Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Torian: Phantoms Of The Past (EP)

Und schon wieder volle Überzeugungstäter...
Wertung: 8,5/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 19:54
Release: 30.10.2015
Label: Independent

Paderborns finest Power Metaller Torian lassen sich nicht unterkriegen und schicken drei Jahre nach dem famosen dritten Studioalbum „Dawn“ mit „Phantoms Of The Past“ erstmals eine EP ins Rennen um die Gunst der Fans. Besser vier Songs als noch länger warten, so sicherlich die Devise der Ostwestfalen, die ja bisher in regelmäßigen Abständen auch über die komplette CD-Distanz zu überzeugen wussten und live ebenfalls einfach keinen Gefangenen machen.

Drei neue Songs und mit der Bandhymne „Torian“ eine schon vom Debüt her bekannte Nummer hat das Quintett unter den Fittichen von Orden Ogan-Oberhaupt Sebastian "Seeb" Levermann nun eingespielt und somit eine knapp 20-minütige, nicht nur vom Zeitvolumen kurzweilige Angelegenheit herausgehauen. Die EP ist dabei sicherlich auch nur als weiteres Lebenszeichen zu werten, denn bei lediglich fünf Tacken wird man nicht reich, da ist man froh, wenn die Ausgaben auch mal bei Null landen. Schön ist, dass die Paderborner weiter an ihren Trademarks arbeiten, soll heißen, dass sie innerhalb des fast unübersichtlichen Power Metal ganz bewusst auf zu viel Pathos und Zuckrigkeit verzichten, aber trotzdem mit epischen Arrangements rund um den Refrain auch so für genügend Eingängigkeit sorgen, ohne dem Fan bei der anscheinend weiter voranschreitenden Ballermannisierung vor den Kopf zu hauen, auf der anderen Hand aber auch ein wenig Engstirnigkeit bewahren, um bloß nicht zu glatt herumzuriffen.

Als erstes dann mal schnell den Fokus auf die schon längst bekannte, den Bandnamen gebende Hymne „Torian“, die hier eine Neueinspielung erfährt und auch in der vorliegenden Version mehr als stimmig aus den Boxen drückt. Seeb scheint wohl gerade auch bei den Arrangements der Chöre seine Finger im Spiel gehabt zu haben, sitzen diese doch atmosphärisch dicht und geben dem Song einen nicht unerheblichen Touch eleganter Dynamik, sodass man gerne gewillt ist, auch vor der heimischen Anlage mit gestemmter Powerfaust einzustimmen und sich ansonsten dem galoppierenden Rhythmus hinzugeben.

Melodie und Eingängigkeit findet sich dann im Titeltrack und zugleich Opener „Phantoms Of The Past“, allerdings ohne an Härte zu sparen. Ein ungemein griffiger Refrain, der gerade auch von den epischen Chören lebt, bildet hier das Sahnestückchen des Songs, womit ein locker fluffiges Gegenstück zum sonstigen harten Riffing gesetzt ist. Die Synthies sind schön im Hintergrund und teilweise eher zu erahnen, womit sie also schön songdienlich praktisch eine Unterstützung denn ein dominierendes Instrument darstellen.

Im Gegensatz dazu wird in „Kopernikus: Damnation Fire“ dann doch die Härteschraube angezogen. Fetter, durch die Double-Bass gut auftrumpfender Treter, der aber ebenfalls seine epischen Momente in sich vereint, insgesamt aber deutlich knurriger auf der Härteskala punktet, und auch hier: Die Chöre im Refrain, die einmal mehr satt klingen und dem Song so gleich mal einen noch internationaleren Touch verleihen – mal sehen, wie sie das dann auch mal live lösen wollen. Beim letzten neuen Song, „Diamonds And Tyrants“, schalten Torian ebenfalls nicht beim Chorbombast zurück, die Keys bekommen im Hintergrund eine leicht dominantere Rolle zugesprochen, wobei das Quintett es hier insgesamt weniger bissig angeht.

Nur vier Songs, nur ein Lebenszeichen, mehr als nichts, zumal auch die kurze Distanz vollauf überzeugen kann – beängstigend, auf welch hohem Niveau Torian mittlerweile musizieren. Sich jetzt auch noch auf die Erfahrung von Produzent Seeb zu verlassen, war wohl spätestens für die Chöre ein geschickter Schachzug, der eben „Phantoms Of The Past“ zu einem knackigen Power-Metal-Output mutieren lässt, der nicht nur Torian-Fans überzeugen wird, sondern auch darüber hinaus – einmal mehr – das Interesse ganzer Horden wecken sollte. Und so ganz nebenbei haben sie dann auch noch rechtzeitig eine schöne 20-minütige Bewerbung für die Festivalsaison 2016 abgeliefert.

comments powered by Disqus

Grandioser Konzertabend, an dem keine Wünsche offen bleiben können

Schritt für Schritt zu einem erfolgreichen Abend

„Singen ist Sport, egal was für einen Stil, da machen wir uns nichts vor...“