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Totem: Day Before The End

Bester Polen-Thrash-Metal
Wertung: 9/10
Genre: Death Thrash Metal
Spielzeit: 37:43
Release: 21.01.2008
Label: Metal Mind Prod.

Das Sextett Totem aus Polen meldet sich mit „Day Before The End“ zurück. Nach bisher zwei Publikationen geht man nun zum dritten Death Thrash Metal Schlag über. Zugegeben, ich habe bisher noch nichts von der Band gehört und war ziemlich gespannt, was mich da erwatete, denn steinerne Cover und der Titel machten mich schon ein wenig neugierig, besonders, wenn ich dann auch noch an Underground Bands wie Neurothing denke.

Langsam wird in den Opener „Day Before The End“ eingeblendet, welcher sehr präzise und mit reichlich Power im Uptempo daherbolzt. Die Band wartet mit Deathmetalartigem Doppelgesang auf, wobei je 50 Prozent aus weiblicher und aus männlicher Kehle entstammen. Mit einer wahren Poweroffensive bolzt man sich in alter Sepultura Manier, gepaart mit hohem technischen Verständnis und gelegentlichen kleinen Metalcoreeinflüssen, durch den Opener. Der Schädel kreist automatisch, zu energetisch ist der Song geraten. Die Produktion hätte für meinen Geschmack noch etwas kräftiger ausfallen können, denn der mächtige Tieftonbereich ist etwas zu kurz geraten.

„The Race (P.O.C.B.F.E.O.O.M.)” beginnt mit Cellotönen, welche von einem weit entfernten schreiartigen Geräusch begleitet werden, bevor es dann wieder in die Offensive geht. Irgendwie würde ich mir wünschen, dass beide Vocals etwas massiver rüber kämen. Trotzdem sorgt gerade die technische Verspieltheit der Songs, welche schon einen kleinen progressiven Charakter besitzen, für viel Freude und Ambitionen, die Replay-Taste zu bedienen. Klasse, was die Band hier kreiert hat. Das fast schon seltsam anmutende Gitarrensolo passt da richtig gut rein, was man von dem doch ziemlich misslungenen, cleanen Gesang nicht wirklich sagen kann.

„Merry-Go-Round“ gerät dann zu einem Highlight, da die Vocals von War und Auman hier so richtig schön in die Beißerleiste treten. Der Schädel erreicht den vollem Bewegungsradius und bekommt nur kurzzeitig ein wenig Ruhe in den langsameren Passagen, welche von absolut genialen Gitarrensoli verziert sind. Toll, was Dzierzu und Rudy da an den Sechssaitern zusammengezaubert haben. Das Ganze dann auch noch, ohne bei großen Vorbildern abzukupfern und somit richtig eigenständig.

„Taste Of Life“ wird maßgeblich von Drummer Toma eingeleitet, wobei mir hier eine tieftonlastigere Produktion fehlt, aber auch so kann man klar raushören, mit welcher Kraft und technischer Versiertheit zu Werke gegangen wird. Der Song hämmert sich ein wenig mehr im schnelleren Midtempo durch die Lautsprechermembranen. Die kurz eingestreuten, cleanen Vocals stören hier zum Glück nicht so sehr.

„Lost Dimension“ ist da etwas schlichter geraten, besticht aber durch die auffordernd schreienden Vocals trotzdem, wobei ich mir hier gerne mal als Vergleich Cripper`s Britta am Mikro gewünscht hätte. Aber sei`s drum, das ist eh mäkeln auf hohem Niveau. Absolut gelungen, wie die Band zwischen den unterschiedlichen Musikparts hin und her gleitet, ohne dass es irgendwie erzwungen oder aufgestzt wirkt. Irgendwie auch cool, wie Basser Fulba zum Ende des Songs seinen Kontrabass auspackt.

„Thrash The South“ kommt dann wieder so richtig heftig rüber, dass man fast Angst hat, die Stereoanlage würde explodieren. Sehr stark, wie man da seine Botschaften rausschreit und für mächtig Stimmung sorgt. Midtempo, gepaart mit der vorhandenen Aggressivität ergibt hier ein tolles Klangbild. Trotzdem werden dann auch noch recht melodische, fast schon akustische Parts eingebaut, die so ein wenig fremdländische und auch bedrohliche Simmung verbreiten.

Den leider viel, viel zu frühen Abschluss dieser gelungenen Scheibe bildet dann „For“. Mit pulsierenden zarten Gitarren, militärischen Drums, Nachrichtengeplapper und Sirenen beginnt das Ende. Die Vocals beginnen leise und zur Hälfte flüsternd, bevor Wera dann fast schon erhaben ihre Parts rausgrowlt. Yeah, so muss das einfach sein. Tolle, teilweise gegenläufige Melodien und Takte sorgen für hohes Replay Potenzial. Jawohl, ein würdiger gigantischer Abschluss dieser starken Scheibe.

Fazit: Ein richtig starkes Lebenszeichen aus Polen. Die Band weiß aufgrund ihrer technischen Fertigkeiten und großer Variabiliät zu überzeugen. Wenn jetzt noch die gute Produktion den Sprung zu einer Topproduktion mit deutlicherem Augenmerk auf powervolle Tieftonauslastung optimieren kann, steht dem Siegeszug der sechs Polen nichts im Wege. Hoffentlich findet die Band eine Möglichkeit, in Deutschland eine Tour hinzulegen und sich somit einer breiteren Masse zu präsentieren. Sie ist es auf jeden Fall wert! Schade, dass die Scheibe gerade mal nur etwas mehr als 37 Minuten Musik beinhaltet.

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