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Totenmond: Thronräuber

Die Ästhetik des Hässlichen
Wertung: 9.5/10
Genre: Doom/Crust Core
Spielzeit: 48:42
Release: 25.04.2008
Label: Massacre Records

Nach fast drei Jahren Funkstille meldet sich die schwäbische Doom/Crust Core Formation Totenmond in Form ihres neuesten und mittlerweile siebten Outputs zurück. "Thronräuber" nennt sich das Ganze und schafft es doch tatsächlich, sich als würdiger Nachfolger des grandiosen „TonbergUrtod“ zu entpuppen. In bester Totenmond-Manier wälzt das Backnanger Trio sämtliche Genrebegrenzungen um und bietet erneut ein krudes Zusammenspiel der Bereiche Noise, Doom und Crust mit leichten Punk Einschlägen, vermengt mit bedeutungsschwangeren, absurd angehauchten Texten, welche vor Patzer´s obskuren Neologismen nur so strotzen.

Vorab lässt sich sagen, dass die Scheibe wesentlich roher und ungeschliffener auf die Gehörgänge eindrischt als noch der ungemein groovende Vorgänger. Bereits der Opener „Luzifer stampft“ wird bei den Totenmond-Jüngern für einige Überraschung sorgen. Ungemein Blastbeat-lastig, mit kreischenden Gitarrenlinien und puristischer Schlagkraft driftet der Song fast schon in Black Metal Gefilde ab.

Wer nun entsetzt wegklicken möchte, sollte jedoch weiterlesen. Denn programmatisch ist der Opener deshalb keinesfalls. Vielmehr entpuppt er sich als Gegenlinie zu den anderen Tracks des neuesten Machwerkes, welche weiterhin die wohlbekannten und lieb gewonnenen Trademarks der Band enthalten. „Achtung Panzer!“ z.B. fährt auf der soliden Midtempo-Schiene und präsentiert sich als simpler, gnadenloser Brecher mit einem stampfenden Rhythmus, untermalt von Pazzers rauem, dreckigem Gesang. Überhaupt scheint bei Totenmond ein gewisses Maß an Rock´n´Roll in den Urklang Einzug erhalten zu haben. Auf schwerfällig-langatmige Passagen wurde zugunsten einer höheren Dynamik verzichtet, ohne aber die wohlbekannte Totenmond-Attitüde außer Acht zu lassen.

Dieser Eindruck manifestiert sich auch in dem grandiosen „Templum Omnium“, bei welchem sich aalglatte und doch bösartige Rock ´n´ Roll Passagen mit langsamen Doom-Elementen die Klinke in die Hand zu geben scheinen. Zu guter Letzt sollte noch das zähe „Sonnenstrahl“ Erwähnung finden, welches auf episch-progressivem Minimalismus basiert. Trotz des langwierigen, Frickeligen Songkernes wirkt das Stück packend und intensiv.

Summa Summarum habe ich hier ein fantastisches Album vorliegen, welches sich gänzlich von seinen Vorläufern unterscheidet und dennoch typisch Totenmond ist. Eine hübsch dreckige Produktion unterstreicht den räudigen Charakter der Platte und auch lyrisch wissen Patzers eigentümliche Ergüsse durchwegs zu überzeugen, zumal sie sich nun „geradliniger“ geben als auf den Vorgängerscheiben. Der Gesang Patzers ist bösartiger und grimmiger als die Kreischlaute jeder ex-beliebigen Pseudo-evil-Black Metal-Pussy Band.

Fazit: Totenmond schaffen es wie keine andere Band, das Hässliche zu ästhetisieren und dafür bin ich ihnen zutiefst dankbar.

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