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Towers Of London: Blood, Sweat und Towers

Sie setzen zum erfolgreichen Sturzflug an
Wertung: 8/10
Genre: Punk Rock
Spielzeit: 43:34
Release: 26.05.2006
Label: Edel Records

Ich glaube es ja nicht! Aber es ist wirklich so: Es gibt definitiv ein Leben nach den glorreichen Sex Pistols! Towers of London nennt sich das britische Chaoten-Quintett um Sänger Donny Tourette. Und schon kurz nach dem Einlegen der CD in den heimischen Player kommt es einem wirklich so vor, als wäre in den ganzen frühen 80er Jahren die Zeit plötzlich stehen geblieben: Ungemein schnoddrige Vocals, ein Slang unter aller Kanone und eine so dermaßen treibend-melodiöse Punk Rock Musikuntermalung, die nicht nur sämtlichen Altpunks das Pipi in die Augen treiben wird...

Was ist hier also geschehen? Eine wirklich berechtigte Frage. Vor allem, wenn man sich die Jungs der Combo mit ihren Dauerwellen und hoch toupierten Haaren (inkl. zerrissenen Röhrenjeans) mal genauer betrachtet. Sind wir wirklich schon im Jahre 2006 angekommen? Ist Sid Vicious definitiv und unwiederbringlich tot? Fragen über Fragen, über welche man im Grunde aber gar nicht lange nachdenken sollte. Schließlich geht es bei Towers of London nicht um philosophischen Tiefsinn und politische Korrektheit. Schon der kongeniale Geniestreich und Mitgröl-Opener “Air Guitar“ macht deutlich, wo hier der Hase lang läuft: Geboten wird nämlich stark promillehaltiger Anarchie-Spaß, ganz ohne Wenn und Aber! Vergessen ist das spießige Etablissement, die guten Tischmanieren und ein peinlich angepasster Rock ´n´ Roll Sound: Denn jetzt wird wirklich gerockt... Und zwar richtig!

Wie man auf Grund meiner fast schon freudetrunkenen Einleitung erkennen kann, haben wir hier wirklich eine kleine Besonderheit vor uns. In Zeiten angepasster Musikstile an die große Massentauglichkeit und dem gnadenlosen Untergang eines jedweden musikalischen Individuums, sind Towers of London wahrlich ein funkelnder Stern am ansonsten eher tristen Firmament. “Blood, Sweat and Towers“ ist purer, britischer Punk-Rock vom feinsten, der seine Herkunft und Nähe zu den Sex Pistols und den frühen Motley Crue nicht verleugnen will... Warum denn auch? Schließlich kann man das vorliegende Album durchaus als eine Remisenz an jene fulminante Epoche bezeichnen, als es auch noch ein Iggy Pop verstand richtig Gas zu geben!

Die Londoner Jungs bringen auf ihrem Debütwerk das kleine Kunstwerk fertig, eine fast schon vergessene und für tot geglaubte Ära wieder auferstehen zu lassen. Und dies mit wahrlich so viel interner Spielfreude, persönlicher Innovation und einer gnadenlosen Rücksichtslosigkeit auf aktuelle Trends und etwaige Marktprognosen: Old School Rotz-Punk meets Glam Rock meets the year 2006! Anders kann man das gehörte und dargebotene einfach nicht beschreiben...

Wie ebenfalls schon erwähnt, sollte man bei der vorliegenden CD lieber seine rhetorisch-intellektuellen Ansprüche zu Hause lassen: Songs wie beispielsweise “Fuck it up“, “Kill the Pop Scene“ und “I´m a Rat“ sprechen ihre ganz eigene (und deutliche!) Sprache. Die wie auch ihre Protagonisten völlig ungehemmt, laut, wild und unbändig ist. Als ein ganz besonderer Party- und Lagerfeuergag entpuppt sich hierbei vor allem die rein akustischen Version von “Fuck it up“, bei welcher lautes und rhythmisches Mitklatschen oberste Pflicht ist! Aber auch die anderen Tracks wollen und können einfach nicht enttäuschen. Dafür sind sie einfach ZU lebendig und vermitteln perfekt jenes authentische Rebellen-Feeling der frühen 80er Jahre.

In England sind Towers of London schon lange kein Geheimtipp mehr und hierzulande werden sie es bestimmt auch nicht mehr all zu lange sein. Oder wie schrieb doch so passend die Independent on Sunday: „The most notorious, remorseless, antisocial band in britain right now!“ Ja, da gibt es wohl wahrlich nichts weiter hinzuzufügen als: Fetzenjeans an, Haare wild zerstruweln und die große 0,5 Liter Bierdose aufgemacht: Denn die Towers of London setzen zum erfolgreichen Sturzflug auf die hiesigen Ohrmuscheln an!

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