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Traces Of You: Deliverance

Eine Hardcoretruppe, die dezente Melodien einzusetzen weiß
Wertung: 8/10
Genre: Hardcore
Spielzeit: 27:21
Release: 24.04.2015
Label: Swell Creek Records

Traces Of You könnten auf den ersten Blick eine Hardcore-Band wie jede andere sein. Die vier Jungs sind zwar recht bunt zusammengewürfelt und stammen aus Holland, Deutschland und Italien, und zumindest zwei Bandmitglieder geben sich dem Straight Edge hin, aber das allein ist im großen Meer der Hardcore-Bands noch lange kein Alleinstellungsmerkmal. Was da schon eher ins Auge fällt, ist das indisch anmutende Coverartwork der aktuellen Platte „Deliverance“. Klappt man die Hülle auf und holt die CD heraus, befindet sich im Inlay eine Art Meditationsgebet. Schaut man sich dann noch die Credits an und liest, dass die Band ausdrücklich A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada (wat für'n Zeug? – Anm. d. Red.) dankt, der einige heilige Schriften des Hinduismus nicht nur verfasst, sondern auch übersetzt und außerdem die Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein gegründet hat, kann man sich vorstellen, dass Traces Of You keine ganz gewöhnliche Band sind.

Essenziell im Krishna-Glauben ist eine besonders emotionale Hingabe zur Religion – Traces Of You selbst beschrieben ihre Songs dementsprechend als positiv und spirituell und mischen nach eigenen Aussagen „Bands wie Terror, Madball, Comeback Kid oder Hatebreed [mit Bands wie] 108, Shelter oder Abhinanda“. Eine durchaus exotische Mischung also, die zumindest beim Lesen schon neugierig macht.

Nun versteht man ja naturgemäß beim bloßen Hören eher wenig von den Texten, die Sänger Simo Putzu hier auf der knappen halben Stunde herausbrüllt. Beim Nachlesen im Booklet wirken die Lyrics dann zum Teil ein wenig abstrakt, die Power rinnt aber ungefiltert durch die Boxen – Traces Of You sind technisch sehr versiert, keine Frage – gerade der knapp anderthalbminütige Opener „Pierce The Veil“ ist mit seinen knackigen Gangshouts und teils recht klassischem Schlagzeug ein gutes Beispiel, dafür kommt der Nachfolger „At Any Cost“ schon ein bisschen trocken daher.

Stücke wie „Evolve!“ ballern dann so gnadenlos drauflos, dass der Härtefaktor der Platte gleich mal ordentlich nach oben schnellt, dabei haben Traces Of You aber immer ein paar Melodiebögen im Ärmel, die oftmals ganz dezent im Hintergrund eingesetzt werden, so dass die Platte immer noch eher in die Hard- als in die Metalcore-Ecke gesteckt werden kann.

Ein besonderes Beispiel für Melodieeinsatz ist das rasante „Realization And Bliss“ mit seiner düsteren Melodie, die von der Bridge bis in den Refrain ausgedehnt wird und super zu Simos kraftvollem Geschrei passt. Eine ähnliche Stimmung verbreitet „Never Surrender“, das gleich zu Beginn mit einer einprägsamen, einsam anmutenden Gitarre aufwarten kann; besonders durch geschickt eingesetzte Tempowechsel kann das Quartett hier Punkte sammeln, zumal das erwähnte Gitarrenriff gegen Ende erneut ins Spiel kommt.

Überraschend angepisst und spielfreudig zeigen sich Traces Of You auf „Deliverance“. Genrefans dürfen hier blind zugreifen und sollten sich auch von den teils spirituellen Inhalten nicht abschrecken lassen, denn wie so ziemlich jede andere Hardcore-Band beschäftigt sich die Multikulti-Truppe auch mit sozialkritischen und selbstkritischen Themen. Lediglich ein bisschen Abwechslung fehlt einem nach dem fünften oder sechsten Durchgang, aber wenn der Vierer seine größten Stärke – nämlich die dezenten melodischen Gitarren – noch ausbaut, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

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