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Trance Groove: Orange

Improvisierte Hintergrundmusik
Wertung: 3/10
Genre: Ambient/Electronica/Jazz
Spielzeit: 63:9
Release: 06.06.2008
Label: Westpark Music

Improvisierte Musik, die aus dem Moment entsteht, sollte man nicht auf Tonträger bannen. Das unbeschreibliche Live-Feeling, die Emotionen dieses Augenblicks gehen verloren. So argumentieren zumindest viele Freunde dieser Spontanmusik. Die deutsche Formation Trance Groove hat das noch nie interessiert und bringt mit „Orange“ ihr nunmehr siebtes Album auf den Markt. Nun stellt sich für den Hörer natürlich die Frage: Gelingt das Unterfangen, Improvisationsmusik vernünftig auf Platte zu bannen?

Trance Groove spielen eine ambiente Mischung aus Electronica, Jazz, Rock und Reggae-Versatzstücken. Klingt gar nicht mal übel, in der Praxis sieht das dann aber doch etwas anders aus. Mit einem umfangreichen Instrumentenrepertoire, welches Saxophon, Trompete, Keyboard, Turntable, Congas und weiteres vorweisen kann, wird nun versucht, Lounge-Musik zu kreieren. Leider wirkt die Zusammensetzung der Elemente oft zu austauschbar und künstlich. Während sich bei einem Liveauftritt der großen Bande sicherlich eine Art Trance einstellt, gelingt dies auf CD leider überhaupt nicht. „Orange“ mutiert zu Hintergrundmusik – aber ist es das, was sie wollen?

Die Band scheint ein bunt zusammengewürfelter Haufen Profimusiker zu sein, da so einige sich in so renommierten Kapellen wie der Harald-Schmidt-Show-Band oder der NDR Bigband vergnügen. 1992 gründete Drummer und Percussionist Stefan Krachten sein Projekt Trance Groove, aber auch zu diesem Zeitpunkt war er bei weitem kein unbeschriebenes Blatt mehr. Trance Groove kann also als eine Art Ausgleichprojekt zu ebenjenen geradlinigen Bands zu sehen. Loops und Impro statt Noten und Disziplin.

Viel zu präsent sind die Jazz-Ausflüge des Gefüges. Das Saxophon mit ziemlich viel Hall lässt den Sound ungemein altern, was im krassen Kontext zu den teilweise funkigen Gitarren steht. Die percussive Untermalung ist häufig nachvollziehbar, doch könnte auch dort noch die ein oder andere Schippe Intensität draufgepackt werden. Die Idee, mit Turntable zu arbeiten, ist innovativ und passt sich auch gut ein, ebenso wie der Bass, welcher akzentuierend vor sich hin tönt.

Titelsong „Orange“ wartet also mit modernen, elektronischen Elementen auf, „Serge Gainsbourg“ bedient eher die Reggae-Schiene. „Track Seven“ bedient Freunde des Gesangs und „Koan“ ist der klassische Ambient-Song. Der Bonustrack „Reich der Träume“ ist ein Tribut an die Velvet Underground-Sängerin Nico, die vor 20 Jahren das Zeitliche segnete. Leider ein Reinfall.

Insgesamt ist „Orange“ wohl nur Ambient/Electronica-Freunden mit einer Affinität zu Jazz-Musik zu empfehlen. In Lounge-Bars mag sich die Musik vielleicht im Hintergrund noch ertragen lassen, an der heimischen Anlage in voller Lautstärke gelingt das Begeistern des Hörers leider nicht. Nichtsdestotrotz bin ich davon überzeugt, dass die Musik, gerade wegen ihres Improvisationshintergrundes, bei einem Livekonzert durchaus überzeugen kann.

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