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Tracenine: Breaking Silence

Nicht mitreißend genug für den europäischen Markt
Wertung: 6.5/10
Genre: NuMetal
Spielzeit: 48:39
Release: 11.09.2009
Label: Fastball Music

Die vier Kanadier von Tracenine dürften in Deutschland noch weitestgehend unbekannt sein. Haben sie zwar in ihrer Heimat schon für einiges Aufsehen gesorgt, für einige hochkarätige Nominierungen gesorgt und auch Preisgelder abgeräumt, so ließen sich die vier in Europa als Opener des Sweden Rocks-Festivals blicken.

Musikalisch bewegt man sich im Chartorientierten Nu Metal, der seine Haupteinflüsse bei Disturbed bezogen hat. Das Ganze klingt recht gefällig und kann sicher bei entsprechender Vermarktung auch in den Top 100 punkten. Das Ganze wird wohldosiert poliert und massenkompatibel gezockt, ohne dabei allerdings jegliche Power zu entsorgen.

„Betrayed“ beginnt recht modern mit Drums und den Szenetypischen Gesangseinlagen. Schnell wird der herausgearbeitete Refrain serviert, damit der Hörer direkt weiß, was ihn erwartet. Klingt wirklich nicht verachtlich, auch wenn die Melodien nicht so hängen bleiben wie man sich das wünschen würde. Trotzdem machen es die Jungs ganz ordentlich. Die Leadgitarre von Adrian C. Blaney zeigt, dass sie einiges an Kraft beinhaltet. Und trotzdem thront über allem die massenkompatible Stimme von Matt Rahn, der im übrigen auch für die zweite Gitarre die Verantwortung übernimmt.

„Spare Your Soul“ geht den gleichen Weg und weiß zumindest angenehm die Zeit zu vertreiben. Warum sich aber auch dieser Song nicht wirklich im Gedächtnis festsetzen will, ist mir nicht klar, denn eigentlich passt hier alles. Vielleicht hat man in der Hochzeit des Nu Metal einfach zu viel von der ähnlichen Mucke gehört und ist inzwischen abgestumpfter, da ja auch, wenn man ehrlich ist, nicht wirklich Neues geboten wird und das Besondere, was dann eventuell den Tracenine-Sound ausmachen würde, nicht vorhanden ist.

„Ready To Roll“ treibt ein wenig mehr, bevor man in die üblichen Sprechgesänge übergeht. Im abgehackten Gesangsstil, den auch [Limp BizkitMichael Jackson schon recht erfolgreich bearbeitet haben, kann man aber sehen, dass da einiges Herzblut drin steckt. Das überzeugt und wurde nun auch zur ersten Videoauskopplung der CD.

Natürlich darf dann aber auch langsam mal ein etwas balladeskeres Stück nicht fehlen. Um dem gerecht zu werden, wird die Powerballade „Open Your Eyes“ nachgeschoben. Es klingt in den ruhigen Phasen fast wie Def Leppard, um dann aber immer wieder kraftvoll in Nu Metal-Gefilde abzugleiten. Guter Aufbau einer starken Nummer, die viel Spaßpotenzial mit sich bringt.

„Blown Away“ wirkt da doch deutlich schwächer. Irgendwie eher 08/15-Chartoptimiert als für das Metal-Herz verträglich. Drummer Rob Weir kann wie auf dem kompletten Album mit seiner soliden Arbeitsleistung überzeugen. Manchmal klingt es zwar etwas synthetisch, aber das passt hier in den Gesamtsound gut rein.

„St. Luciferlike“ scheint zu Beginn deutlich druckvoller agieren zu wollen, welches dann aber dich recht schnell wieder eingestellt wird. Der ordentliche Bass von Dennis Napper kann zwar überzeugen, gerät aber in dem doch sehr mittelprächtigen Song etwas unter die Räder.
„Dead Inside“ beginnt dann wieder sehr ruhig, um dann im Refrain etwas druckvoller zu werden und schon hundertmal besser gehörte Allerweltsmelodien zu verbreiten. Vielleicht hätte die Band mal mehr Nickelback hören sollen, denn die kriegen das deutlich präsenter hin.

„Burning Bed“ versucht zwar auch wieder, einiges an Groove zu erzeugen, weiß aber trotzdem nicht wirklich mitzureißen, etwas weniger Sound, mehr Härte und aggressivere Vocals und das Ganze könnte deutlich ergreifender sein. Schade, dass Matt Rahn nicht auch einfach mal versucht, seine Stimmbänder nach außen zu schreien. Das hätte hier besser gepasst.

„Before I Awake“ besitzt vom Refrain her etwas mehr Chartgene, auch wenn es etwas rauer zugeht. Leider wird hier aber dann auch mit zu vielen Effekten gearbeitet, welches wiederum im eigentlichen Songverlauf vermieden wird. Die Backing Vocals stechen fast mehr hervor als der Lead-Gesang. „Let Me Go“ vergeigt den etwas progressiv angehauchten Einstieg, da der überhaupt nicht zum Rest des Songs passt. Das braucht kein Mensch mehr anno 2009.

„Freefall“ zeigt dann auch recht deutlich, dass die Zweifel, ob es die Band wirklich schaffen wird, in Europa Fuß zu fassen, berechtigt sind. Es klingt recht stark auf den amerikanischen Markt zugeschnitten. Radioairplay definitiv erwünscht, aber hierzulande wird der Schuss wohl nach hinten losgehen. Was sollte den Interessierten daran hindern, lieber zu Bands wie den oben schon erwähnten Disturbed zu greifen? Zwar kopiert man die vermeintlichen Vorbilder nicht einfach, aber der Einfluss ist stets gegenwärtig.

„Eye For An Eye“ bereitet dann auch eher schlecht das große Finale vor. Der Begriff Lückenfüller drängt sich fast schon ein wenig auf.
Das Ende bestreitet dann die akustische Ballade „Unleash My Soul“. Gute Idee, aber der Song ist nicht stark genug, um hier ein großes Ausrufezeichen zu setzen. Das können hunderte anderer Bands besser. Trotzdem für das Album ein positiver Schlusspunkt.

Fazit: Ein Album, welches man durchaus im Hintergrund laufen lassen kann, Insgesamt deutlich zu wenig, um wohl erfolgstechnisch richtig durchzustarten, oder einfach nur zu spät, da der Nu Metal-Boom einfach schon wieder vorbei ist. Etwas eigenständiger und weniger Schielen auf die Charts könnten hier für deutlich mehr Freude sorgen.

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