Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Touch The Spider!: Souls For Sale

Hass, Depressionen, Seelenqual und Hoffnungslosigkeit
Wertung: 4.5/10
Genre: Psychedelic, Stoner Doom Rock
Spielzeit: 45:26
Release: 10.07.2009
Label: Whereareyoufrom Records

Das zweite Album der aus dem Nordschwarzwald stammenden Band Touch The Spider! ist gerade erschienen und hört auf den Namen „Souls For Sale“. Nachdem man mit dem Doppel-CD-Debüt eher verhaltene Jubelstürme erzeugen konnte, versucht man, sich nun mit einer Einzelscheibe und lediglich 15 Songs besser zupräsentieren. Ob das gelungen ist, könnt ihr im Folgenden nachlesen.

Die Band widmet sich einem sehr 70er Jahre angenäherten Psychedelic Rock, gespickt mit ein wenig Stoner Rock und vereinzelten Doom-Passagen. Dass dies nicht wirklich kommerziell ist, weiß die Band wohl selbst, aber darum scheint es nicht zu gehen. Die beiden Bandmitglieder verstecken sich hinter Synonymen und verwirklichen sich quasi inkognito selbst. 

Im Retrosoundgewand wummert sich „Asore The Moon“ durch die Lautsprechermembranen. Recht düster, was die beiden da abziehen. Auch wenn der Song nur knapp zweieinhalb Minuten lang ist, so schafft er es dennoch recht schnell, eine gewisse Langeweile zu versprühen. Recht rumpelig düster wird hier im eher englisch gehaltenen Stil daher gerockt. Psycho Rock wird großgeschrieben, die monoton klingenden Vocals von Unholy Ghost, der auch für die Gitarre, den Bass, die Percussions und die Keyboards zuständig ist, klingen nur wenig aufregend. Leider ändert sich das auch mit „Lost“ nicht.

Etwas munterer rockt dann „This Ain`t A Love Song“, denn dieses Stück kann da zumindest die Langeweile vertreiben. Richtig, nennen wir es mal „kultig“, denn so wird es dann mit „The Die Has Been Cast“. Etwas abgedrehte Vocals, eine seltsam anmutende Gitarre und das Gefühl, dass die beiden vielleicht ein schlechtes Kraut geraucht haben könnten und nun in einen bösen Trip gerutscht sind. Puh, schwere Kost. 

So geht es dann weiter und weiter. „Searching“ klingt wie ein Song in der Entstehungsphase. Etwas mehr Pepp und das Ganze könnte etwas heller intoniert sogar etwas Flair versprühen. Seltsamer Weise können die beiden aber auch anders: „Eye Of Despair“ wirkt weniger öde und kann zumindest im Vergleich zu den bisherigen Songs deutlich punkten.

Der Titeltrack „Souls For Sale“ bietet neben orgelähnlichen Keyboardklängen einige Gesangsspielereien auf technischer Ebene. Das dann aufkommende militärische Drumming hat durchaus seinen Reiz. Irgendwie schafft es die Band dann, in zügigere Doom Rock-Pfade zu geraten. Und das hat durchaus seinen Reiz. Damit gelingt das ganz kleine dunkle Highlight des Albums.

Erstaunlicher Weise kann sich dann auch das etwas zügigere „Long Way To Hell“ durchaus ins Mittelmaß retten, was auch von „My God Is Dead“ unterstrichen wird. 
„Into The Unknown“ ist dann aber das beste Stück des Albums. In bester Doom Metal-Manier schleppt sich der Song Ton für Ton weiter. Irgendwie wird sogar ein winziges Stück Flair der Doom-Legende Trouble integriert, auch wenn dies durchaus nicht offensichtlich geschieht.

„War-Head“ erreicht dann wenigstens auch durchschnittliches Niveau, wobei „Nocturne“ noch mal gekonnt mit einigen Doom-Passagen punkten kann. In Anbetracht des kompletten Albums ist dies ein starker Abschluss, aber insgesamt trotzdem nicht wirklich stark.

Fazit: Hass, Depressionen, Seelenqual und Hoffnungslosigkeit will die Band verbreiten. Und das schafft sie auch, denn diese Musik ist weit davon entfernt, Spaß zu machen. Dies kann interessant sein, wie z.B. im Falle der ersten Demo von Cynicism, aber das hier ist über weiteste Strecken langweilig und wirkt eher nervend. Der zwar authentische, aber dadurch auch wirklich schlechte Sound sorgt zusätzlich für einiges an Frustpotenzial. Erst zum Ende hin kann man qualitativ etwas zulegen. Generell steht der Band eine doomigere Ausrichtung deutlich besser.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna