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Trans-Siberian Orchestra: Letters From The Labyrinth

Eine großartige Progrock-Scheibe
Wertung: 9/10
Genre: Progressive Rock/Progressive Metal
Spielzeit: 52:22
Release: 13.11.2015
Label: Universal

Was Avantasia für den Power Metal sind, das sind Trans-Siberian Orchestra für den Progressive Rock. Die vielköpfige und durchaus illustre Gruppe um die Masterminds Paul O’Neill, Robert Kinkel und Jon Olivia steht seit jeher für verspielten, anspruchsvollen Progressive Rock mit weit im Vordergrund platzierten Keyboards. Auch das neue Album der Band fällt hier nicht aus der Reihe. Eine Besonderheit gibt es aber doch. Textlich bewegt man sich weg vom klassischen Konzeptalbum und auch die mehrfach verwendete Weihnachtsthematik bleibt aus. Doch alles der Reihe nach.

Trans-Siberian Orchestra starten ihre neue Platte mit orchestralen und choralen Klängen. Der Opener „Time And Distance“ vermittelt allerdings noch keinen umfassenden Eindruck von „Letters From The Labyrinth“. Erst mit den nächsten paar Nummern kann man sich als Hörer ein aussagekräftiges Bild machen. Denn die wirklich starken Stücke sind nicht die Kracher auf der Platte. Obwohl man mit den kräftigen Titeln schon auch gut Spaß haben kann, überzeugen in erster Linie die Balladen auf ganzer Linie. Ganz speziell sind es vor allem die großartigen Sängerinnen, die hier punkten können.

Gut ausgearbeitet ist auch der Plot, der aus einem vielschichtigen Themengebiet dann doch wieder ein Konzeptalbum macht. Die Geschichte gründet nämlich auf dem Album „Night Castle“ und erzählt von einem Briefwechsel zwischen einem Kind und einem Freund des Großvaters, die stellvertretend stehen für die Weisheit der Vergangenheit und die Hoffnungen der Zukunft. Daraus ergeben sich wunderbare Texte, die sich mit verschiedenen Themen des uns umgebenen Lebens befassen. Da geht es zum Beispiel um Mobbing („Not The Same“), um die Perversion des Bankensystems („Not Dead Yet“) oder allgemeiner um die Reise der Menschen durch die Zeit („Time And Distance“). Diese ganzen Themengebiete sind intelligent verknüpft zu einer Geschichte, durch die man sich als Hörer gerne führen lässt.

„Letters From The Labyrinth“ bietet eine Stunde Hörgenuss pur, der auch so schnell nicht abflacht, da es ständig neues zu entdecken gibt. Die Stücke sind extrem aufwändig komponiert und arrangiert, weisen jedoch alle einen konstanten roten Faden auf, der sich auch über die Titel hinaus durch das ganze Album zieht. So macht es auch am meisten Sinn, die Platte einfach am Stück durchlaufen zu lassen. Zu Beginn könnte sich die Musik eventuell sogar als etwas sperrig erweisen, weil man als Hörer eine solche Fülle an Melodien, Instrumenten und Sängerinnen bzw. Sängern gar nicht gewohnt ist. Dieser anfängliche leichte Nachteil erweist sich später allerdings als der große Pluspunkt der Scheibe, da sie eben auch nach dem 30. Durchlauf kein Fünkchen ihrer Spannung verliert.

Trans-Siberian Orchestra erschaffen hier kein neues Genre. Sie machen das, was sie am besten können. Und das machen sie gut. Als einzigen kleinen Wermutstropfen könnte man anführen, dass man die Songs eventuell in ein bisschen moderneres Soundgewand hätte packen können. Vielleicht hätten sie dadurch aber auch an Zauber verloren. An Fans von Savatage, früheren Alben von TSO und alle Progrock-Interessierten geht eine ganz klare Kaufempfehlung. Hier handelt es sich um Kompositionen auf sehr hohem Niveau.

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