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Tombstones: II

Erster Gang mit Untersetzung, bitte!
Wertung: 7/10
Genre: Heavy Rock, Downtempo Rock
Spielzeit: 45:41
Release: 28.01.2011
Label: Transubstans Records

Der erste Gedanke, der sich beim Einlegen der neuen Tombstones-CD mit dem nicht so sehr innovativen Titel „II“ aufdrängt, ist der an Doom Metal. Doch halt, so einfach verhält sich die Sache nicht. Die Norweger Tombstones haben sich dem schweren, trägen Heavy Rock verschrieben. Hier brüllen die Röhrenverstärker um die Wette. Der Distortionregler ist voll aufgedreht und die schleppenden Riffs scheppern teilweise wie eine Palette Stahlträger, die langsam einen Hang hinunter rollt. Der Gesang erinnert stellenweise etwas an Type O Negative oder auch Mercyful Fate. Elemente des modernen Metals wurden von der Scheibe völlig verbannt, man bedient sich lieber altbewährter Strukturen.

Billy Anderson und Audun Strype zeichnen sich für den Klang der Platte verantwortlich. Ersterer hat das Recording übernommen und zweiter zeichnet sich für das Mastering verantwortlich. Billy Anderson hat sich einen Namen durch die Zusammenarbeit mit Bands wie Melvins und Cathedral gemacht. Audun Strype kennen Szenegänger von Gruppen wie Motorpsycho oder Arabrot. So ist es kein Wunder, dass der Rundling erstaunlich gut klingt, auch das nicht so sehr in den Vordergrund gestellte Schlagzeug beweist die Qualität. Die deutlich tiefer gestimmten Gitarren können sich frei entfalten, was dem Album sichtlich gut tut. Der Gesang klingt klar und sauber. Auf einer Anlage mit ordentlichen Lautsprechern schiebt das Teil auch schön über die unteren Frequenzen.

Das Songwriting ist für eine Doom-Rock-Platte recht abwechslungsreich, klar dominieren die geraden Achtel- und Sechzehntelnoten, das lässt sich ja aber kaum ändern. Interessant sind die kleinen Gitarrensoli, die sich hier und da einschleichen. Die stellenweise verzerrten Vocals sind auch noch so ein Gimmick, das Lust auf mehr macht. Allerdings ist kein weiterführender Innovationsdrang zu erkennen, was der CD schon einen minimalen faden Beigeschmack verleiht. Klingt die Scheibe über die ersten drei Songs noch recht interessant, so wird die CD nach und nach etwas monoton. Die Songs werden nicht schlecht, man tut sich nur mit der Zeit etwas schwer, die einzelnen Titel auseinanderzuhalten.

Die Highlights der Produktion sind das einleitende Stück „Hellfire“, das vor allem durch seine coolen Riffs überzeugen kann. „Disorted Visions“ sorgt mit seinem bluesigen Touch für Abwechslung und kann somit auch als Highlight der CD angesehen werden. Zu erwähnen bleibt noch der letzte Titel der Platte, der mit seinen über neun Minuten Laufzeit aus der Reihe tanzt. Die ganzen verbauten Elemente sorgen dafür, dass der Titel nicht langweilig wird und man auch immer wieder Neues entdecken kann.

Ans Herz zu legen sei die Veröffentlichung allen Freunden des Doom-Spektrums im Allgemeinen. Freunde des Stoner Rocks können auch gerne mal ein Ohr riskieren, und wer auf mächtige, verzerrte Gitarren steht, ist hier auch nicht schlecht beraten. Fans von High Speed Metal werden keinen Gefallen an dieser CD finden. Freunde von Type O Negative, Mercyful Fate oder auch Cathedral sollten sich aber die Zeit nehmen, um einmal in das Album reinzuhören.

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