehen. Trotzdem wird insgesamt ein recht gelungener Brückenschlag zwischen Klassik und Moderne geboten.

„Christmas Nights In Blue“ überzeugt mit seiner rauchig-bluesigen Note, bevor es zu „Ornament“ wieder in Richtung „FSK 60+“ geht. Wobei dieser Song zugegebenermaßen auch als Titelmelodie eines jeden Walt-Disney-Films durchgehen könnte. Beendet wird die Songcollection mit dem ausschweifenden „Epiphany“. Hier vereinigen sich alle bisher gehörten Stile zu einem opulenten Werk, welches trotz seiner Überlänge durchaus nicht langweilig wird und so einen gelungen Ausklang bietet.

„Tales Of Winter“ gleicht als Gesamtwerk einer Buttercremetorte, die mit viel Zuckerguss verziert wurde. Das Ganze ist zwar auf den ersten Blick schön anzusehen, aber zu viel kann man davon nicht ertragen. Ebenso klebrig-süß wirkt das Album, oft ist es einfach zu viel Schnickschnack, der dem Hörer kredenzt wird. Auch wenn so manches völlig überladen wirkt, harmonieren die ausgewählten Stücke durchaus miteinander und ergeben ein bündiges Album. So ist es bestens vorstellbar, dass „Tales Of Winter“ als große Bühneninszenierung fantastisch funktioniert, als CD jedoch ist das Ganze recht anstrengend.

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