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Total Annihilation: 84

Eidgenossen im Old School-Thrash-Rausch
Wertung: 6/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 36:45
Release: 29.04.2011
Label: Firefield Records

Nun denn, da müssen Total Annihilation früh angefangen haben, musizieren sie doch schon seit 2006 und haben mit „Prelude To Annihilation“ (2007) ein Demo sowie eine EP „Total Annihilation“ (2008) am Start. Mit „84“ liegt nun die CD-Variante von Firefield Records vor; zuvor hatten die Jungs ihr Scheibchen auch schon in Eigenregie im Juli 2010 veröffentlicht.

Die Old School-Thrashwelle scheint nicht abzuebben und immer wieder schwappen neue Bands mit neuen Debuts über den Kontinent. Doch viele haben so manches gemeinsam: sie hecheln ihren Helden aus der seligen Thrash-Startphase hinterher und können nur schwer eigene Akzente setzen.

Die Baseler Jungs von Total Annihilation verhehlen nicht, wie sehr sie musikalisch tief in den Achtzigern verwurzelt sind und schon mit dem Cover „84“ (George Orwell lässt grüßen) legen sie den Fingerzeig in Richtung damals. Da passt es ja, dass sich Poltergeists V.O. Pulver auf dem Produzentensessel bequemte und eine furztrockene, ebenfalls an die Vergangenheit erinnernde Produktion ablieferte – und wie auch bei seiner Hausband einen leicht verwaschenen Gitarrensound ablieferte.

Acht Tracks in knapp 37 Minuten – dass spricht für die klassische LP-Länge, kein Intro und auch kein sonstiges Herumgefuchtel – alles spricht bisher für die Band. Doch gleich der erste Track „Big, Fat, Lying Bastards“ lässt die Augenbrauen hochzucken: mmmh, erst ein typisches Slayer-Riff, gefolgt von den markanten „For Whom The Bell Tolls“-Soundfolgen, um dann in „Battery“ zu münden, abgeschlossen durch Wargasm-Gitarren. Das ist dreist – es müsste sich sogar über die Schweizer Alpen hinweg herumgesprochen haben, dass derartige Plagiate bitterböse bestraft werden.

Also besser gut geklaut als schlecht selbst erfunden, schließlich liegt ja auch das Debut vor, aber oben erwähnter Pulver hätte schon seine Lauscher auf Obacht stehen haben sollen. Sei’s drum.

„Ich habe gefischt, ich habe gefischt, ich habe ein tolles Riff von damals erwischt“ – auch im Verlauf der CD können Total Annihilation nicht die Kinderschuhe abstreifen und so manche Passage könnte auch für das Trivial Pursiut des Thrash Metals herhalten, denn auch die von den Band selbst angegeben Einflüsse wie Sodom, Kreator und auch Destruction aus der Teutonenreihe sowie Exodus oder Forbidden aus der Bay-Area-Serie blitzen immer wieder auf – wobei sich gerade die interkontinentalen Mächte nur marginal auswirken.

Dabei machen Total Annihilation eigentlich alles richtig – das rasende „Social Distortion“ wird ab und zu ausgebremst und auch das zu Beginn ganz wage an „Angel of Death“ erinnernde „Cicle Mosh“ scheppert gewaltig los und bekommt ein paar fett groovende Tanzparts verpasst.

„Monster“ sticht da schon fast ein wenig heraus, beginnt der Track doch mit Elektro- und Akustikgitarren, ein zuerst zu stumpf stampfendes Schlagzeug löst sich wiederholt im Double Bass-Geballer auf, bevor im schleppenden Part das Leitriff zum Tragen kommt. Im Grunde genommen sind alle Songs nach dem gleichen Prinzip aufgebaut – schleppende Moshparts lösen sich regelmäßig mit schnelleren Double Bass Parts ab und umgekehrt.

Einen ganz anderen Weg bestreiten Total Annihilation mit dem Rausschmeißer „Thrash Metal und Dosenbier“ – eine Hardcore-Punk-Attitüde scheint sich da in dem Gebräu eingeschlichen zu haben – live sicherlich der Partybringer schlechthin, auf Platte wirkt das gute Stück doch ein wenig vom Rest abgetrennt.

Hier soll jetzt nicht auf dem „alles schon mal dagewesen“-Ross herumgeritten werden, doch immer wieder blitzen Zitate auf, die für ein Kräuseln auf der Stirn sorgen. Das allerdings könnte dafür sorgen, doch ein paar alte Originale vom Dachboden ins Wohnzimmer zurückzuwuchten und auf „Abkupfer“-Suche zu gehen.  Hat man sich erst einmal an die Stimme gewöhnt, so kann der olle Headbanger schön seine Rübe im Takt drehen – dafür gibt „84“ genügend Stoff her. Nur Neues darf man nicht erwarten, sondern ein Aufguss alter Ideen, etwas fade wie schon dreimal verwendete Teebeutel. Und trotzdem sind die Jungs nicht talentlos – jetzt nur noch den Fettnapf links liegen lassen und in den Schöpferpool hopsen.

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