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Toxocara: The Great Rebellious

Nacharbeit notwendig
Wertung: 6/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 37:58
Release: 11.01.2008
Label: twilight

Hm … Spulwürmer (die deutsche Bedeutung von Toxocara) habe ich aus meinem Bio-LK doch etwas anders in Erinnerung, auch wenn das schon ein paar Tage zurückliegt. Okay, hier ist des Rätsels Lösung: Bei diesen Toxocara handelt es sich um eine Death Metal-Combo aus dem Land der Grachten, der Coffeeshops und der netten Dame mit dem leckeren Käse.

Ähnlich wie auch bei den Belgiern von Creature ist eine Dame im Bandgefüge der Old-School-Death Metaller integriert, hier ist dies Sanne am Posten des Tieftöners. Einerseits ist es schon ziemlich beeindruckend, mit welchen Hochgeschwindigkeitsgeschützen die Kombo hier aufzufahren weiß. Es bollert von Anfang an bis zum Ende des Longplayers ununterbrochen und einer Salve folgt die nächste. So, als ob man sich während eines unbarmherzigen Dauerfeuers im Schützengraben befinden würde.

Genau das ist jedoch auch die Krux des Ganzen, denn außer ein paar kleinen Highlights, welche aufhorchen lassen („U-48 – Dive Of Death“ als Ganzes) sowie gekonntem Riffing wie beispielsweise in „Fusillade The Coalescent“, kommt da nicht mehr allzu viel hinterher, was einen die CD auf Dauerfeuer …äh, ich meine –Rotation laufen lässt.

Ohne jegliches Vorgeplänkel geht es auch schon ab auf Gefechtsstation mit „Godking“, welches nicht zuletzt durch das oberamtliche Drumming Gehör verschafft. 

Ein ziemlich eindrucksvoller erster Eindruck. Trotz des gewollten Effekts der bedrohlichen Stimmung kommt neben der erstklassigen Qualität der Musiker an sich in dem deathmäßig-technisch angehauchten „The Connate Conflict” nicht allzu viel dabei rum, was sich im Hirn festzusetzen vermag – schade drum. Auch das folgende „Wake Of The Controversy” ändert an dieser Feststellung leider wenig.

Zu „U48 – Dive Of Death“ könnte ich mir sehr gut ein bestens in Szene gesetztes Video vorstellen. Dieses Stück zeigt auf, wozu Toxocara trotz all ihrer präsentierten Härte sonst noch imstande sind: Hier gibt es ein Paradebeispiel für ausgeklügeltes Songwriting.

Leider ist es jedoch so, dass sich mit fortlaufender Spielzeit dieses fiese, kleine Ding namens Gleichförmigkeit einnistet. Dieser kleine Mann im Ohr macht mir dann auch höchst eindrucksvoll glaubhaft, dass das Gehörte handwerklich zwar richtig wuchtig gut ist, aber dennoch an Variabilität vermissen lässt. Dadurch begünstigt das Material dann doch so etwas wie Sekundenschlaf. Oder man bemerkt erst gar nicht, dass nicht mehr „Among Amon“, sondern schon „Fusillade The Coalescent“ durch die Boxen ballert – oder ist es doch schon „The Stories Of The Palatinian Succession“?

Leider vermag auch „Maenadic Mausoleum” als Schlusslicht der CD es nicht, das Ruder noch herumzureißen, auch wenn der Beginn zunächst recht vielversprechend aufgebaut wird und im weiteren Verlauf auch mal etwas mit der Geschwindigkeit variiert wird. Mehr davon wünscht man sich für künftige Kreuzfeuer. Schade auch, dass das Stück lediglich ausgefaded wird.

Die Produktion bügelt einem die ersten Mimikfältchen aus der Visage, so druckvoll kommen die Songs durch die Membranen. Genau so muss man diese Mucke auch in Szene setzen, gute Arbeit.

Fazit: Handwerklich erste Güteklasse, jedoch bedarf es einiger Nacharbeit im Ausdruck. Mehr Abwechslung ist für künftige Schlachtfetzen dringend vonnöten.

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