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Tombstoned: Tombstoned

Retro-Metal aus Finnland
Wertung: 8/10
Genre: Doom-Rock / Stoner-Rock / Psychedelic Rock
Spielzeit: 47:06
Release: 15.11.2013
Label: Svart Records / Cargo Records

Aus Finnland kommt das Trio Tombstoned. Erst seit 2010 treiben die drei ihr Unwesen und konnten mit ihren ersten Veröffentlichungen in Form von einem Demo und einer EP schon erste Aufmerksamkeit erregen.

Nun kommt das erste Album mit voller Spielzeit und der aufmerksame Leser wird sich sogleich die Frage stellen, wie man mit nur sechs Liedern eine ganze Platte vollbekommen soll. Die Antwort ist natürlich ganz einfach bei der Titellänge zu finden. Der kürzeste Song auf der Scheibe schlägt mit fünf Minuten zu Buche und der längste schafft gar elfeinhalb Minuten.

Die Gefahr einer sich einschleichenden Langeweile bei so langen Stücken ist groß. Bleibt die Frage, ob das hier auch passiert ist. Die Frage ist einfacher gestellt, als sie beantwortet werden kann. Wenn man rein mathematisch vorgeht und sich daran orientiert wie viele Wiederholungen ein bestimmtes Riff in einem Song erfährt, dann wird man in manchen Fällen tatsächlich eine hohe Zahl als Ergebnis haben. Bringt man jetzt die Songlänge mit in die Formel ein, dann relativiert sich alles recht schnell wieder. Im Klartext soll das heißen: Tombstoned spielen Stoner Rock und keinen Progressive Metal. Hier ist es kein Problem wenn man dem Zuhörer erst einmal eine gewisse Zeit einräumt um in die richtige Stimmung zu kommen.

Die Songs sind alle kräftige Rocknummern geworden. Die Finnen werden oft mit alten Black Sabbath oder Hawkwind verglichen. Der Vergleich ist zwar gut, aber zu kurz gegriffen. Parallelen kann man zu vielen Bands der 70er Jahre ohne weiteres ziehen. Sind Tombstoned also nur eine weitere Retroband, die die Welt nicht braucht?

Ja und nein. Grundlegend orientieren sich die Finnen natürlich an den großen Namen der Vergangenheit. Allerdings können sie sich auch der jüngeren Geschichte nicht erwehren. „Daze Of Disintegration“ beginnt zum Beispiel mit einem Synthiepart, der locker in die 80er Jahre gepasst hätte. Der gleiche Song liefert auch ein fetziges Gitarrensolo, das sich über weit mehr als eine Minute erstreckt.

Ein Ausschlusskriterium wird der Gesang auf der Platte werden. Er ist zwar authentisch und Sänger Jussi (der auch gleichzeitig der Gitarrist ist) beherrscht sein Handwerk. Die Frage ist aber, ob soviel Authentizität und somit ein so dünner und schrecklich verhallter Sound unbedingt nötig gewesen wäre. Unbedingt dieser Meinung werden die Retrofans sein. Ob es aber Sinn gemacht hätte hier auf ein bisschen Original zu verzichten und anstelle dessen eine bessere und weniger schwindelerregende Produktion zu setzen, muss der Hörer entscheiden.

Retro-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten. Ohne Abstriche. Ein recht großes Spektrum an weiterem Publikum werden Tombstoned wohl eher nicht ansprechen können. Die Musik ist schon sehr genau auf Fans der 70er Doom- und Psychedelic-Bewegung zugeschnitten. Diese dürften allerdings jede Menge Spaß mit der Platte haben.

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