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Tomorrow's Outlook: 34613

Unausgegoren und ohne klare Linie
Wertung: 5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 57:02
Release: 01.06.2012
Label: Battlegod Productions

Bei Tomorrow's Outlook handelt es sich um ein Projekt zweier Norweger namens Trond Nicolaisen und Andreas Stenseth, das bereits 2007 gegründet wurde, dessen Debüt aber erst jetzt herausgekommen ist. Dafür dass die Beiden jetzt nicht unbedingt bekannte Persönlichkeiten der Szene darstellen, konnten sie doch ziemlich namhafte Gäste für ihre „34613“ betitelte Scheibe gewinnen – zumindest Graham Bonnet (einst unter anderem bei Rainbow, MSG und Impellitteri tätig) und Ex-Helloween- und nun Unisonic-Goldkehlchen Michael Kiske sind schließlich schon ordentliche Hausnummern.

Mit Norman „SKI“ Kiersnowski, Scott Oliva und Mike Gorham hat das Duo weitere Vokalakrobaten um sich geschart und wartet außerdem mit drei Gitarristen und zwei Drummern auf. Den Bass hat Stenseth selbst übernommen, während sich sein Partner Nicolaisen ausschließlich auf Songwriting und Arrangements verlegt hat; als Musiker auf der Platte wird er jedenfalls nicht aufgeführt.

Klassischer Heavy Metal soll auf dem Album kredenzt werden und tatsächlich versprüht das Intro „As Darkness Falls“ einen starken Crimson Glory-Vibe – welch ein Zufall, dass es auf der Website des Projekts in einem Newseintrag vom März heißt, man habe bereits Ende 2008/Anfang 2009 den Crimson-Glory-Klassiker „Red Sharks“ für ein anstehendes Tribute-Album zu Ehren der legendären einstigen Maskenträger aufgenommen. Mike Gorhams Stimme hat irgendwie auch ein bisschen was von Midnight (R.I.P.), freilich ohne jene schwindelerregenden Höhen zu erklimmen – da gibt es allerdings auch sonst kaum welche im Hartwurstsektor.

Was jedoch ebenfalls sogleich auffällt, ist die wirklich ziemlich miserable Produktion, die dumpf und altbacken tönt und den handwerklich soliden Fähigkeiten der Mucker überhaupt nicht gerecht werden will; auch wurden die Stücke nicht gut abgemischt. Dies ist schon mal ein sehr störender Faktor, da das Ganze so hölzern und amateurhaft wirkt und nicht mehr als besseren Democharakter besitzt. Songschreiberisch ist die Chose bestimmt auch nicht gerade originell zu nennen, aber „Gate To Freedom“ (hier lassen alte Helloween grüßen) und das folgende, von Graham Bonnet performte „Glass Mountain“ sind dennoch durchaus hörenswerte, einigermaßen eingängige Kompositionen, die ganz gut Laune machen.

Auch das balladeske „A Song For You“ lässt sich ordentlich an, ebenso „The Ethereal Dream“, welches sogar in zwei Versionen vorliegt; eine von Gorham und eine von Kiske eingesungen, wobei es eher wenig verwundert, dass der Unisonic-Frontmann technisch mehr überzeugt. Man kann von ihm halten, was man will, er ist und bleibt eben ein Ausnahmetalent. Das instrumentale Titelstück ist gleichfalls auf der Habenseite zu verbuchen und erinnert streckenweise fast ein wenig an Iced Earth, natürlich (allein wegen der schwachen Produktion) ohne jemals deren Durchschlagskraft zu erreichen.

Bedauerlicherweise schwankt besonders die zweite Hälfte von „34613“ dann zwischen „schwach“ und „unerträglich“. „Kill Again“ und „March Of The Demons“ sind prinzipiell noch ganz okay, während Songs wie „White Lightning“ und „Liquid Scream“ einfach nur langweilen. Was all diese Tracks allerdings gemeinsam haben, ist das Gejaule von Norman Kiersnowski, das die Angelegenheit an den Rand des Unhörbaren gleiten lässt. Besonders beim Chorus von „Liquid Scream“ rollt es einem Fußnägel hoch; hoher Gesang kann natürlich geil sein, aber dieses unausgegorene Eierkneifer-Geseiere mit teils üblem Vibrato hier ist nicht zum Aushalten und die Tatsache, dass vieles außerdem schief klingt (vor allem bei den Harmonies), lässt die Performance nicht nur unprofessionell, sondern vor allem schlicht noch schlimmer und nerviger erscheinen als ohnehin bereits der Fall. Das unbeholfene Lizzy Borden-Cover „Red Rum“ fällt ebenfalls eher unter die Rubrik „unnötig“.

Man mag der CD einen gewissen Undergroundcharme attestieren, doch das war angesichts der namhaften Verpflichtungen am Mikro und der durchaus ansprechenden instrumentalen Leistungen (trotz leichter Timing-Schwankungen hin und wieder) wohl kaum die Intention. Durch die vielen Sänger gibt es keine klare Linie, der Sound ist schlaff und das Songwriting nur phasenweise befriedigend; einzig wegen des endgeilen, zum Schießen komischen Coverartworks ringe ich mich noch zu fünf Punkten für „34613“ durch.

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