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Tragedian: Dreamscape

Zuviel gewollt
Wertung: 4.5/10
Genre: Melodic Power Metal
Spielzeit: 45:52
Release: 12.09.2008
Label: Artist Service

Deutscher Power Metal ist sehr begehrt. Gamma Ray erleben seit ihrem letzten Album einen großen Popularitätsschub und auch neue Bands stoßen wieder vermehrt in dieses Genre. Nun gesellen sich auch Tragedian dazu. Das eher unspektakuläre und etwas simple Cover, das es in ähnlicher Form schon häufiger gegeben hat, könnte zwar auch in eine etwas stärkere Blind Guardian Richtung verweisen, aber man begibt sich doch eher in Melodic Power Metal Gefilde mit dementsprechenden Vocals.

Das Intro hört auf den Namen „Tartarus“ und sorgt für Spannung, wenngleich das Ganze recht kühl wirkt und irgendwie nach Eiszeit anmutet. Ganz nett, aber nicht wirklich der große Einstieg, zumal man es verpasst hat, ohne Pause in den ersten Song überzugehen und so wirkt das Intro wie ein Fremdkörper.

„Eternal Flight“ startet also somit erst wirklich das Album. Auch wenn man irgendwie an Helloween oder Gamma Ray zu denken gewillt ist, so ist man hier leider in einer anderen Qualitätsregion. Zwar spielt man solide, aber irgendwie ist da nichts Neues, Spannendes oder Herausragendes. Wie ein lauer Versuch, in die Fußstapfen der Großen zu treten. Der Gesang von Timo Behrens klingt speziell bei diesem Song absolut nicht überzeugend, fast schon ein wenig gelangweilt. Der Chorus ist recht nahe an der Grenze des akzeptablen, zu uninspiriert klingt das. Da kann die wirklich nicht schlechte Gitarrenarbeit leider auch nicht viel retten.

„Turn Back Time“ beginnt da zwar nicht gerade welterneuernd, aber dennoch deutlich aufgeweckter. Die Keyboards von Leadgitarrist Gabrielle Palermo stehen zwar etwas zu weit im Vordergrund, verblüffen aber zeitweise mit ein wenig Hammond Orgel Touch. Der Gesang fühlt sich eigentlich auch deutlich besser an, wenn nur dieser irgendwie erzwungene, gehetzte Refrain nicht wäre. Schade, das hätte mehr sein können.

„Immortality“ wird von Drummer Lennart Medebach wieder kräftig nach vorne gepusht. Schönerweise hat man es geschafft, einen eher ansprechenden Refrain hinzubekommen. Die Keyboards kämpfen gegen die Gitarren an und man fragt sich stetig, wer denn nun gewinnen mag. Das Haupthaar wird geschüttelt und man freut sich über ein erstes, kleines Highlight.

Der Titelsong „Dreamscape“ kann da fast mithalten, auch wenn man hier vielleicht ein wenig zu sehr die Geschwindigkeit im Auge behalten hat. Die kleinen Breaks etwas ausgedehnt und etwas mehr Gitarrenakrobatik und das Ganze käme frischer und unterhaltsamer rüber. So läuft die Band permanent Gefahr, in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.

„Broken Dream“ stellt dann die obligatorische Powerballade da. Nicht schlecht, wenngleich man dies schon hundertfach besser geboten bekommen hat. Seltsamerweise werden die Keyboards gerade bei der Ballade des Albums doch recht kurz gehalten. Im Solo kommt dann aber ein wenig Tristesse auf, denn anstatt hier klanglich krass heraus zu stechen, wird lieber seicht gezockt. Die Gesanglinie gefällt, aber das ist auf dem hart umkämpften Markt einfach zu wenig. Das wurde schon zu oft deutlich besser gemacht.

Irgendwie wollte man wohl auch bei „New Promise Land“ zuviel. Man prescht hier quasi durch den Song in einem Tempo, welches ruhig etwas variabler gestaltet hätte sein dürfen. Der Kampf um die Vormachtsstellung zwischen Keyboards und Gitarren beginnt dann auch langsam etwas zu nerven.

„Napoleon“ gerät etwas besser, zumal die Vocals deutlich energischer artikuliert werden. Die Gitarre bekommt etwas mehr Freiraum und weiß zu überzeugen. Wenn man das bisherige Material betrachtet, kann man von einem Highlight sprechen, auch wenn sich die Schlachtfeldgeräusche recht unecht anhören.

„Trials Of Fire“ beginnt stark, wird dann aber durch den 08/15 Refrain wieder kräftig ausgebremst. Prädikat: Ganz nett, aber nicht wichtig.

Kommen wir also zum letzten Song „Conqueros“, der allerdings in zwei Versionen dargeboten wird. Und tatsächlich sorgt er für etwas mehr Stimmung. Der True Metal Flair, den dieser Song umgibt, steht der Band gut. Nicht, dass man sich in die Oberliga katapultieren könnte, aber dieser Song ist schon das wirkliche Highlight des Albums. Irgendwie aber nicht sehr gelungen ist die Tatsache, dass direkt nach diesem Song dann auch noch die „Orchestral“ Version kommt.

Wäre sicher besser gewesen, wenn man den Song weiter vorne im Album platziert hätte. Diese Version ist aber wieder mit dem ewigen Kampf Keyboards vs. Guitar behaftet, was verdeutlicht, dass ein großes Manko der Band darin besteht, dass sie mit ihrem Synthesizer viel Atmosphäre einfach zupflastern. Noch deutlicher hätte die Band das nicht zeigen können. Nach einer kleinen Zeitschindepause gibt es dann noch mal einen Part ohne Schlagzeug, Bass und Gitarre, was sich auch besser anhört als die „Orchestral“ Version, aber nicht mit der normalen Fassung mithalten kann.

Fazit: Ich bin mir irgendwie nicht sicher, ob die Band schon wirklich ihren Stil gefunden hat, immer wieder blitzen kleine Parts hervor, die interessant klingen. Man weiß nicht, ob nun die Gitarren oder die Keyboards das entscheidende Instrument darstellen sollen. Der Gesang birgt einige Schwächen in den Gesanglinien, auch wenn man Timo Behrens eine gute Stimme bescheinigen muss. Es darf schwer bezweifelt werden, ob der Band mit diesem Album der Durchbruch gelingt.

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