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toRyse: Erased

Die Begeisterung lässt noch auf sich warten
Wertung: 6/10
Genre: Metalcore, Modern Metal
Spielzeit: 16:53
Release: 18.05.2018
Label: Boersma-Records

Die Nürnberger toRyse bringen dieser Tage ihre neue EP „Erased“ heraus – darauf zu finden „beißende Shouts und Growls, gepaart mit kraftvollen Clean-Vocals, treibenden Riffs, mitreißenden Melodien, eingängigen Hooklines und wuchtigen Drums“, zumindest laut der Facebook-Seite des Quintetts. Die Band will sich abkapseln vom Konkurrenzdenken der sonstigen Metalcore-Szene, was ja an sich schon mal ein löblicher Ansatz ist. So ganz kriegen die Bayern aber auf den fünf Tracks nicht die Kurve.

Dabei ist eigentlich alles vorhanden, was man für eine gute Metal(core)platte braucht: Technisch versierte Musiker, eine gute Produktion, die nur ein bisschen mehr Druck hätte gebrauchen können, und ein Sänger, der die typischen Shoutparts überraschend deftig rüberbringt. Da fällt aber schon das erste Manko auf, denn so gut die brachialeren Vocals auch klingen mögen, beim Klargesang kann der Fronter nicht so recht überzeugen. Das mag mit an der Produktion liegen, aber gerade die Gesangspassagen klingen zum größten Teil dünn und reißen kein bisschen mit. Dabei startet zum Beispiel das finale „Dawn Of Change“ schwungvoll mit galoppierenden Drums und ordentlichem Gekeife, schon der Tempowechsel gerät dann aber eher gelangweilt, ganz zu schweigen vom anschließenden Mehrfachgesang, der ja eigentlich an sich schon etwas mehr Power haben sollte. Hat er aber nicht, da kann auch das anschließende fiese Geschrei nichts mehr reißen.

Dafür, dass toRyse sich damit brüsten, gegen die gängigen Metalcore-Konventionen rebellieren zu wollen, haben sie erstaunlich standardisiert wirkende Songs im Gepäck. Der Opener „Vanishing Realm“ bietet außer dem Klavierintro wenig Spannendes, dafür legt gleich der Nachfolger „Heartless“ sich von der ersten Sekunde ordentlich ins Zeug und verheißt zumindest einen ersten Anspieltipp. Zumindest bis zum Refrain, denn der mag zwar Wiedererkennungswert besitzen, dieser ist aber nicht der Spannung geschuldet, sondern eher dem plötzlichen Bruch zwischen kräftigen Growls und monotonem, fast dumpfem Klargesang. Hört man sich den Track ein paar mal an, gewöhnt man sich ein bisschen an den Tonfall – es bleibt also doch beim Anspieltipp.

Immer wieder schimmern helle Momente durch, sei es der starke Einstand bei „Heartless“ oder der ordentlich ausgeführte Breakdown mit Growls bei „Our Chance“, immer wieder wirkt es aber auch, als könnten oder wollten toRyse das Niveau nicht halten. Insgesamt bleibt die „Erased“-EP daher eher ein mauer Zwischengang: Einige gute und ambitionierte Momente findet man schon beim ersten Hören und diese lassen sich auch nicht so schnell abnutzen, über weite Strecken können die Nürnberger aber leider (noch) nicht überzeugen.

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