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Tourist: The Relevance of Motion

Sehr frisches, modernes und eingängiges Rockalbum
Wertung: 7/10
Genre: Modern Rock
Spielzeit: 37:10
Release: 29.09.2006
Label: MTM Music

Ich glaube, mich würde so mancher verstehen, wenn ich jetzt sage, dass mich das Coverartwork des Tourist Debüts alles andere als positiv gestimmt hat. Zumal man sich unter einer Combo nichts vorstellen kann, die sich mit einem englischen Rasen – auf dem ein Paar hässliche, rote Gummistiefel stehen – beim Publikum „bewerben“ möchte. Doch bereits die Rückseite des Album-Artworks gibt wieder Grund zur Hoffnung: Pechschwarz gehalten und zentral in der Mitte giftet ein dicker Ballen aus spitzen, langen Dornen den unbedarften Betrachter an. Darunter, schräg links, die insgesamt zehn Titel umfassende Trackliste, welche mit Songtiteln der Kategorie “Jacbob´s Ladder“, “Throwing Stones“ und “Throw it Away“ auch eher pessimistisch anmutet (anstelle von positiven Gefühlen wie unbeschwerte Heiterkeit, die uns ja noch das Frontcover glaubhaft vermitteln wollte).

Somit stellt sich also die berechtigte Frage: Was (und ebenso wer) erwartet uns bei “The Relevation of Motion“? Die Antwort ist folgende: Hinter dem Projekt Tourist verbirgt sich die 5köpfige Modern Rock Clique um Sänger und Texter Blaine Braun. Jenes Quintett stammt aus dem beschaulichen Zentrum Vancouvers und hat seit Gründung im Jahre 2004 schon so manchen (nicht nur regionalen) Talent- und Nachwuchswettbewerb gewonnen (u.a. den “99.3 CFOX´s Vancouver Seed Competition“). Mit ihrem nun vorliegenden Debütalbum “The Relevance of Motion“ präsentieren Tourist ihr bisheriges Song-Repertoire erstmals auf Tonträger. Dass es sich dabei nicht um brandaktuelle Produktionen handelt, ist klar. Wobei der Zeitraum zwischen 2004 und 2005 (in dem alle hier enthaltenen Songs entstanden) und dem jetzigen Veröffentlichungsdatum, nun auch wieder nicht allzu groß ist.

Rein akustisch würde ich den Sound von Tourist eher mit den Anfangstagen von Nickelback vergleichen. Der Gesang von Blaine Braun ist eingängig, rau, aber immer melodiös. Ein guter und deutlicher Gitarrensound steht hierbei selbstredend mit im Vordergrund, ohne dabei aber jemals übertrieben dominant zu klingen. Atmosphärisch gibt man sich äußerst bodenständig und authentisch. Was in diesem Falle bedeutet, dass man bewusst „erdige Töne“ bevorzugt und so eine immer leicht melancholisch anmutende Stimmung im kompakten Klangkonstrukt vorfindet (zwar wirklich nur minimal, aber dennoch bemerkbar). Dass dabei auch mal kurze Elektro-Synthesizer Melodiebögen ihren Platz finden (wie beispielsweise in “Evertime we Touch“), hat durchaus seinen Sinn und wirkt ungemein feinfühlig und edel. Ein markanter Clou, der sicherlich auch dem Produzenten - und finalen Soundmixer - Mike Fraser (Metallica, Slipnot, The Cure und AC/DC) zu verdanken ist.

Das Tempo der dargebotenen Tracklist ist äußerst moderat, aber niemals eintönig oder gar langweilig! Es macht einfach Spaß, den im Schnitt 3 - 4 Minuten langen Songs zu lauschen und sich dabei die unterschiedlichsten Lebensgeschichten erzählen zu lassen. Lediglich bei “High Speed“ wird das Gitarrenspiel und die Grundstimmung insgesamt mal kurzzeitig zorniger und härter. Was aber (wie bereits schon mal weiter oben kurz erwähnt) alles andere als stört, sondern eher als Bereicherung anzusehen ist. Okay, den Abschlußtrack “It just doesn´t matter“ hätte man sich eventuell sparen können (oder ich bin einfach einer der wenigen, denen das eher schräg anmutende Akustik-Geplänkel nicht sonderlich behagt?). Hingegen sind Titel wie “Jacob´s Ladder“, “Throwing Stones“ und “Throw it Away“ wahre Sahneschnitten des Modern Rock - Genres und haben durchaus das Potenzial zum modernen Live-Klassiker.

Summa summarum: Wenn ihr euch von dem potthäßlichen Plattencover und der recht knapp bemessenen Spieldauer von gerade einmal 37 Minuten nicht abschrecken lasst, erwartet einem ein wirklich sehr frisches, modernes und eingängiges Rockalbum. Von deren Band man in Zukunft sicherlich noch einiges erwarten darf!

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