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Tornapart: Ghost X-35

Debüt-EP mit wenig Input, aber viel Dynamik
Wertung: 7/10
Genre: Metal, Industrial
Spielzeit: 21:36
Release: 02.05.2009
Label: Eigenproduktion

Von der Debüt-EP einer relativ jungen Band, die sich damit rühmt, Industrial- und Metal-Klänge zu einer attraktiven Mischung zu verbinden, sollte man ja im Voraus nicht allzuviel erwarten.

Die sieben Jungs von Tornapart machen der vollmundigen Werbung ihrer Plattenfirma auf den ersten Blick jedoch alle Ehre: mit zwei Sängern ausgestattet, bringen sie das fertig, was wenige neue - und nebenbei bemerkt auch wenige ältere Bands - schaffen; sie kreiern Stücke, die zwar einen gewissen Ohrwurmcharakter haben, aber nicht im konsumentenfreundlichen Einheitsbrei unterzugehen drohen, von dem die Metalszene immer mehr überschwemmt wird.

Gestartet wird mit einem coolen Industrial-Intro, das selbst Blutengel nicht hätten besser machen können, und das gleich zum ersten richtigen Lied "Metafiction" überleitet. Die beiden Herren am Mikro liefern sich ein beachtliches Duell, der cleane Gesang im Refrain von Bassist Marcello paat erstaunlich gut dazu und wirkt weder allzu nervig noch emolastig. Der Song hat eine geile Dynamik, bei der man das Potential der Aachener erahnen kann.


Beim darauf folgenden "Medusa" wird die Band von Rap-Zwischeneinlagen ihres Kumpels Jimmy Amokk unterstützt, der mehr durch die kreative Rechtschreibung seines Namens als durch intelligente Texte glänzen kann. Dicke-Eier-Deutschrap, der hier dank des Verzerrers noch halbwegs in den Song passt - nur warum musste der Mensch gleich noch einen "Medusa Remix" zur Platte beisteuern? Das tanzbare und sehr elektronische "X-35" holt einen wieder auf den Boden zurück und das geniale "Forever Damaged" kann mit fiesem Gesang beeindrucken, was halbwegs die Glanzleistung des Herrn Amokk ausgleicht. Nur den völlig unnötigen Beat-Part in der zweiten Hälfte des Liedes hätte man sich sparen können, denn er nimmt dem Ganzen, wenn auch nur kurzzeitig, die Dynamik. 

Dass die Band selbst noch nicht über sonderlich viel Aufnahme-Erfahrung verfügt, wird beim eigentlich ziemlich groovigen "Echoes" sicht- bzw. hörbar. Eine junge Dame wird im Refrain zur stimmlichen Unterstützung herangezogen, trifft die Töne aber - gelinde gesagt - nicht hundertprozentig und verleiht dem Stück in Kombination mit dem männlichen Part eher den Charme einer Kellerband. Die Platte klingt augenscheinlich mit einem ruhigen Synthesizer-Instrumental aus, bevor der schon erwähnte "Medusa Remix" den Hörer schockt, weil er mehr oder minder als Hidden Track fungiert und auf der Tracklist nicht erscheint. Die Jungs werden gewusst haben, warum.

Schade ist vor allem, dass auf der EP von sieben (bzw. acht, wenn man den unsäglichen Remix tatsächlich dazu zählen will) Songs allein drei Instrumentalstücke sind, die bis auf das Intro wie Lückenfüller wirken. Wenn allerdings die beiden Sänger erstmal ihre Dynamik entwickelt haben, wird klar, wieso die Band schon mit Größen wie Neaera oder den Newcomern Callejón die Bühne teilen durfte. Mit der Zeit wird die Band sich hoffentlich weiter entwickeln und ihren Mix aus Industrie und Metall perfektionieren.

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