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Touch The Spider: I Spit On Your Grave

Weniger ist manchmal mehr
Wertung: 5.5/10
Genre: Stoner Rock/Doom Rock/Psychedelic
Spielzeit: 97:03
Release: 01.02.2009
Label: WHEREAREYOUFROMRECORDS

Ein Debüt-Doppelalbum (!) von einer nur aus zwei Musikern bestehenden Band, die das Werk auch noch in Eigenproduktion aufgenommen und gemastered hat, sieht man nicht alle Tage.

Aber der Reihe nach: Unholy Ghost (Gesang, Gitarre, Bass, Percussion, Keys) und Cosmic Energy (Drums, Percussion, Keys, FX) aus dem Nordschwarzwald haben nicht nur etwas gewöhnungsbedürftige Künstlernamen, sondern offensichtlich auch viel zu erzählen, was sie unter dem Bandnamen „Touch The Spider“ zu tun gedenken: Stolze 28 Songs bietet das Duo auf seinem Album „I Spit On Your Grave“ auf; alles in Eigenregie – inklusive Artwork -  produziert. Musikalisch ordnen sich die beiden irgendwo zwischen Black Sabbath, Joy Division, Saint Vitus, Motörhead, Pentagram und frühen Pink Floyd ein – das verspricht doch ganz interessant zu werden.

CD Numero eins wird eröffnet mit dem Track „Circle Of Lies“, der mit doomigen Gitarren langsam voranrollt. Als der Gesang einsetzt fühlt man sich tatsächlich kurz an Joy Division erinnert – allerdings klingt Unholy Ghost eher gelangweilt als leidend. Langweilig wird auf Dauer leider auch das Gitarrenriff, das lediglich im Refrain zugunsten von etwas mehr Fahrt unterbrochen wird. Repetitionen sind zwar ein legitimes Stilmittel, hier sorgen sie aber eher für einen ziemlich zähen Eindruck.

Mit „Where Are You From“ zeigen Touch The Spider dann aber, dass sie es auch besser können: abwechslungsreich, mit gutem Spannungsaufbau und druckvollem Sound fühlt man sich schon gleich besser unterhalten - so dürfte es gerne weitergehen.

Leider gestaltet sich der Großteil des restlichen Materials auf der ersten Scheibe als – gelinde gesagt – unspektakulär. Wenig bleibt im Ohr hängen, den Riffs fehlt die Prägnanz, den Songs die Variation. Und das „menschliche Leid“, das Unholy Ghost mir mit seinem Gesang vermitteln möchte, nehme ich ihm so nicht wirklich ab – dafür klingt der Gute meist viel zu zahm. Möglicherweise ist das auch – zumindest teilweise - der Produktion geschuldet, die von Song zu Song in ihrer Qualität oft schwankt; gesangstechnisch ist aber trotzdem noch einiges an Arbeit nötig. Mit dem Track „Cruel And Mean“, dem dynamischeren “Blues For Nicole” oder dem musikalisch interessanten „Six Feed“ hat CD eins zwar durchaus ihre Höhepunkte, insgesamt ist aber zuviel mittelmäßiges Füllmaterial vorhanden.

Bei einem Songtitel wie „Abra Macabra“ fühle ich mich direkt mal an Black Sabbaths „Sabbra Cadabra“ erinnert – und an Ozzy und Konsorten erinnert der Song auch musikalisch. So wird CD zwei schon wesentlich besser eröffnet als ihr Vorgänger, verliert sich aber leider auch zu großen Teilen in der Belanglosigkeit. Insgesamt sind Touch The Spider hier zügiger zugange als auf CD eins und verbraten auch die ein oder andere wirklich gute Riffidee – beispielsweise in den Songs „Wicked Wench“ oder „Street Cleaner“ – können aber erneut nicht völlig überzeugen. Übrigens bin ich mir völlig im unklaren, was die Band mit dem wirklich fürchterlichen Track „Gloomy Sunday“ am Ende der Tracklist bezwecken möchte – die Fusion von ruhigen Gitarrenpickings mit Black Metal Screams als Outro hätte man besser noch mal überdacht.

Was am Ende bleibt ist das Gefühl, es hier mit einer kreativen Band mit potentiell guten Ideen zu tun zu haben, die sich aber für ihr Debüt zu viel vorgenommen hat. Hätte man statt 28 Songs nur 13 oder 14 eingespielt, die dann aber bis zum Letzten ausgetüftelt und stimmig gesetzt - „I Spit On Your Grave“ hätte ein wirklich interessantes Hybridalbum in der Schnittmenge von unterschiedlichen Stilen werden können. In der vorliegenden Fassung ist die Platte aber zu belanglos und inhomogen um wirklich begeistern zu können. Wenn sich Touch The Spider für ihr nächstes Album aber auf ihre Stärken besinnen und diese ausspielen, steht einem interessanten, neuen Sound nichts mehr im Wege.

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