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Tracedawn: Ego Anthem

Eine der Bands der Stunde?!
Wertung: 6.5/10
Genre: Melodic Death Meal
Spielzeit: 38:48
Release: 25.09.2009
Label: Darkkar Records

Vollmundig als große neue Hoffnung der Metal-Szene angepriesen, können Tracedawn eigentlich nur unter dieser Last zerbrechen. Leider hat diese Art des Marketings, den man sonst eher aus dem Bereich der Pop-Musik kennt, schon seit einigen Jahren auch in unserer Szene Schule gemacht und so hauen uns die Labels ein „next big thing“ nach dem anderen um die Ohren. Inwieweit die Wirtschaftskrise (dass ich dieses Wort mal in einem Review verwende) damit zu tun hat, sei mal dahingestellt. Fakt ist aber, dass man mittlerweile mit einer gewissen Skepsis an vermeintlich extrem populäre Newcomer herangeht. Damit kommen wir nun zu Tracedawn, die mit „Ego Anthem“ ihr zweites Album nach dem selbstbenannten Debüt aus dem letzten Jahr veröffentlichen.

Mit ihrem Melodic Death Metal der Marke Children Of Bodom, neueren In Flames sowie Soilwork treffen sie offensichtlich genau den Nerv einer großen Zielgruppe, denn das Label hat für die Produktion dieses Albums wohl eine ordentliche Stange Geld springen lassen. Glasklar tönen die Instrumente aus den Boxen und setzen harsche Parts genauso gut in Szene wie den vereinzelt auftauchenden cleanen Gesang, der eben typisch finnisch klingt.

Nachdem die bloßen Fakten genannt sind, darf nun also die Frage gestellt werden, die sicherlich einigen auf der Zunge brennt: Wozu braucht man diese Platte oder besser, die gesamte Band, wenn sie so glasklar nach ihren Vorbildern klingen? Nun, streng genommen braucht sie kein Mensch. Damit würde man den jungen Finnen aber ein wenig Unrecht tun, denn welche blutjunge Band hat schon direkt einen eigenen, unverwechselbaren Stil? Außerdem gibt es wesentlich untalentiertere Songwriter als Tracedawn, deren Musik zwar nicht originell, aber niemals kalkuliert klingt. Sie versuchen nicht, auf einen Zug aufzuspringen, sondern spielen lediglich die Musik, die ihnen gefällt.

Aus dieser Unbekümmertheit entstehen immer wieder gelungene Songs wie das melodische „You Way Is Not For Me“ und das leicht vertrackte „Brain Attack“. Einen großen Anteil daran hat Sänger Antti Lappalainen, der viel von Soilworks Speed und Trivium Frontmann Matt in der Stimme hat. Dazu haben die Gitarristen Tuomas und Jeremy ihren Laiho gelernt und bieten auf dem gesamten Album eine gute Leistung.

Fazit: Man tut sich ja immer ein wenig schwer, auf so junge Bands einzudreschen. Wenn einer der alten Hasen ein solches Album veröffentlichen würde, wäre das Geschrei wegen Stillstand und Selbstkopie groß. Tracedawn sind, und das muss man auch durch die rosarote Fanbrille sehen, ein Plagiat der genannten Bands. Ein Gutes zwar, aber das Original war schon immer besser als die Kopie. Daher auch die niedrige Bewertung, die Fans des finnischen Quintetts sicher verwundern wird. Aber eine Band, die wie zig andere klingt, brauche ich persönlich nicht, vor allem, wenn sie sich hauptsächlich an den Bodomskindern orientiert, die ich ja ganz besonders furchtbar finde. Sorry Tracedawn, ich wünsche euch dennoch das Beste und vor allem ein wenig Eigenständigkeit.

Ach ja: Cooles Cover!

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