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Tortuga: Pirate's Bride

Laue Brise ohne Klinge zwischen den Zähnen
Wertung: 5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 35:56
Release: 31.08.2015
Label: Eigenregie

Manchmal sind die Wege der Post, der Promozustelleung oder des Metalgotts schon seltsam – warum kommt das Tortuga-Debüt „Pirate's Bride“ denn erst eineinhalb Jahre nach Veröffentlichung hier an? Egal, Metal ist doch zeitlos, wenn man den ganzen Wertekonservatismus in der Welt des Stahls so analysiert und wo alte Recken verehrt werden, weil sie so immens Einfluss ausgeübt haben. Tortuga sind nun aber keine alten Recken, sondern eine aus dem saarländischen Dillingen kommende, 2014 gegründete Heavy-Metal-Band mit, wie leicht zu erkennen ist, ausgefeiltem Piraten-Image, was sie dann auch deutlich nicht nur per Titel zur Show stellen, sondern als Konzept sich verinnerlicht haben.

Na klar, schnell mag man sich mit alten Running Wild-Floskeln bewaffnen, um bei Abschreckung vielleicht das eine oder andere Bandmitglied über die Planke zu schicken oder wahlweise die Reling knutschen zu lassen, doch mit dem hanseatischen Vorbildern haben sie trotz Namedropping wie bei „Ready For Boarding“ nur eine thematische, nicht aber unbedingt eine musikalische Überschneidung, es sei denn, man skippt gleich mal zu „Tortuga Island“ vor, um eben die Inspiration der Norddeutschen näher zu beleuchten -  dem anfänglich netten Gitarrenlauf nehmen leider schnell jeglichen Wind aus den Segeln und schippern eher wie eine kleine Jolle und nicht wir ein Piratenschlachtschiff mit bereitgehaltenen Enterhaken für die große Eroberung.

Selbst die Anspieltipps sind nur bedingt überzeugend. „Land Ho“ hat doch endlich mal einen schön antreibenden Lauf, der Refrain ist nicht nur mitshoutbar, sondern punktet durch die fast schon fröhliche Grundausrichtung, die Backingshouts dagegen könnten praller und nicht so verwaschen sein. Mit dem ebenfalls treibenden und in Power-Metal-Gewässern fischenden „Captain's Crew“ kommen sie endlich mal wieder aus dem biederen Midtempo-Sumpf heraus, wo allerdings die Überraschungen ausbleiben, der Old-School-Aha-Effekt verpufft und die Ideen eher nach Stangenware klingen.

Wirklich Überraschungen sind dann nur übersichtlich anzutreffen. Das mit Folk der Marke Dudelsack und Flöte aufgemotzte „Pirate Song“ stellt schon eine kleine Überraschung dar, wird aber auch durch das ewig vorhersehbare Riffing unter die Wasseroberfläche gezogen und mutiert in den ruhigen Passagen zum Mitschunkler, das mit der Akustikklampfe eingeleitete „Silence Before The Storm“ ist dann noch nicht einmal ein raues Lüftchen im Wasserglas, sondern eher eine Quotenballade mit wenig zündenden Ideen und emotionslosem Gesang. Dann doch lieber wieder zurück zu „Ready For Boarding“ als ganz nett gemachter Heavy Metal mit voller teutonischer Schlagseite, in dem Kapitänin Mary „Tina“ Read zwar sauber, aber eben auch ein bisschen unspektakulär singt oder aber das fluffige, fast schon Ohrwurm-artige „Beauty Is Her Middle Name“ mit songdienlicher Riffautomatik inklusive poppigen Flair.

Am Ende ist dann doch durchweg alles ein bisschen bieder, da fehlen ein paar überraschende Idee, die deutlich reizbareren Emotionen, der Funke, der eben sachte vor sich hin züngelt, aber an Bord nicht für löschende Panik sorgt. Ende 2017 soll ja der Nachfolger kommen, mal sehen, welche Flagge da gehisst wird.

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